Intendant Christian Tombeil - Portraitfoto eines Mannes Intendant Christian Tombeil (Foto: Albi Fouché)

Tombeil lässt Theater-Geschichte Revue passieren

Vortragsreihe zum Grillo-Jubiläum wird am 24. Oktober im Forum Kunst & Architektur fortgesetzt. Der Eintritt ist frei.

19.10.2017

Über "Das Grillo-Theater im Wandel der Zeit" spricht Schauspielintendant Christian Tombeil am Dienstag, 24. Oktober, ab 19 Uhr im Forum Kunst & Architektur, Kopstadtplatz 12. Dieser Vortrag findet im Rahmen einer Reihe statt, in der sich unterschiedliche Fachleute anlässlich des 125. Geburtstages des Grillo-Theaters mit dem Zusammenspiel von Theater, Kunst und Architektur beschäftigen.

Für Tombeil, der das Schauspiel Essen seit 2010 leitet, liest sich die Geschichte des Grillo-Theaters wie ein Krimi: Von der unerwarteten Ankündigung Friedrich Grillos im Jahre 1887, der Stadt Essen ein Theater stiften zu wollen, über Grillos plötzlichen Tod - er erlebte die Eröffnung des Hauses 1892 nicht mehr, bis zu den immer wieder aufflammenden Ausbau-, aber auch Schließungsplänen für das Haus lagen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt oft sehr nah beieinander. So erlebte das Theater Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre eine Glanzzeit, in der der so genannte "Essener Stil" geprägt wurde: Rudolf Schulz-Dornburg etwa setzte sich neben der Pflege der Klassik auch intensiv für die Moderne ein und brachte unter anderem Werke von Alban Berg, Ernst Krenek, Paul Hindemith, Arnold Schönberg und Igor Strawinsky auf die Bühne. Auch im Ballett war Essen zu dieser Zeit richtungsweisend: Die Choreografie "Der grüne Tisch" von Kurt Joos erlebte hier 1932 ihre Uraufführung. Darüber hinaus realisierten Caspar Neher und Hein Heckroth aufsehenerregende Bühnenbilder, und die vom Dramaturgen Hannes Küpper herausgegebene Haus-Publikation "Der Scheinwerfer" entwickelte sich zu einer renommierten Theaterzeitschrift, in der Theodor W. Adorno, Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Jean Cocteau, Walter Hasenclever, Arnold Zweig und viele andere über alle Bereiche der modernen Kunst schrieben. Daneben gab es aber auch Zeiten, in denen sich das Personenkarussell der Intendanten mit schwindelerregender Geschwindigkeit drehte und Spardebatten an der Tagesordnung waren.

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