Die Stadt Essen erprobt die KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Oberbürgermeister Thomas Kufen, Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Dr. Heike Wellmeyer, Geschäftsbereichsleitung "Übergreifende Dienstleistungen" des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), haben dazu am Montag, 17. August 2026, eine Vereinbarung unterzeichnet. Essen ist damit neben der Kreisstadt Bergheim und der Stadt Solingen eine von drei Pilotkommunen. Das Land will die Anwendung nach der Erprobung weiteren Kommunen zur Verfügung stellen.
Was kann NRW.Genius?
NRW.Genius unterstützt Beschäftigte bei der Arbeit mit Texten und Dokumenten. Die Anwendung bietet fünf Funktionen: Sie fasst lange Dokumente zusammen, erstellt aus Stichpunkten Entwürfe für Schreiben oder Vermerke, durchsucht umfangreiche Dokumentensammlungen, beantwortet Fragen zu hochgeladenen Dateien und ermöglicht den direkten Austausch mit einem Sprachmodell. Entwickelt und betrieben wird sie von IT.NRW.
Warum macht Essen mit?
Die Entlastung der Beschäftigten ist das erste Leitziel der KI-Strategie, die der Verwaltungsvorstand der Stadt Essen im Februar 2026 beschlossen hat. Kommunen bekommen immer mehr Aufgaben und geraten durch die demografische Entwicklung zunehmend unter Druck. Zugleich binden wiederkehrende Schreibarbeiten viel Zeit, die besser in den Service für die Bürger*innen investiert ist. Genau dort setzt die Erprobung an.
"Viele Kommunen stehen vor derselben Aufgabe. Sie müssen ihren Mitarbeitenden einen grundlegenden und sicheren Zugang zu generativer Künstlicher Intelligenz schaffen. Die Bereitschaft des Landes, die Kommunen hierbei durch eine zentrale Plattform zu unterstützen und so eine breite Nutzung zu ermöglichen, begrüße ich sehr. Essen bringt seine Erfahrung gerne ein. Was sich in einer großen Verwaltung bewährt, soll später auch kleineren Städten und Gemeinden nutzen. Klar ist dabei: Künstliche Intelligenz nimmt uns Arbeit ab, aber keine Verantwortung. Entschieden wird weiterhin von Menschen", so Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen.
Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, betont: "KI made in Nordrhein-Westfalen: Mit der Erprobung von NRW.Genius auf kommunaler Ebene legen wir einen wichtigen Grundstein für die digitale Verwaltung von Morgen. Mit Essen haben wir jetzt unsere drei Modellkommunen, die stellvertretend für alle 429 Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die durch den Landesbetrieb Information und Technik entwickelte KI-Verwaltungsapplikation NRW.Genius, in diesem Jahr testen. Die gewonnenen Erfahrungen aus der Praxis sind entscheidend, um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung verantwortungsvoll und zielgerichtet weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit kommunaler Verwaltungen zu stärken, Mitarbeitende zu unterstützen und die digitale Zukunft des Staats aktiv zu gestalten."
Welche Regel gibt für den Einsatz von KI?
Die Stadt Essen hat den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bereits frühzeitig geregelt. Seit Januar 2025 gilt eine Dienstvereinbarung zur Verwendung von Künstlichen Intelligenz. Sie sichert die Rechte der Beschäftigten und bindet den Personalrat fortlaufend ein. Alle Mitarbeitenden an Bildschirmarbeitsplätzen absolvieren eine verpflichtende Grundlagenschulung. Ergebnisse generativer Künstlicher Intelligenz werden durch Fachkräfte geprüft, bevor sie nach außen wirken. Ermessensentscheidungen bleiben ausschließlich Menschen vorbehalten.
Wichtig ist der Stadt außerdem, wo Daten verarbeitet werden. NRW.Genius läuft auf einer hybriden Plattform von IT.NRW. Je nach Schutzbedarf kann die Verarbeitung auf Systeme begrenzt werden, die das Land Nordrhein-Westfalen selbst betreibt. Das entspricht dem Leitziel "Digitale Souveränität und Resilienz" der Essener KI-Strategie.
Wie geht es weiter?
In den kommenden Monaten testen ausgewählte Bereiche der Stadtverwaltung die Anwendung im Arbeitsalltag. Dabei prüft die Stadt, welche Aufgaben sich damit tatsächlich erleichtern lassen und wo die Technik an Grenzen stößt. Ihre Rückmeldungen gibt sie an IT.NRW weiter und stellt sie anderen Kommunen zur Verfügung.
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