"Schichtwechsel – Zollverein und Umgebung": Neues Integriertes Entwicklungskonzept

26.10.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Das neue Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) soll die Weiterentwicklung von Zollverein und den umliegenden Quartieren nach dem Ende des bisherigen Förderprozesses sichern.
  • Das Fördergebiet konzentriert sich künftig auf das UNESCO-Welterbe Zollverein und sein direktes Umfeld.
  • Innerhalb von zehn Jahren sollen umfangreiche Maßnahmen umgesetzt werden; geplant sind unter anderem der Erhalt der Koksofenbatterie auf Zollverein, die Neugestaltung des Katernberger Marktes unter Beteiligung der Bürgerschaft sowie ein planerisches Quartiersmanagement inklusive Stadtteilbüro.

Seit Jahrzehnten wird im Stadtbezirk VI Zollverein mit Städtebaufördermitteln in die Zukunft der Quartiere investiert. Zahlreiche Projekte haben bereits dazu beigetragen, die Essener Stadtteile Katernberg, Schonnebeck und Stoppenberg weiterzuentwickeln und die Lebensqualität für die Menschen vor Ort zu stärken. Im Jahr 2020 haben die Stadt Essen und die Stiftung Zollverein gemeinsam das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) auf den Weg gebracht, das die positive Entwicklung in den Quartieren fortgesetzt hat.

Warum ist ein neues IEK notwendig?

Auf Grundlage des IEK konnten sowohl auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein als auch in den umliegenden Stadtteilen wichtige Projekte angestoßen und umgesetzt werden. So schreitet derzeit die Neugestaltung des Barbarossaplatzes in Stoppenberg voran – ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Stadtteils. 2026 wurde außerdem auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein ein Denkmalpfad eröffnet.

Der bisherige Förderprozess läuft in Kürze aus. Im September 2025 wurde letztmalig ein Städtebauförderantrag auf Grundlage des bisherigen Fördergebiets und des IEK von 2020 gestellt.

Damit das UNESCO-Welterbe Zollverein und sein direktes Umfeld auch weiterhin zukunftsfähig bleiben, wurde ein neues IEK durch das Amt für Stadtplanung und -entwicklung in Kooperation mit der Stiftung Zollverein entwickelt. Auch Bürger*innen wurden an der Erarbeitung beteiligt, beispielsweise im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Kokskohlenbunker auf dem Zechengelände.

Wie sieht das neue IEK aus?

Im neuen IEK spielt das UNESCO-Welterbe Zollverein nach wie vor eine zentrale Rolle. Städtische Maßnahmen werden rund um das Zechengelände angesiedelt. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) des Landes Nordrhein-Westfalen und die Bezirksregierung Düsseldorf haben die Perspektive für einen Verbleib von Zollverein und seinem Umfeld im Förderprogramm "Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten" bereits positiv bewertet.

Welche Maßnahmen sollen umgesetzt werden?

Es gibt einen Unterschied zum früheren Entwicklungskonzept: Aufgrund der Städtebauförderrichtlinie Nordrhein-Westfalen 2023 umfasst das neue Fördergebiet nicht mehr den gesamten Stadtbezirk VI, sondern ein kleineres Gebiet rund um das UNESCO-Welterbe Zollverein. Maßnahmen, die in das neue IEK aufgenommen werden, müssen innerhalb von zehn Jahren verbindlich umgesetzt werden.

Geplant sind fünf Maßnahmen auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein:

  • Errichtung eines Schutzdaches im Bereich der Koksofenbatterie (erster Bauabschnitt)
  • Koksofenbatterie: Instandsetzung und Herrichtung der Koksofenbatterie (erster Bauabschnitt)
  • Erhaltungskonzept Maschinen
  • Instandsetzung Bandbrücke Tiefbunker
  • Instandsetzung Bandbrücken Rückführung

Im Zollverein-Umfeld will die Stadt Essen elf Maßnahmen umsetzen. Bereits aus vorherigen IEKs bekannte Maßnahmen:

  • Hof- und Fassadenprogramm (Förderung von Hof- und Fassadengestaltungen)
  • Verfügungsfonds (Förderung von bürgergetragenen Projekten)
  • Öffentlichkeitsarbeit; diese umfasst unter anderem das Projekt "Siedlungskultur hautnah" (Bewohner*innen und Gäste sollen für das historische Erbe der Werkssiedlung sensibilisiert werden; die Entstehungsgeschichte und der historische Alltag in den Siedlungen soll außerdem analog und digital erlebbar gemacht werden)

Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Neugestaltung des Katernberger Marktes unter Beteiligung der Bürgerschaft; darunter eine grün-blaue Gestaltung; soziale Problemstellungen, beispielsweise Vermüllung und Vandalismus, sollen bei der Gestaltung ebenfalls berücksichtigt werden
  • Einrichtung eines planerischen Quartiersmanagement inklusive Stadtteilbüro, welches die Maßnahmen des IEKs begleitet (als Ergänzung zu den Strukturen des "Essener Modells des Quartiersmanagements")

Weitere Maßnahmen:

  • Denkmalgerechte Aufwertung des Stadtparks Am Hallo
  • Schulhofgestaltungen an der Glückauf Schule und der Zollverein Realschule
  • Gestaltung des Außengeländes der Freie Schule Essen e.V.
  • Stadtteilarchitektenberatung für Eigentümer*innen (vor allem Beratung zum Hof- und Fassadenprogramm)
  • Evaluation zum Abschluss des IEKs

Wie geht es weiter?

In den kommenden Wochen wird das das neue Integrierte Entwicklungskonzept in verschiedenen Gremien besprochen. Der entsprechende Ratsbeschluss ist für den 18. November 2026 geplant. Interessierte finden weitere Informationen in der Vorlage 1460/2026/7 .

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