"VON WEGEN – Alte Träume und neue Hoffnungen"

Essener Kulturinstitute stellen Programmbroschüre für das 2. Halbjahr ihres Jahresthemas 2018 vor

12.07.2018

Zum fünften Mal haben sich Kultureinrichtungen der Stadt unter der Federführung des Kulturbüros der Stadt zu einem gemeinsamen Thema zusammengefunden. Im Jahr 2018 heißt es: "VON WEGEN – Alte Träume und neue Hoffnungen".

Der von der Bundesregierung beschlossene Ausstieg aus der Kohleförderung setzt der Ära der Montanindustrie ein Ende. Die Frage, ob mit der wirtschaftlichen Veränderung auch ein gesellschaftlicher und kultureller Wandlungsprozess einhergeht, führte zu dem Entschluss, als fünftes Jahresthema der Essener Kultureinrichtungen genau diesen Aspekt mit dem Motto "VON WEGEN – Alte Träume und neue Hoffnungen" zu wählen.

Rund 27 Veranstaltungen umfasst die Programmbroschüre, von der Oper, über Theaterstücke, bis zu Ausstellungen oder Vorträgen. Der Leitgedanke, durch gemeinsame Arbeit ein Thema in seiner Breite und Tiefe, seiner Komplexität besser zu durchdringen, war eine von zwei Motivationen für das gemeinsame Format der Jahresthemen. Die zweite Motivation ist begründet in der Überlegung, dass gemeinsame Arbeit zu fachlichem Austausch und so zu größerer künstlerischer Qualität führt.

Die Geschichte lehrt uns, dass ein wirtschaftlicher Wandel mit einem Wandel in der Gesellschaft einherging. Kann man das in die heutige Zeit übertragen? Das Ende der Kohleförderung wird zum Synonym des wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandels im Ruhrgebiet. Bis zu 600.000 Menschen arbeiteten zu Hochzeiten in den Zechen der Ruhr-Region. Diese Menschen haben auch die Alltagselemente in Kunst und Kultur geprägt. Wie werden sich diese verändern? Wie wird Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert wahrgenommen werden? Auf diese Fragen gehen die Kultureinrichtungen mit ihren Programmbeiträgen ein.

Einen besonderen Stellenwert haben Kooperationsprojekte verschiedener Einrichtungen. Initiiert vom 3D Druckzentrum Ruhr und in Kooperation mit vielen Partnern werden unter dem Titel SPOOKYMENTAL im September unter anderem Workshops angeboten, die auf Ausbildung und Qualifizierung in NEW Media, wie Animation, Serious Gaming, Video Mapping, 3D-printing, u.v.m. aufmerksam machen. Das Projekt fördert die Entwicklung von Kreativität und eigenem subjektiven Ausdrucksvermögen in hohem Maße und trägt zur kulturellen Bildung bei. Das Programm der Essener Kultureinrichtungen und der freien Szene, bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, künstlerische Prozesse nicht nur zu beobachten, sondern auch hautnah zu erfahren und teilweise selbst mitzugestalten.

Ein weiteres Kooperationsprojekt wurde durch das Deutsch-Französischen Kulturzentrum initiiert. Vom 10. September bis 8. November werden Arbeiten einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus Duisburg-Marxloh gezeigt, die in einem Foto-Workshop zusammen mit den Fotografen Hervé Lequeux und des französischen Journalisten Sébastien Deslandes ihren Blick auf den Stadtteil dokumentiert haben. Begonnen hat das Projekt mit der Ausstellung "Une jeunesse française". Zu sehen waren Fotografien von Lequeux und Deslandes, die über fünf Jahre hinweg französische Jugendliche aus verschiedenen städtischen Randgebieten, sogenannten Banlieues, begleitet, fotografiert und interviewt haben.

Weitere Ausstellungen zeigen das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv mit Fotografien von Heinz Josef Klaßen unter dem Titel "Der Rheinische Platz im Umbruch", das Museum Folkwang mit der Ausstellung "Herman Kätelhön; Ideallandschaft: Ruhrgebiet", das Ruhr Museum mit der Sonderausstellung "Josef Stoffels. Steinkohlezechen - Fotografien aus dem Ruhrgebiet" und der Ausstellung "Albert Renger-Patzsch; Die Ruhrgebietsfotografien. Darüber hinaus präsentiert das Ruhr Museum zusammen mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum die Publikumsausstellung "Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte", die noch bis zum 11. November zu sehen ist. Im Forum Kunst und Architektur zeigt der Ruhrländische Künstlerbund ab Anfang November die Ausstellung "Metamorphosen", im Anschluss präsentiert der Werkkreis Bildender Künstler dort das Ausstellungprojekt "Night Light".

Auch das musikalische Programm kommt nicht zu kurz. Unter dem Titel "LOVE LETTERS" präsentiert das Folkwang Kammerorchester zum Saisonauftakt der Reihe "ExtraKlang" einen Abend über die Liebe. "Lieder der Liebe und Kohle" widmen sich auch Komponist, Buchautor und Liedermacher Frank Baier und Gitarrist Wolfram Hochstetter im Oktober in der Zentralbibliothek Essen. Musikalisch gehts auch im November auf Zollverein zu. Stiftung Zollverein und Theater und Philharmonie Essen laden zu mehrmusik "Inspiriation Ruhrpott" ein. An diesem Abend erlebt man das Ruhrgebiet in Tönen und Dönekes.

Auch die Essener Theater sind Bestandteil dieses besonderen Veranstaltungsprogramms. Das Theater der leere raum inszeniert in "Tränen der Heimat", ein Schauspiel von Lutz Hübner. Das Theater TESTH e.V. macht in dem Stück "Spurensuche im 1. Weltkrieg" das Thema "Hoffnung und Leid" von Soldaten zum Thema. Im Oktober feiert dann das Stück "Biografie: Ein Spiel" von Max Frisch im Grillo-Theater Premiere. Ebenfalls im Grillo-Theater kann man sich ab Oktober dann auch das Schauspiel "Der Fall der Götter" ansehen. Dieses basiert auf den Film "Die Verdammten“ von Luchino Visconti aus dem Jahr 1969 und wird von Jan Neuman inszeniert. Ist das Kunst oder kann das Weg? Mit dieser Frage beschäftigt sich Fräulein Vorlaut in der Reihe "Abenteuer Vorlaut" und nimmt Kinder ab 6 Jahren im November mit auf eine lustige Reise in die bunte Welt der Oper.

Neben einer Busexkursion im September zum Ausstellungsprojekt "Kunst & Kohle", lädt die Volkshochschule im November zu einem Vortrag der ehemaligen Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband, ein. Die Autorin und Netzaktivistin beschäftigt sich mit dem Thema "Wahrheit und Lüge im Internet". Ebenfalls im November präsentieren ausgewählte Künsterlinnen und Künstler in unter dem Titel "Atelier" ein gemeinsames Ausstellungs- und Bühnenprogramm auf PACT Zollverein. PACT Zollverein ist unter anderem auch Spielort im Rahmen des internationalen Kunstfestivals Ruhrtriennale. Drei Programmbeträge feiern dort ihre Premiere: Das Schauspiel "The Factory" am 11. August, die Tanzperformances "Black Privilege" am 22. August und Jaguar am 6. September. Weiter Spielorte der Ruhrtriennale sind das Maschinenhaus mit dem Konzertprogramm "MaschinenHausMusik" und das Museum Folkwang, in dem die Video Installation "22 Hours/The Tempest Society" von Ende August bis Mitte Oktober zu sehen ist.

Die Broschüre ist ab sofort in der Touristikzentrale und in den kommenden Tagen auch in den Kultureinrichtungen, Kartenvorverkaufsstellen, Bürgerämtern und vielen anderen Essener Geschäften erhältlich. Als PDF kann die Broschüre auch im Internet unter www.essen.de/jahresthemen abgerufen werden.

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