Foto: Chefarzt Dr. Thomas Nowak mit dem Essener Patienten Dieter Weske Chefarzt Dr. Thomas Nowak mit dem Essener Patienten Dieter Weske (Foto: Alfried Krupp Krankenhaus)

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Individuelle Maßanfertigung erspart Nierenwäsche

Schlüssellochtherapie an der Bauchschlagader

18.08.2017

Es war ein Zufallsbefund: Bei einer Operation am Darm stellten die behandelnden Chirurgen im Alfried Krupp Krankenhaus bei Dieter Weske eine erweiterte Bauchschlagader von über sieben Zentimetern fest. So ein großes Bauchaortenaneurysma ist lebensbedrohlich. Bleibt es unbehandelt, kann es platzen und innerhalb weniger Minuten zu inneren Verblutungen führen.

Der Essener hatte diese tickende Zeitbombe in seinem Körper gar nicht bemerkt: "Keine Schmerzen, keine Beschwerden, ich habe wirklich überhaupt nichts gespürt", bestätigt der 73-Jährige.

Das ist typisch für die Erkrankung, von der etwa fünf von hundert Männern über 65 Jahre betroffen sind.

Um dem Patienten eine erneute risikoreiche Bauchoperation zu ersparen, setzte das Ärzteteam im Alfried Krupp Krankenhaus auf eine minimal invasive Behandlungsmethode. Mittels Schlüssellochtechnik wurde Dieter Weske von dem Gefäßspezialisten, Chefarzt Dr. med. Thomas Nowak, eine Stent-Prothese eingesetzt.

In zusammengeklappter Form wird die Prothese, ein kleines ummanteltes Metallgitter - unter Röntgendiagnostik - mit einem Katheter über die Leistenarterie eingebracht und bis zum Aneurysma der Bauchaorta vorgeschoben. Dort entfaltet sich der Stent und schaltet das erkrankte Gefäß aus und verhindert so ein lebensgefährliches Einreißen des Aneurysma.

Maßanfertigung am Computer
Da die Aussackung der Arterie bei Dieter Weske die Nierenarterien mit einbezog, konnten die Ärzte in diesem Fall nicht einfach auf eine normale Standardprothese zurückgreifen. Gemeinsam mit der Herstellerfirma wurde für ihn deshalb mittels einer millimetergenauen Computertomografie eine Prothese mit individueller Passform konzipiert und gefertigt: mit speziellen Aussparungen zum Erhalt seiner Nierenarterien.

Eine Maßanfertigung, die seine Nierenarterien nun dauerhaft schützt und ihm so die drohende Dialyse ersparen konnte.

Dieter Weske ist glücklich. In einigen Tagen kann er nach Hause zu seinen Söhnen und zu der Katze. "Wir entlassen einen Patienten, der sich wieder völlig normal belasten kann. Gartenarbeit, Spaziergänge und Flugreisen sind problemlos möglich. Aufs Fallschirmspringen sollte er jedoch lieber verzichte", lacht Dr. Thomas Nowak und erinnert natürlich daran, dass "ab sofort regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt besonders wichtig seien." Dieter Weske verspricht es.

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