Dr. Irmhild Heckmann: Dr. Irmhild Heckmann, Fotoatelier Peter Geins, Passau

Prof. Dr. Oliver Scheytt Prof. Dr. Oliver Scheytt. Foto: Matthias Duschner

Das Zusammenspiel von Theater, Kunst und Architektur

Irmhild Heckmann und Oliver Scheytt eröffnen Vortragsreihe zum Grillo-Jubiläum. Der Eintritt ist frei, kostenlose Zählkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

06.09.2017

Den 125. Geburtstag des Grillo-Theaters, den das Schauspiel Essen ab September feiern wird, will das Team um Intendant Christian Tombeil auch zum Anlass nehmen, um sich ganz grundsätzlich mit dem Zusammenspiel von Theater, Kunst und Architektur zu beschäftigen. Aus diesem Grund wird es in Kooperation mit dem Bund Deutscher Architekten und dem Essener Forum Kunst & Architektur bis Januar 2018 eine Vortragsreihe geben, in der Fachleute die Entstehung und Geschichte des Grillo-Theaters näher beleuchten und die architekturgeschichtliche Bedeutung des Hauses in einen größeren Zusammenhang stellen werden.

Den Anfang macht am Dienstag, dem 12. September ab 19 Uhr in der Heldenbar Dr. Irmhild Heckmann von der Universität Passau. Ihr Thema lautet: "Theaterbauten im Kaiserreich – von Kiel bis Freiburg im Breisgau, von Rostock bis Essen: Heinrich Seeling (1852-1932) und sein Werk".

Der Berliner Architekt Heinrich Seeling zählt zu den bekanntesten und prägendsten Theaterbauspezialisten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. In vielen nationalen und internationalen Wettbewerben konnte er sich damals gegen namhafte Konkurrenten durchsetzen: So lieferte er Entwürfe für Krefeld, Stockholm, Kiew oder Umbau- und Erweiterungspläne für das Berliner Opernhaus. Zu den 13 von ihm realisierten Theaterneubauten gehört auch das Essener Grillo-Theater, das 1892 eröffnet wurde. Nicht zuletzt durch diesen Neubau wurde Seeling weit über die Grenzen des Deutschen Kaiserreiches hinaus bekannt, und der von ihm geprägte Typus des Drei-Sparten-Hauses beeinflusste die Theaterbaukultur mehr als ein halbes Jahrhundert.
Über die wechselvolle Baugeschichte des Grillo-Theaters hinaus wird Irmhild Heckmann in ihrem Vortrag zudem über den bis dahin nie gekannten und auch nach dem 2. Weltkrieg nie wieder erreichten Theaterbauboom des vorletzten Jahrhunderts sowie das Schicksal dieser Theater nach dem 2. Weltkrieg referieren.

Im zweiten Vortrag am Dienstag, dem 26. September ab 19 Uhr in der Heldenbar geht es mit Professor Oliver Scheytt um das Thema "Kulturimmobilien in Essen – Eine Erzählung vom Wandel zur Kulturmetropole".

"Stadtgeschichte und Stadtidentität lassen sich vor allem an den Gebäuden ablesen, die Kunst und Kultur gewidmet sind", so Scheytt, der von 1993 bis 2009 als Kulturdezernent die Entwicklung der Kulturimmobilien in Essen entscheidend vorangetrieben hat. Essen ist in den letzten 30 Jahren in diesem Bereich einen Weg gegangen wie kaum eine andere Großstadt in Deutschland. So wurde beispielsweise 1988 das Aalto-Theater als einer der schönsten Theaterneubauten nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnet. Dieses Datum markiert auch den Startpunkt für rund 30 Neu- und Umbauten in der kulturellen Infrastruktur, wobei das Weltkulturerbe Zollverein nicht zuletzt durch die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 zum Wahrzeichen der Metropole Ruhr geworden ist. Auch die Riege der Architekten, die beim Um- und Neubau von Kulturimmobilien in Essen ein Zeichen gesetzt haben, hat Weltniveau. In seinem Vortrag wird Scheytt herausragende Persönlichkeiten wie Alvar Aalto, Normen Foster, Rem Koolhaas und David Chipperfield sowie die Sanaa Architects besonders hervorheben. Aber auch die Essener Architektenschaft – exemplarisch Heinrich Böll/Hans Grabe oder Frank Ahlbrecht – wird er in diesem Zusammenhang würdigen.

Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Christian Tombeil (Intendant Schauspiel Essen)
"Das Grillo-Theater im Wandel der Zeit"
Dienstag, 24. Oktober 2017, 19 Uhr, Forum Kunst & Architektur

Peter Brdenk (Architekt BDA Essen)
"Das Grillo-Theater 1950, die Architekten Wilhelm Seidensticker und Johannes Dorsch und die Stadt im Bild der Zeit"
Dienstag, 12. Dezember 2017, 19 Uhr, Grillo-Theater, Heldenbar

Georg Ruhnau (Architekt BDA dwb Essen)
"Werner Ruhnaus Spielräume der Moderne – Das Grillo-Theater 1990"
Dienstag, 30. Januar 2018, 19 Uhr, Grillo-Theater, Heldenbar

Der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, kostenlose Zählkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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