Bürgerengagement im Wald

Plant-for-the-Planet

Siebzig Kinder der Plant-for-the-Planet Klimabotschafter-Akademie setzten am 9.11.2019 gemeinsam mit dem Fachbereich Grün und Gruga der Stadt Essen ein eindrucksvolles Zeichen für den Klimaschutz. Sie pflanzten 230 Weißtannen am Waldpark an der Schillerwiese in Essen-Stadtwald für den Schutz unseres Planeten. Die Weißtanne eignet sich für zu erwartende Klimaveränderungen besonders und ist ein immergrüner tief wurzelnder Immissionsfilter.

Hintergrund: Das Projekt Plant-for-the-Planet (übersetzt: Pflanzen für den Planeten) setzt sich für das Bewusstsein bei Kindern und Erwachsenen für globale Gerechtigkeit und den Klimawandel durch Baumpflanzaktionen ein.

Das Motto der Initiative Plant-for-the-Planet lautet: "Wir pflanzen Bäume für eine bessere Welt. Hilf uns Kindern, unsere Zukunft zu retten."

Pflanzung von Waldbäumen durch Bürgerinitiativen nach "Ela"

Ein Ergebnis des Bürgerbeteiligungsprozesses ist die kleinflächige Pflanzung von jungen Waldbäumen auf besonders durch den Orkan "Ela" (2014) geschädigten Waldflächen. In den Wochen und Monaten nach dem verheerenden Sturm fanden sich Bürgerinitiativen und einzelne Bürgerinnen und Bürger, die Spendengelder für Bäume sammelten und sogar selbst unter Anleitung von Grün und Gruga die Pflanzungen im Wald durchführten.

Dank des großen Engagements der Bürgerschaft Heisingen, der Bürgerinitiative Waldfreunde – Unser Wald Kellermannsbusch und Sundernholz, Rotaract Essen sowie der Kreisjägerschaft Essen konnten seit Frühjahr 2016 einige der schwer verwüsteten Sturmflächen mit jungen heimischen und standortgerechten Waldbäumen aufgeforstet werden. So wurden beispielsweise einzelne Flächen im Sundernholz und an der Korte Klippe im Schellenberger Wald und im Stadtwald Kettwig dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung der Initiativen neu bepflanzt.

Hintergrund

Einige Waldbereiche wiesen nach dem Orkan derart starke Sturmschäden auf, dass aufgrund des schnellen Aufkommens von verdämmender Vegetation (wie Brombeere oder Brennnessel) oder Neophyten (gebietsfremde Pflanzen) mittelfristig keine neue Waldgeneration aufkommen konnte. Gepflanzt wurden hauptsächlich Traubeneichen, Winterlinden sowie weitere heimische Mischbaumarten. Hierbei handelt es sich um Waldbaumarten, die sich zum einen von alleine nur schwer selbst im Wald etablieren und zum anderen mit den prognostizierten klimatischen Änderungen durch den Klimawandel eine Zukunft im Essener Wald haben.

Diese Baumarten bereichern nun unsere Waldflächen im Sinne des im Bürgerbeteiligungsprozess (2015) gefassten Grundsatzes neben dem vorrangigen Nutzen der natürlichen Verjüngung (in Essen hauptsächlich Rotbuche und Bergahorn) auch das Mischwaldprinzip zu nutzen und standortheimische Baumarten zu fördern, um den Wald im Klimawandel anpassungsfähig zu halten.

Grün und Gruga dankt allen Spendern und tatkräftigen Unterstützern für ihr Engagement.

Stammbaumpflanzung

Seit 1999 findet jährlich eine Stammbaumpflanzung statt. Mittlerweile sind dadurch Streuobstwiesen im ganzen Stadtgebiet von Essen neu entstanden. Das Projekt wird von Grün und Gruga und dem Jugendamt durchgeführt. Ermöglicht werden die Baumpflanzungen durch die finanzielle Unterstützung der Van-Eupen-Stiftung.

Hintergrund:
Viele Kinder in Essen finden in einer Pflegefamilie ihr Zuhause. Die Pflegeeltern geben ihnen die Möglichkeit Vertrauen in sich und ihre neue Familie zu entwickeln. Wie sich ein gepflanzter Baum in der Erde verwurzelt, so können die Kinder Wurzeln in ihrer Pflegefamilie schlagen. Ebenso wie gepflanzte Bäume benötigen die Kinder Fürsorge und Pflege. Bei der symbolischen Stammbaumpflanzung pflanzen die Kinder mit ihren Pflegeeltern gemeinsam einen Obstbaum. Gepflanzt werden hochstämmige alte Obstsorten. Die Bäume stehen mehrere Meter voneinander entfernt, damit sie genug Platz eine große Krone zu bilden und in ein paar Früchte zu bilden, die von den Kindern und den Pflegefamilien gemeinsam geerntet werden.

Hochzeitswäldchen Schönebeck

Im Rahmen einer Hochzeit, Konfirmation, Kommunion oder eines Jubiläums einen Baum pflanzen kann man auf Initiative des Ratsherrn Diekmann im Bezirk 4 im Kamptal Schönebeck. Ein Teil der Fläche einer Erstaufforstung wird genutzt, um einmal im Jahr im Rahmen einer organisierten Pflanzaktion einen Waldbaum zu pflanzen. Mittlerweile sind so ca. 120 Bäume gepflanzt worden, die zukünftig einen neuen Wald bilden.

Waldlehrpfad Baum des Jahres in Essen-Kettwig

Bereits seit 1989 wird jährlich ein "Baum des Jahres" von der „BAUM DES JAHRES – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ gekürt und durch deren Fachbeirat, das „Kuratorium Baum des Jahres“, für das darauffolgende Jahr bestimmt.

Die Bäume des Jahres ab dem Jahr 1989 bilden den Essener Waldlehrpfad in Kettwig. Schautafeln zu jedem Baum informieren die Waldbesucherinnen und -Besucher über die jeweilige Baumart: Angefangen bei der Stiel-Eiche, die 1989 erster "Baum des Jahres" wurde, bis zum Feld-Ahorn, dem Titelträger des Vorjahres. Die Pflanzung des jeweiligen Baum des Jahres findet alljährlich öffentlich statt. Finanziert werden die Pflanzungen durch die Bezirksvertretung IX.

Visualisierung

Die vorgenannten Porjekte sind in einem Lageplan verzeichnet, der über den folgenden Link aufgerufen werden kann: Lageplan mit Projekten des Bürgerengagements

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