Mann hält Foto eines Mannes vor dem Gesicht Bouchra Khalili, Bouchra Khalili "The Tempest Society" (Filmstill), 2017 © Bouchra Khalili

Bouchra Khalili zeigt aktuelle Videoarbeiten im Museum Folkwang in Kooperation mit der Ruhrtriennale 2018

Vom 24. August bis 21. Oktober 2018 im Museum Folkwang. Der Eintritt ist frei.

24.08.2018

In Kooperation mit der Ruhrtriennale zeigt das Museum Folkwang zwei Videoinstallationen der französisch-marokkanischen Künstlerin Bouchra Khalili (geboren 1975 in Casablanca). Ihre Arbeiten widmen sich politischen Themen; sie porträtieren Mitglieder verschiedener politischer Minderheiten und deren Strategien von Widerstand. Khalili formuliert die Zusammenhänge von Subjektivität und kollektiver Geschichte immer wieder neu aus und untersucht die komplexen Beziehungen zwischen dem Einzelnen, seinen Pflichten als Bürger und der Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft. Khalili ruft eine (neue) kollektive Stimme der Akteure ins Leben.

In Twenty-Two Hours, 2018, eine Produktion für die Ruhrtriennale, widmet sich Bouchra Khalili Jean Genets Aufenthalt in den USA im Jahr 1970. Auf Einladung der Black Panther Party solidarisierte sich der französische Schriftsteller Genet mit der Bürgerrechtsbewegung und ihren willkürlich inhaftierten Anführern. In den zwei Monaten, die er in den Vereinigten Staaten verbrachte, durchquerte er das Land und plädierte unablässig für Solidarität.
Heute, beinahe 50 Jahre später, untersuchen zwei junge Afroamerikanerinnen Genets Einsatz für die Black Panther Party. Die beiden Frauen, Filmemacherinnen und zugleich Erzählerinnen, kombinieren Bildfragmente, Tonaufnahmen, historische Fakten und Filmmaterial, um die Geschichte des Schrift-stellers und der Black Panther Party zu erzählen – immer wieder unterbrochen von einem ehemaligen Mitglied der Partei und seinen persönlichen Erinnerungen an die Begebenheiten der Zeit. Twenty-Two Hours ist eine Reflektion über die Kraft von Partizipation und Solidarität. Die Videoarbeit zeigt die Relevanz des öffentlichen Sprechens sowohl im historischen Rückblick als auch in seinem zeitgenössischen Kontext und eröffnet einen Aktionsraum für politisches Engagement.

Parallel zu Twenty-Two Hours zeigt das Museum Folkwang den Film The Tempest Society, 2017, Bouchra Khalilis Beitrag zur documenta 14. The Tempest Society ist weder dokumentarisch noch fiktional, sondern vielmehr eine Hypothese: Im heutigen Athen gründen drei Individuen unterschiedlicher Herkunft eine Theatergruppe. Auf der Bühne, die zum Ort bürgerschaftlichen Engagements wird, untersuchen sie zusammen die gegenwärtige Situation in Griechenland, Europa und im Mittelmeerraum. Inspiriert von Al Assifa ("Der Sturm"), einer aktivistischen Theatergruppe nordafrikanischer Einwanderer und französischer Studierender, nennen sich die jungen Athener The Tempest Society. In einer Theaterzeitung setzte sich Al Assifa im Frankreich der 1970er Jahre mit dem täglichen Kampf gegen Ungleichheit und Rassismus auseinander. 40 Jahre danach wird dieses vergessene Erbe in Griechenland wiederbelebt. Die Mitglieder der Tempest Society und ihre Gäste bringen auf der Bühne ihre individuellen Standpunkte zur Sprache und formulieren einen kollektiven Ruf nach Solidarität.

Informationen:

Bouchra Khalili
The Tempest Society / Twenty-Two Hours

24. August bis 21. Oktober 2018
Eröffnung: 23. August 2018, 19 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung ist eine Kooperation der Ruhrtriennale mit dem Museum Folkwang.

Twenty-Two Hours
2018, Video, 43 Minuten
Ein Auftragswerk der Ruhrtriennale
Film & Schnitt Bouchra Khalili
Produktion Bouchra Khalili, Alexandre Kauffmann
Mit Unterstützung der Oslo National Art Academy, des Harvard Film Study Center und der Wiener Secession
Besonderer Dank gilt dem Radcliffe Institute for Advanced Study at Harvard University und dem Museum of Fine Arts, Boston

The Tempest Society
2017, Video, 60 Minuten
Ein Auftragswerk der documenta 14
Film & Schnitt Bouchra Khalili
Produktion Bouchra Khalili, Alexandre Kauffmann
Ko-Produktion Ibsen Awards, Ibsen Theater, Skien, Norwegen
Mit Unterstützung der Fondation Nationale des Arts Graphiques et Plastiques, Paris und des Holland Festival, Amsterdam
Besonderer Dank gilt dem Athen Festival, Atopos cvc (Athen)

Herausgeber:

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
Telefon: +49 201 88 45160
Fax: +49 201 88 45123
E-Mail: yvonne.daenekamp@museum-folkwang.essen.de
URL: www.museum-folkwang.de

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