Ergebnisse des Praxisprojektes "Meine Stadt. Mein Wald!"

Im Frühjahr 2015 fanden die Praxisprojekte der Studierenden der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Gelsenkirchen statt.

12 Studierende nahmen sich des Projektes "Meine Stadt. Mein Wald!" an und führten eine von Grün und Gruga initiierte Bürgerbefragung im Wald durch. Nach dem Orkan ELA wollte die Abteilung Waldungen und Baumpflege durch dieses Praxisprojekt untersuchen lassen, wie die Essener Bürgerinnen und Bürger ihren Wald nutzen und welche Erwartungen sie an ihn haben. Die Ergebnisse sollen als Baustein des Bürgerbeteiligungsverfahrens "Dem Essener sein Wald" in ein Konzept für die zukünftige Pflege des Waldes nach „Ela“ einfließen.

Betreut wurde das Projekt durch eine Dozentin der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Projektleiter und Themensteller war Herr Tobias Hartung, Grün und Gruga.

Zustande kam das Praxisprojekt durch einen Aufruf des Fachbereichs Organisation und Personalwirtschaft, der für die Studierenden Projektthemen aus den Fachbereichen suchte. Die Studierenden konnten sich aus einer Vielzahl von Themenstellungen verschiedener Fachbereiche ein Thema aussuchen.

Die Bürgerbefragung

In einem Zeitraum von 10 Wochen sind die Studierenden für das Praxisprojekt freigestellt und stehen dem jeweiligen Fachbereich zur Verfügung, um unter Begleitung eines Dozenten der FH Gelsenkirchen für die Praxis Problemstellungen zu analysieren, Lösungswege zu entwickeln und einen wissenschaftlich fundierten aber auch praxisgerechten Entscheidungsvorschlag zu erarbeiten.

Die Befragung der Essener Bürgerinnen und Bürger fand innerhalb des Projektzeitraumes an 10 Tagen innerhalb des Essener Stadtwaldes statt. Mit einem selbstständig erarbeiteten Fragebogen befragten die 12 Studierenden an 24 Interviewstandorten im ganzen Stadtgebiet verteilt insgesamt 944 Personen.

Heraus kam eine repräsentative Umfrage, die Rückschlüsse über das Nutzungsverhalten der Essener Bürgerinnen und Bürger gibt. Beispielsweise stellte die Befragung fest, dass mehrheitlich Frauen (54%) den Essener Wald besuchen. Die meisten Befragten waren zwischen 41 und 60 Jahre alt und nutzen den Wald täglich (48%) oder wöchentlich (35%).

Gründe für den Waldbesuch sind meist das Spaziergehen, den Hund ausführen oder der Sport.

Ergebnisse

Die Studie brachte zutage, dass die Essener Bürgerinnen und Bürger positive Assoziationen mit ihrem Wald haben. Naturerlebnis, Bäume in Verbindung mit Erholung und Entspannung stehen deutlich im Vordergrund. Insgesamt fühlen sich die Essener sicher im Wald und sehen eher Gefahr durch Ast- oder Baumbruch als durch Unfälle mit anderen Nutzern oder gefährlichen Tieren oder Pflanzen.

Eine Mehrheit der Essener Bürgerinnen und Bürgern wünscht sich, dass die durch Orkan ELA zerstörten Bäume genutzt werden und der Essener Wald wieder aufgeforstet wird.

83% wünschen sich eine regelmäßige Waldpflege.

Auf die Frage nach ihrem möglichen Wunschwald bevorzugen die meisten einen Mischwald, also einen Wald aus mehreren Baumarten. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Essener einen hellen Wald mit Lichtungen einem dunklen Wald vorziehen.

Als störend werden der Müll im Wald und freilaufende Hunde angesehen. Vermisst hingegen werden Mülleimer und Bänke im Wald.

Verständnis haben die Bürgerinnen und Bürger für ein Betretungsverbot von Naturschutzgebieten im Wald (91%).

Auf die Frage nach einer möglichen Resistenz des Essener Waldes gegen den Klimawandel konnten die Befragten keine Angaben machen.

Die Autorinnen und Autoren der Studie sind: Veit Saager, Tobias Holtkamp, Laura von der Heyde, Carlo Schmidt, Marcel Majnaric, Andreas Pachura, Jordi Barrera Alcalde, Kemal Tekin, Alexander Roderig, Niels Flor, Yvonne Salm, Sophia Kock.

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung fließen nun in den Bürgerbeteiligungsprozess "Dem Essener sein Wald" und sollen Bestandteil eines Leitfaden für die zukünftige Waldgestaltung durch Grün und Gruga sein.

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