Kita-Ausbauprogramm: Stadt investiert weiter in Betreuungsplätze

Entscheidung im Rat der Stadt Essen

08.07.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Kostenanpassung beschlossen: Das Investitionsvolumen steigt auf 62,04 Millionen Euro.
  • Bis Mitte 2028 entstehen weitere Betreuungsplätze, der gesamtstädtische Bedarf soll damit gedeckt werden.
  • Keine sechste Ausbau-Staffel geplant: Künftig liegt der Schwerpunkt auf Sanierung und Ersatz bestehender Kitas.

Der Rat der Stadt hat die Aufnahme des Projekts Helen-Keller-Straße 10 in die fünfte Staffel des Kita-Ausbauprogramms entschieden. Gleichzeitig hat er Kostenanpassungen bei einzelnen Projekten beschlossen. Dadurch steigt das Investitionsvolumen des Programms von bisher 58,53 Millionen Euro auf insgesamt 62,04 Millionen Euro brutto.

Wie sieht die aktuelle Situation aus?

Zum Stichtag 30. September 2025 besteht im Ü3-Bereich noch ein Bedarf von 672 Betreuungsplätzen. Im U3-Bereich gibt es rechnerisch einen Überhang von 248 Plätzen. Um den verbleibenden Bedarf zu decken, führt die Stadt die fünfte Staffel des Kita-Ausbauprogramms weiter fort. Für die Jahre 2026 und 2027 ist die Fertigstellung und Inbetriebnahme von jeweils zwei neuen Kitas geplant. Die Sanierung der Kita Kellinghausstraße soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden. Der Anbau an diesem Standort soll im zweiten Quartal 2028 fertiggestellt werden. Danach ist die V. Staffel des Kita-Ausbauprogramm abgearbeitet, bis auf den zusätzlich ins Programm aufgenommenen Ersatzneubau für die Bestand-Kita Mölleneystraße, die Generalsanierung der Kita Helen-Keller-Straße 10 sowie den Kita-Neubau Germaniastraße 54.

Welche Projekte wurden bereits umgesetzt?

An den Standorten Papestraße, Im Löwental, Fulerumer Straße und Erikapfad haben die Kitas bereits ihren Betrieb aufgenommen. Dort entstanden insgesamt 236 zusätzliche Betreuungsplätze. Bis Mitte 2028 schaffen die noch laufenden Projekte weitere 425 Plätze. Hinzu kommen 80 Plätze durch den geplanten Kita-Neubau an der Germaniastraße im Rahmen der Quartiersentwicklung.

Ist der Bedarf damit vollständig gedeckt?

Rechnerisch wird der gesamtstädtische Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen künftig gedeckt sein. Die Versorgung ist jedoch nicht in allen Essener Stadtteilen gleich. In einzelnen Bezirken gibt es weiterhin Über- oder Unterdeckungen.

Worauf setzt die Stadt künftig?

Die Verwaltung plant derzeit keine sechste Staffel des Kita-Ausbauprogramms. Stattdessen will sie ihre personellen und finanziellen Ressourcen künftig verstärkt in die Sanierung und den Ersatz bestehender Einrichtungen investieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Standorte Hülsmannstraße, Helen-Keller-Straße und Mölleneystraße.

Warum plant die Stadt derzeit keine weitere Ausbau-Staffel?

Der Bau zusätzlicher Kitas wird zunehmend schwieriger. Geeignete und ausreichend große Flächen in der Nähe des Bedarfs sind vielerorts kaum noch verfügbar. Ehemalige Industrieflächen lassen sich oft nur mit hohem Aufwand für eine Bebauung vorbereiten. Zudem erschweren Natur- und Landschaftsschutz, Altlasten, planungsrechtliche Vorgaben, topografische Bedingungen oder wasserrechtliche Anforderungen neue Kita-Projekte.

Wie hat sich der Bedarf an Betreuungsplätzen entwickelt?

Die Stadt verfolgt das Ziel, für 40 Prozent der Kinder unter drei Jahren und für alle Kinder ab drei Jahren einen Betreuungsplatz bereitzustellen. Als die fünfte Staffel des Kita-Ausbauprogramms im Jahr 2019 startete, gab es in Essen rund 24.260 Betreuungsplätze. Damals fehlten etwa 2.900 Plätze. Grundlage für diese Berechnung ist die Jugendhilfeplanung des Jugendamtes, die jährlich aktualisiert wird. Durch neue Kitas, Erweiterungen bestehender Angebote und zusätzliche Betreuungsmöglichkeiten konnte die Stadt den Fehlbedarf bis 2022 auf rund 1.000 Plätze senken. In den Jahren 2022 und 2023 stieg der Bedarf jedoch infolge der Zuwanderung von Geflüchteten aus der Ukraine erneut an. Zwischenzeitlich fehlten 1.695 Plätze.

Weitere Informationen finden Interessierte in der Vorlage 0181/2026/7 .

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