Wettbewerb "Innenstadt­band und Marktkirchen­umfeld"

17 Entwürfe | 3 Preise | 2 Anerkennungen

Wie können die Kettwiger Straße und die Viehofer Straße zukünftig aussehen? Wie kann das Marktkirchenumfeld klimaresilienter und einladender gestaltet werden?

Mit diesen Fragen haben sich 17 Planungsteams im Wettbewerb "Grün-blaues Innenstadtband / Marktkirchenumfeld" auseinandergesetzt und verschiedene Entwürfe zur Neugestaltung der zentralen Innenstadtbereiche erarbeitet.

Die Durchführung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs gewährleistet eine faire, transparente und rechtssichere Vergabe von Planungsleistungen.

Wettbewerbsverfahren nach den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW 2013) folgen klar definierten Regeln und Prinzipien, darunter die Gleichbehandlung aller Teilnehmenden, eine eindeutige Aufgabenstellung, angemessene Preisgelder sowie die Bewertung der Entwürfe durch ein fachlich qualifiziertes Preisgericht. Die am Wettbewerb beteiligten Planungsbüros erarbeiten ihre Entwürfe mit der Perspektive einer späteren Beauftragung. Der ausgewählte Siegerentwurf bildet die Grundlage für die weitere planerische Ausarbeitung und Umsetzung.

1. Preis

Grünes Gold für Essen

Büro: adlerolesch Gmbh, Nürnberg

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Der Entwurf "Grünes Gold für Essen" entwickelt die historische Nord-Süd-Achse der Essener Innenstadt zu einem durchgehenden grün-blauen Band zwischen Hauptbahnhof und Viehofer Platz. Wiederkehrende Gestaltungsmodule gliedern die Abfolge der Straßen und Plätze und verbinden Vegetationsflächen, Baumgruppen, Aufenthaltsbereiche, Sitzgelegenheiten und Wasserelemente miteinander.

Kennzeichnend für den Entwurf ist ein minimalinvasiver Ansatz. Rund 17 Prozent der Fläche werden baulich verändert. Die vorhandenen Beläge aus den 1990er Jahren bleiben überwiegend erhalten und werden durch gezielte Eingriffe ergänzt. Auch die historische Parzellenstruktur der Innenstadt wird in der Gestaltung aufgegriffen. Messingfarbene Elemente nehmen Bezug auf die Geschichte der Stadt und geben den einzelnen Modulen ein wiedererkennbares Erscheinungsbild.

Mit zusätzlichen Gehölzen, begrünten Flächen und beschatteten Aufenthaltsorten reagiert der Entwurf auf die stark versiegelten und im Sommer aufgeheizten Stadträume.

Eine zentrale Rolle übernimmt das Umfeld der Marktkirche. Es wird als "grünes Herz" der Innenstadt mit offenen Wiesenflächen, Baumfeldern und einem Fontänenfeld gestaltet.

Durch die Kombination aus wiederkehrenden Modulen und ortsspezifisch gestalteten Bereichen entsteht eine zusammenhängende Raumfolge, die zugleich auf die unterschiedlichen Nutzungen und historischen Bezüge der Essener Innenstadt reagiert.

2. Preis

Grünes Archipel

Büro: TDB Landschaft Gmbh, Berlin

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Der Entwurf "Grünes Archipel" entwickelt die Essener Innenstadt als zusammenhängenden grün-blauen Freiraum, der die Fußgängerzone und ihre Platzräume über ein Netz aus grünen Inseln, Baumstrukturen und Wasserelementen verbindet. Der bestehende Stadtbelag bleibt weitgehend erhalten und wird gezielt ergänzt, insbesondere im Marktkirchenumfeld, das als zentraler, hochwertiger Stadtraum neu gefasst wird. Ein "grüner Archipel" schafft unterschiedliche Aufenthaltsorte mit Schatten, Spiel und Begegnung und verbessert spürbar das Mikroklima. Regengärten, Verdunstungs- und Versickerungsflächen sowie Retentionsbereiche stärken das Regenwassermanagement. Die Viehofer Straße und der Pferdemarkt werden zu gemeinschaftlichen, grünen Stadträumen weiterentwickelt. Die Platanenhalle und das Marktkirchenumfeld bilden identitätsstiftende Knotenpunkte innerhalb des Freiraumnetzes der nachhaltigen urbanen Innenstadtstruktur entspricht.

3. Preis

Verbinden.Wachsen.Beleben

Büro: arbos landscape Gmbh, Hamburg

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Der Entwurf "Verbinden.Wachsen.Beleben" entwickelt die Essener Innenstadt als blau-grünes Innenstadtband aus modularen Klimainseln, das Kettwiger Straße, Marktkirchenumfeld und Viehofer Straße als zusammenhängende Freiraumachse verbindet. Durch verspringende, punktuell angeordnete Grün- und Aufenthaltsinseln entstehen flexible Stadträume, die Bewegungs- und Aufenthaltszonen ausbalancieren und bestehende Sichtbeziehungen respektieren. Das Marktkirchenumfeld wird als grünes Herz mit Platzintarsie, Wasserflächen, Markt- und Gartenbereichen sowie Lesegarten ausgebildet. Hochbeete aus Ruhrsandstein, klimaresiliente Bepflanzung und versickerungsoffenen Flächen verbessern Mikroklima und Wassermanagement im Sinne der Schwammstadt. Die Viehofer Straße entwickelt sich zum blau-grünen Quartiersband mit Wohn- und Alltagsnutzungen, während der Viehofer Platz als Quartierspark den nördlichen Abschluss bildet.

Anerkennung

Grün-blaues Innenstadtband und Marktkirchenumfeld

Büro: Planorama GmbH, Berlin

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Die zentrale Leitidee des Entwurfs ist ein zusammenhängendes „Grün-Blaues Innenstadtband“, das die wichtigsten Stadträume der Essener Innenstadt funktional, gestalterisch und ökologisch miteinander verbindet. Entlang der Achse vom Willy-Brandt-Platz über die Kettwiger Straße und den Kettwiger Platz bis zum Marktkirchenumfeld entstehen durch zusätzliche Bäume, Retentionsflächen, Wasserelemente und neue Sitz- und Aufenthaltsangebote klimaresiliente und vielseitig nutzbare Freiräume.

Die zentralen Plätze werden dabei als eigenständige, identitätsstiftende Orte weiterentwickelt. Das Marktkirchenumfeld bildet als historischer und kultureller Mittelpunkt den räumlichen Höhepunkt des Konzepts, während der Kettwiger Platz einen grünen, parkartigen Aufenthaltsraum schafft. Bestehende Bäume und Beläge werden möglichst erhalten und gezielt durch hochwertige, langlebige und barrierefreie Maßnahmen ergänzt. Ein dezentrales Regenwassermanagement verbessert zusätzlich die Verschattung, Kühlung und ökologische Qualität. Insgesamt entsteht so eine besser vernetzte, klimaangepasste und lebendige Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Generationen.

Anerkennung

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit

Büro: Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin

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Der Entwurf "Die Wiederentdeckung der Langsamkeit" entwickelt die Essener Innenstadt als grün-blaues, klimaaktives Freiraumband, das Kettwiger Straße, Marktkirchenumfeld und Viehofer Straße zu einer zusammenhängenden, erlebbaren Stadtlandschaft verbindet. Im Mittelpunkt steht die behutsame Weiterentwicklung des Bestands: bestehende Beläge, räumliche Strukturen und prägende Orte werden erhalten und durch gezielte Eingriffe wie zusätzliche Baumsetzungen, Wasserelemente, Nebelstelen und Aufenthaltsinseln ergänzt. Entlang der Achse entsteht eine Abfolge aus Schattenräumen, Spiel-, Aufenthalts- und Kulturorten, die den Stadtraum stärker zum Verweilen als zum Durchqueren einladen. Die Marktkirche bildet dabei die zentrale grüne Mitte mit Wasserspiel, Sitzstufen und Lesebereichen. So entsteht eine entschleunigte, klimaresiliente Innenstadt mit hoher atmosphärischer Dichte und neuer Alltagsqualität.

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