© Jochen Tack

Essener Aussichten

Im Jahr der Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017 entstanden an zahlreichen Orten im gesamten Stadtgebiet 32 Aussichtpunkte, die eine hervorragende Sicht über die grüne Stadt bieten.

Die Essener Aussichten von Norden nach Süden

Halde Matthias Stinnes
Karnaper Straße, Karnap
Ganz im Norden von Karnap befindet sich ein Ausläufer der Gladbecker Haldenlandschaft: Die Stinneshalde ist die kleinste Halde des Braucker Haldenprofils. Dennoch hat sie Einiges zu bieten. An der östlichen Sichtschneise gibt sie den Blick frei auf den Förderturm der ehemaligen Zeche Nordstern – und den 23 Tonnen schweren Herkules des Künstlers Markus Lüpertz. Südlich unterhalb der Halde steht das Müllheizkraftwerk mit seinen Schloten und Kühltürmen. Im Westen liegt die Bottroper Kokerei Prosper.

Schurenbachhalde
Emscherstraße, Altenessen-Nord
Ein Aussichtspunkt der Extraklasse ist die Schurenbachhalde, die größte Halde der Stadt. Mit ihrem 360-Grad-Rundblick ermöglicht sie einen grandiosen Ausblick. Richtung Süden blickt man auf die Skyline der Essener Innenstadt. Das Essener Rathaus, der RWE-Turm, das höchste Gebäude Essens, das ThyssenKrupp-Haupthaus und der Fernsehturm lassen sich gut von der Halde aus ausmachen. Auch das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein ist von hier aus zu sehen. Im Norden fällt Bottrop mit der Kokerei Prosper, der Skihalle und dem Tetraeder ins Auge. Weiter in Richtung Osten blickt man auf Gelsenkirchen. Dort zu sehen: die Veltins-Arena, Heimat von Schalke 04, und der Nordsternpark mit dem „Herkules“ des Künstlers Markus Lüpertz auf dem ehemaligen Förderturm der Zeche Nordstern. Auf dem höchsten Punkt der Halde steht die „Bramme für das Ruhrgebiet“ des amerikanischen Künstlers Richard Serra.

Grünanlage Münstermannstraße
Eggebrechtstraße, Gerschede
Die Grünanlage an der Münstermannstraße im Stadtteil Gerschede ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Vom Aussichtspunkt in 84 Metern Höhe blickt man weit in das Emschertal mit seinen zahlreichen Industrieanlagen. Ins Auge fallen die Zeche Prosper II mit dem Malakowturm und das Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock. Im Norden schließt sich der Stadtteil Dellwig mit der katholischen Kirche Sankt Michael an. Östlich des Aussichtspunkts liegt der S-Bahnhof Essen-Gerschede.

Volkspark Phoenixhalde
Hafenstraße/Bottroper Straße, Bochold
Südlich des Volksparks befand sich im 19. Jahrhundert die Phönix Eisenhütte, die der Halde ihren Namen gab. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg errichtete die Firma Krupp in diesem Stadtteil das größte Hüttenwerk Europas mit der größten Schmiedepresse der Welt. Die Anlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg demontiert.

Mechtenberg Bismarckturm
Am Mechtenberg, Kray
Die letzten Eiszeitgletscher hinterließen bei ihrem Rückzug den Mechtenberg im heutigen Dreistädteeck Gelsenkirchen-Bochum-Essen. Im Jahr 1900 wurde hier einer von weltweit etwa 240 Bismarcktürmen errichtet. Vom westlichen Aussichtspunkt blickt man von den Wassertürmen Isinger Feld über Essen-Kray bis hin zur Zeche Zollverein. Vom Standort im Osten sind die Schalker Veltins-Arena und der Fernmeldeturm Gelsenkirchen zu sehen. Daneben erhebt sich die Halde Hoheward mit ihrem Horizontobservatorium, eine Art modernes Stonehenge, das astronomische Beobachtungen ermöglicht. Der Blick geht weiter über den Schornstein des Kraftwerks Herne bis zur Halde Rheinelbe mit der Himmelstreppe. Nächste Horizontmarken sind das Stadion in Bochum-Wattenscheid, die Zeche Holland und das Bergbaumuseum Bochum. Der große Kirchturm gehört zur katholischen Kirche Sankt Johann Baptist, der kleine zur evangelischen Friedenskirche Wattenscheid. Im Süden sieht man die Gebäude von ThyssenKrupp Bochum.

Gewerbepark M1
Bäuminghausstraße oder Hövelstraße, Altenessen-Nord
Dieser Aussichtspunkt liegt auf der alten Schienenanlage, die in den Rangierbahnhof der Kruppwerke 1 führte. Er bietet einen guten Blick über das ehemalige Kruppgelände mit seinem Hafenanschluss im Norden. Heute befindet sich hier ein neuer Gewerbepark. Im Nordwesten fällt der Blick auf den blau-weiß gestreiften Schornstein und die blauen Lagertürme der Trimet, einer der letzten Großindustrie-Betriebe Essens. Die Windkraftanlage wurde Anfang 2016 von der Emschergenossenschaft in Betrieb genommen. Sie dient der Deckung des Eigenbedarfs der Bottroper Kläranlage. Die benachbarten Schlote gehören zur Kokerei Prosper in Bottrop mit der gut sichtbaren Halde, auf der sich die begehbare Landmarke Tetraeder befindet. Der weiße Schornstein westlich – mit 200 Metern Höhe das höchste Bauwerk in Essen – ist Teil des Müllheizkraftwerks Essen-Karnap.

Friedhof am Hallo
Langemarckstraße, Schonnebeck
Über die Langemarckstraße erreicht man den Friedhof, der auf einer natürlichen Erhebung liegt und eine schöne Panoramasicht auf den Essener Norden bietet. Zuerst fällt das SANAA-Gebäude ins Auge. Der preisgekrönte Kubus beherbergt die Folkwang Universität der Künste. Im direkten Umfeld ragen die Landmarken des Welterbes Zollverein empor. Wandert man den kleinen Fußweg bergab, öffnet sich das Blickfeld und die Sicht wird frei auf die Ruhr Oel-Raffinerie in Gelsenkirchen und die 202 Meter hohe Halde Oberscholven. Auch die Zeche Nordstern mit dem Herkules des Künstlers Markus Lüpertz kann man von hier aus sehen. Südwestlich befinden sich die Kirchturmspitzen der Pfarrkirche Sankt Nikolaus und der evangelischen Thomas Kirche.

Aussichtspunkt am Hallo
Wallmannaue/Ernestinenstraße, Stoppenberg
Von diesem Aussichtspunkt aus genießt man ein wunderschönes Panorama des Essener Nordens. Die beiden denkmalgeschützten Kirchtürme im Westen gehören zur katholischen Pfarrkirche Sankt Nikolaus in Essen-Stoppenberg. Ebenfalls zu sehen sind hier die Stiftskirche Maria in der Not auf dem Kapitelberg und der Turm der evangelischen Thomas-Kirche. Direkt daneben kann man den blau-weißen Schornstein der Firma Trimet erkennen. Die sechs Schornsteine im Norden gehören zur Kokerei der Zeche Zollverein. Sie war von 1861 bis 1993 aktiv und zählte zu den modernsten Kokereien Europas. Außerdem zu sehen: Schacht 12 der Zeche Zollverein und die Bergehalde Bullmannaue. Der Industriekomplex wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. In der Ferne befinden sich die Ruhr Oel-Raffinerie in Gelsenkirchen und die 202 Meter hohe Halde Oberscholven mit ihren zwei Windrädern. Östlich liegt die natürliche Erhebung Hallo mit ihren Park- und Friedhofsanlagen, südöstlich befindet sich die ehemalige Schachtanlage Zeche Friedrich Ernestine, heute ein Gewerbegebiet.

Hangetal
Hangetal, Stoppernberg
Der Bergrücken am Hangetal entstand durch Aufschüttung und wurde später mit Bäumen bepflanzt. Von hier aus öffnet sich der Blick über die Brücke der Herzogstraße auf die Essener Innenstadt. Im Süden sticht der Evonik-Gebäudekomplex hervor. Im Zentrum ist das Rathaus zu sehen, dahinter der Fernsehturm. Weiter nördlich steht der Glockenturm der Kreuzeskirche. Sie wurde 1896 erbaut und im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff zerstört. Ihr Wiederaufbau wurde 1953 vollendet. Zwei Jahre später wurde die ebenfalls zerstörte Kirche Sankt Gertrud neu eröffnet, allerdings in veränderter Gestalt.

Niederfeldsee / Alter Brückenkopf Niederfeldstraße und Grieperstraße
Uferpromenade/Niederfeldstraße und Griepenstraße, Altendorf
Wo einst die Rheinische Bahn über den Bahndamm ratterte, trifft man heute auf ein Idyll: den künstlich angelegten Niederfeldsee. Mit einer Fläche von 2,2 Hektar und bis zu fünf Metern Wassertiefe dient er seit 2014 als beliebtes Naherholungsgebiet. Gespeist wird der See über eine Grundwasserförderung und durch Regenwasserabkopplung benachbarter Dachflächen. An der Uferpromenade entstanden neue Wohngebäude. Über den Niederfeldsee spannt sich eine neue circa 50 Meter lange Brücke. Der rot gestrichene Stahlrahmen in der Mitte markiert einen Sitzplatz. Die alten Brückenköpfe wurden als Aussichtspunkte erhalten, von hier aus hat man einen guten Blick über den gesamten See und die Uferpromenade. Im Westen schaut man über die Kleingartenanlage Essen Altendorf hinweg auf den Stadtteil Bochold. Zukünftig wird der heutige Radweg "Rheinische Bahn" Teil des Radschnellwegs Ruhr RS1 sein.

Krupp-Park Nord
Berthold-Beitz-Boulevard, Westviertel
230 Hektar umfasste einst das Gelände der Kruppschen Gussstahlfabrik im Essener Westen. Im Rahmen des Städtebau-Projekts Krupp-Gürtel wurde das gesamte Gebiet neu gestaltet. So entstand der 22 Hektar große Krupp-Park Nord mit See, Spielplätzen, Sportanlagen und einem Aussichtsplateau. Nördlich wird der Park von der Pferdebahnstraße begrenzt. Dahinter ragt das Fördergerüst der 1966 stillgelegten Zeche Amalie in den Himmel. Im Osten fällt der Blick auf das ThyssenKrupp Quartier, die ab 2008 neu errichtete Zentrale des Konzerns. Das Regenwasser von den Dächern der Gebäude speist den See im Park, von dort fließt es weiter zum Borbecker Mühlenbach. Im Süden – jenseits der Altendorfer Straße – entsteht derzeit der Krupp-Park Süd (rund 10 Hektar). Dieser wird vorrangig als Waldfläche und mit einer Sportanlage ausgebaut. Westlich davon liegt der Stadtteil Altendorf.

Heißener Straße / Brausewindhang
Heißener Straße, Schönebeck
Unweit der Grünanlage Schönebecker Höhe befindet sich dieser Aussichtspunkt, der eine Panorama-Aussicht auf das Essener Stadtzentrum bietet. Der Blick geht an dem nördlich gelegenen Naturschutzgebiet Kamptal vorbei in Richtung Innenstadt mit Rathaus, RWE-Turm und Fernsehturm. Beinahe auf einer Linie in Richtung Ostsüdost liegen die Türme dreier Kirchen: vorne Sankt Elisabeth, dahinter die Apostelkirche, in der Ferne schließlich Sankt Mariä Empfängnis.

Steeler Stadtgarten
Schnütgenstraße, Steele
Rund 40 Meter oberhalb der Ruhr lädt der historische Stadtgarten Steele auf 4,2 Hektar Fläche zum Spazieren und Entspannen ein – und natürlich zum Ausblick auf das Ruhrtal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite befindet sich der Stadtteil Überruhr-Hinsel mit seinem Haus unterm Regenbogen, einer Einrichtung für betreutes Wohnen am Gewalterberg. Flussabwärts ist das Spillenburger Wehr zu sehen. In dem 204 Hektar großen Trinkwassergebiet werden jährlich 50 Millionen Kubikmeter Wasser gewonnen. Das hellblaue Schwimmbecken unterhalb des Stadtgartens gehört zum Schwimmverein Steele 11, der hier seit 1911 zum Schwimmen und Baden einlädt.

Fünfkirchenblick
Fünfkirchenblick, Bergerhausen
Die Ruhraue wird geprägt von den großen Filterbecken für die Essener Wassergewinnung und das Spillenburger Wehr unterhalb dieses Aussichtspunkts. Im 18. und 19. Jahrhundert zogen auf der Ruhr die Kohlenkähne ihre Bahnen. Später verlagerte man den Kohlentransport auf die Schiene. Auf der heute stillgelegten Eisenbahnstrecke mit ihren Brücken verläuft der Radweg "Grugatrasse" von Steele über Rüttenscheid bis nach Mülheim-Heißen. Von den fünf Kirchen hat man heute von hier aus nur noch die Kirche Sankt Joseph im westlich gelegenen Stadtteil Horst im Blick. Im Südosten fällt das "Haus unterm Regenbogen" auf, eine Einrichtung für betreutes Wohnen am Gewalterberg in Überruhr-Hinsel. Weit hinten im Ruhrtal sind die Zeche Heinrich in Überruhr-Holthausen und der Wasserturm im Stadtteil Byfang zu sehen, ein weiterer beliebter Aussichtspunkt.

Ruhrblick
Heuweg, Überruhr-Hinsel
Der Aussichtspunkt bietet einen weiten Blick auf den Essener Stadtteil Horst im Osten. Der Kirchturm von Sankt Joseph sticht deutlich hervor. Einen großen Teil der Ruhraue nimmt das Wasserwerk mit seinen Wassergewinnungsanlagen ein. Im Rahmen des Kunstpfads Ruhr wurde hier einer der Strommasten mit bunten transparenten Flächen versehen – ein beliebtes Fotomotiv. Direkt unterhalb des Aussichtspunkts befindet sich eine vollständig erhaltene Bogenbrücke aus Bruchstein, die den Eingang zum einstigen Holteyer Schutzhafen markiert. Heute wird die denkmalgeschützte Hafenanlage von Paddlern und Anglern genutzt. Über die Brücke führt der Leinpfad, der heute Teil des RuhrtalRadwegs zwischen Winterberg und Duisburg ist.

Beekmannstraße / Scheidtstraße
Beekmannstraße/Scheidtstraße, Fulerum
Ist man noch in der Stadt oder schon auf dem Land? Beides: Fulerum gehört mit seinen landwirtschaftlichen Flächen und dem großen Südwestfriedhof zu den grünsten Stadtteilen Essens. Der Aussichtspunkt bietet einen Blick auf den Norden der Stadt und weit darüber hinaus. Im Vordergrund ist das Hochhaus des Rhein-Ruhr Zentrums zu sehen, weiter hinten das Gelände der Aluminiumfabrik Trimet mit ihrem 185 Meter hohen Schornstein und Lagertürmen. Bei guter Sicht reicht der Blick bis nach Bottrop. Hier wurde 1995 auf der Halde Beckstraße das Tetraeder errichtet.

Charlottenstraße
Charlottenstraße 56/58, Burgaltendorf
Von diesem Aussichtspunkt blickt man in das weiträumige Ruhrtal mit seinen zahlreichen Bassins, die der Wassergewinnung dienen. Am Ufer gegenüber liegt der Stadtteil Horst. Unten am Fluss ist das Wasserkraftwerk Horster Mühle mit seinem großen Schornstein zu sehen, einem Relikt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Weiter östlich ist die Villa Vogelsang mit ihren zwei markanten Ecktürmen zu sehen. Heute empfängt hier das Linuxhotel Gäste. Weiter Richtung Osten wacht das Haus Horst an der Stelle einer ehemaligen Furt über die Ruhr – so zumindest lautet eine mögliche Funktion des mittelalterlichen Bauwerks der Herren Horst, deren Linie um 1400 ausstarb.

Kirchstraße
Kirchstraße, Burgaltendorf
Burgaltendorf gehört zu den südlichen Essener Stadtteilen mit ländlichem Charakter. Der Stadtteil in der Mitte der Ruhrhalbinsel besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Feldern und Waldgebieten. Blickt man vom Aussichtspunkt aus in Richtung Nordnordost, erkennt man die Herz-Jesu-Kirche, eine Basilika, die 1900 im romanischen Stil erbaut wurde. Im Osten befindet sich die Ruine der Burg Altendorf aus dem 12. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert konnten die Reste der Bausubstanz gesichert werden. Heute ist man stolz auf das Wahrzeichen und freut sich über Besucher. Von Mitte April bis Mitte Oktober können im Rahmen von Führungen auch der Wohnturm und die Aussichtsplattform besichtigt werden.

Korte Klippe
Heisinger Straße, Heisingen
Namenspatron für diesen Aussichtspunkt ist Rudolf Korte, der von 1921 bis 1938 als Gartenbaudirektor der Stadt Essen wirkte. Korte verantwortete unter anderem die Gestaltung des Botanischen Gartens, Vorläufer des heutigen Grugaparks. Ein Gedenkstein auf der Korte Klippe erinnert an den Gartenkünstler. Von hier aus blickt man über den Baldeneysee. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Fischlaker Mark, ein Stück flussaufwärts sieht man das Haus Scheppen. Das denkmalgeschützte Anwesen wurde teils konserviert, teils wieder aufgebaut und beherbergt heute ein Restaurant. Am Wochenende wird es hier schon mal etwas lauter, denn das Haus Scheppen ist ein beliebter Biker-Treff. In Richtung Südosten reicht der Blick weit ins Bergische Land mit dem Sendemast Langenberg.

Freiherr-vom-Stein-Straße
Freiherr-vom-Stein-Straße, Bredeney
Südwestlich dieses Aussichtspunkts ließ Graf Adolf I. von der Mark 1226 ein Haus errichten – den Vorgänger des heutigen Schlosses Baldeney, das dem Stausee seinen Namen gab. Die Sandflächen weiter westlich gehören zum Gelände des Seaside Beach Baldeney. 2017 wurde der See nach vielen Jahren wieder als Badegewässer freigegeben. Jenseits des Sees liegt der Essener Stadtteil Fischlaken. Gleich drei Landschaftsschutzgebiete grenzen hier aneinander und ergeben gemeinsam ein eindrucksvolles Bild einer jahrhundertealten Kulturlandschaft. Im Westen sieht man das große Stauwehr mit der Wasserkraftanlage.

Friedhof Werden II
Huffmannstraße, Werden
Vom Aussichtspunkt am Friedhof Werden II blickt man über den Baldeneysee auf die herrschaftliche Villa Hügel. Der Industrielle Alfred Krupp ließ sie von 1870 bis 1873 nach eigenen Plänen errichten. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bewohnte die Familie Krupp dieses architektonische Unikat mit 269 Räumen und 8.100 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Der umliegende 28 Hektar große Park wurde in den 1950er und 60er Jahren als englischer Landschaftspark umgestaltet. Heute finden in der Villa Ausstellungen und Konzerte statt; viele der Räume und die Historische Ausstellung Krupp können besichtigt werden. Golf, Tennis, Rudern, Segeln, Baden – das Ufergelände unterhalb der Villa ist dem Sport und der Freizeit gewidmet. Als besonders auffällige Landmarke sticht der dreistöckige Regattaturm heraus.

Byfanger Wasserturm
Niederweniger Straße, Byfang
Mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, den weiten Feldern und Waldgebieten zählt Byfang zu den beliebten Ausflugsgebieten für Wanderer und Radfahrer. Auf der höchsten Stelle der Ruhrhalbinsel thront der Wasserturm Byfang. Von hier aus genießt man einen Rundumblick bis weit über das Stadtgebiet hinaus. Im Norden ist die Silhouette des Stadtkerns zu sehen, im Hintergrund erhebt sich das Tetraeder auf der Halde Beckstraße. Etwas weiter östlich erkennt man die Veltins-Arena, das Heimatstadion von Schalke 04. Im Osten fließt die Ruhr in einer großen Schleife um den Stadtteil Hattingen. Landmarke im Süden ist der Turm des Senders Langenberg. Im Westen liegt der Stadtteil Heisingen – ebenfalls von der Ruhr umflossen, die sich hinter der Kurve zum Baldeneysee staut.

Am Schmalscheid
Am Schmalsteig/Zimmermannstraße, Fischlaken
Dieser Aussichtspunkt im etwa 184 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet Fischlaker Mark bietet einen herrlichen Blick auf den Baldeneysee und dem dahinter liegenden Schellenberger Wald. Zwischen den Bäumen grüßen zwei beliebte Ausflugslokale über das Wasser: die Schwarze Lene und das Jagdhaus Schellenberg. 1807 wurde die Schwarze Lene erstmals erwähnt. Ihren Namen verdankt die Sommerwirtschaft der Wirtin Anna Magdalena Bramkamp und deren schwarzem Haar. Das Jagdhaus Schellenberg wurde im Jahr 1836 vom Freiherren Vittinghoff-Schell als Wohngebäude für dessen Waldarbeiter errichtet und später mehrfach aus- und umgebaut.

Heissiwald
Wilhelm-Bernsau-Weg/Anna-Lindner-Weg, Bredeney
Dieser Aussichtspunkt gehört zum Heissiwald, einem beliebten Ausflugsgebiet mit Wildgehege und Gastronomie. Von hier aus blickt man in Richtung Norden auf das mächtige Stauwehr des Baldeneysees. Mit mehr als 42 Metern Länge, einer Stauhöhe von fast neun Metern und einer Schleusenbreite von sechs Metern ist es das größte Wasserkraftwerk seiner Art an der Ruhr. Das Wehr dient außerdem als Fußgängerbrücke. Direkt unter dem Aussichtspunkt liegt die Brehminsel, dahinter erstreckt sich Essen-Werden mit den grünen Kirchturmspitzen von Sankt Lucius, der evangelischen Kirche Werden und der Basilika Sankt Ludgerus.

Buchholz-Hof
Meisenburgstraße, Schuir
Das Landschaftsschutzgebiet Meisenburg und Kettwig-Umstand umfasst eine Fläche von 297 Hektar. Im Westen wird es von Mülheim an der Ruhr begrenzt, im Osten und Süden von den Essener Stadtteilen Bredeney und Kettwig. Unweit der Autobahnabfahrt Essen-Kettwig liegt der Buchholz-Hof mit Hofladen, Reiterhof und Restaurant. Von hier aus geht der Blick ins Weite: Im Westen schlängelt sich das Flüsschen Rossenbeck in seinem natürlichen Verlauf talwärts in Richtung Ruhr. Nördlich seiner Mündung sieht man Mülheim an der Ruhr. Direkt im Norden hat man gute Chancen auf die Sichtung von Luftschiffen, denn sie starten und landen hier vom Flugplatz Essen/Mülheim. Im Osten wird die weite landwirtschaftliche Fläche vom Heissiwald begrenzt, der zum Essener Stadtteil Werden gehört.

Rehmanns Hof
Rehmannshof, Kupferdreh
Auf dem Hochplateau des Phönixbergs stand noch bis 1994 die Ruhrlandkaserne. Nach dem Abzug der Bundeswehr wurde das Areal in ein Wohngebiet umgewandelt, das ehemalige Offizierscasino Rehmannshof zum Hotel. Und statt der Luftwaffe residiert hier heute eine Flugschule. Im Nordosten wandert der Blick über Kupferdreh, Überruhr-Holthausen bis zu den östlichen Stadtteilen Kray und Steele. Bei guter Fernsicht sind westlich davon auch die Kokerei Prosper in Bottrop, das Kraftwerk Karnap und die Windkraftanlage der Emschergenossenschaft zu erkennen. Direkt nördlich befindet sich der Essener Stadtteil Heisingen mit der katholischen Kirche Sankt Georg. Am Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen beginnt sich die Ruhr gen Westen zum Baldeneysee zu stauen. Dessen Nordufer krönt die Villa Hügel.

Kettwiger Stadtwald
An der Nittlau, Kettwig
Nördlich des Aussichtspunkts am Bilstein führt der Waldweg am Friedhof vorbei in den Kettwiger Stadtwald. Der Weg wird gesäumt von zahlreichen Informationstafeln, die jeweils einen "Baum des Jahres" der vergangenen Jahrzehnte vorstellen. Nach wenigen Fußminuten erreicht man diesen Aussichtspunkt, der in Richtung Osten einen weiten Blick auf das Ruhrtal bietet – bis hin zum Stadtteil Werden. Links am Ufer verläuft der ehemalige Leinpfad, der heute als Radweg dient. Unten am Fluss sind im Vordergrund Tennisplätze zu sehen, die Grünflächen am anderen Ufer gehören zum Golfclub Haus Oefte.

Am Bilstein
Am Bilstein, Kettwig
Von Kettwig aus geht es eine kurze Strecke steil hinauf zu diesem Aussichtspunkt mit Panoramablick ins Ruhrtal. Am gegenüberliegenden Ufer befindet sich einer der ältesten Herrensitze der Region, das Schloss Oefte. Das Anwesen steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Umrahmt wird das Ensemble von der weiträumigen Anlage des Golfclubs Haus Oefte. Im Osten werden die Baumwipfel von der Ruhrlandklinik überragt, einem Krankenhaus des Universitätsklinikums Essen, das sich auf die Behandlung von Lungenleiden spezialisiert hat. Weiter vorne auf einem Bergrücken sind das Forsthaus Waldfried und der Hessenhof zu sehen. Am Horizont verläuft eine gewaltige Hochspannungsleitung, die im Süden bis Düsseldorf führt.

Aussichtspunkt auf dem Pasberg
Werdener Straße, Kettwig
Am Fuß des Pasbergs umfließt die Ruhr den Stadtteil Kettwig und weitet sich aufgrund der Schleuse mit Wasserkraftwerk im Westen zum Stausee. Am Flussufer verläuft der Leinpfad, ein ehemaliger Treidelpfad, der heute als Radweg dient. Vom Aussichtspunkt aus erkennt man deutlich den terrassenförmigen Aufbau Kettwigs, das dank seiner Südwest-Lage von der Sonne verwöhnt wird. Kettwig war im Zweiten Weltkrieg kein Ziel von Luftangriffen, und so blieb die Altstadt mit Marktkirche, Tuchfabrik und Parlament zum großen Teil erhalten. In der Ferne überspannt die Mintarder Ruhrtalbrücke in bis zu 65 Metern Höhe über der Ruhr das Tal. Sie wurde erbaut von 1963 bis 1966 und ist mit ihren 1.830 Metern die längste stählerne Straßenbrücke Deutschlands.

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