Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie die EBE-Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold und Stephan Tschentscher begleiten einen Einsatz der MILA-Projektteilnehmer in Essen-Borbeck Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie die EBE-Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold und Stephan Tschentscher begleiten einen Einsatz der MILA-Projektteilnehmer in Essen-Borbeck. Foto: Stadt Essen

EBE erhält Verstärkung durch Projekt MILA

Integration von Langzeitarbeitslosen ist angelaufen

26.09.2018

Sie kümmern sich um Depotcontainer-Standorte, wilde Müllkippen, Grünflächen oder sonstige Sonderaufträge: die beiden neuen Teams, die im Rahmen von "MILA" eingerichtet wurden. Die EBE beteiligt sich am landesweiten Projekt, das Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt vermitteln soll. Ende des Jahres 2018 wird ein drittes Team hinzukommen.

"Für mich ist das wie ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl!" Torsten Müller (51), einer der fünf Teilnehmer von MILA, ist richtig begeistert. "Ich habe schon so viele Bewerbungen geschrieben, die meisten blieben ohne jede Antwort. Hier hat aber das JobCenter Essen eine Vorauswahl getroffen und mich gefragt. Dabei stand der Arbeitgeber schon fest, das war das Allerbeste." Sascha Lieder (35), Alfred Böhm (53) und Björn Fern (32) nicken. Diese Erfahrung haben sie alle gemacht.

MILA eröffnet Menschen Chancen

An dem "Modellprojekt Integration Langzeitarbeitsloser in Arbeit" (MILA) beteiligen sich insgesamt fünf NRW-Städte, verantwortlich für die Umsetzung in Essen in das JobCenter Essen. MILA wird finanziell unterstützt durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes (MAGS) Nordrhein-Westfalen. Ziel in Essen ist es, insgesamt 250 langzeitarbeitslose Menschen in Essen wieder in Arbeit zu bringen. Voraussetzung für eine Teilnahme ist eine mindestens vierjährige Arbeitslosigkeit. Dies trifft in Essen auf rund 24.000 Menschen zu.

"Die Anzahl an Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit ist in Essen immer noch zu hoch", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen unter anderem auch an einem stärk veränderten Arbeitsmarkt. Mit dem Modellprojekt MILA wird Arbeit – nicht Arbeitslosigkeit – finanziert, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nach zwei Jahren eine echte Chance, übernommen zu werden und am Beispiel des Einsatzes bei der EBE zeigt sich, dass die personelle Unterstützung unseres Aktionsplans Sauberkeit ein echter Gewinn ist."

Bei MILA Es geht es vor allem darum, dass langzeitarbeitslose Menschen am ersten Arbeitsmarkt eine Chance erhalten und sich bewähren können. Bestehende Vorurteile verhindern oft, dass Betroffene diese Gelegenheit überhaupt erhalten.

Seit Juli 2018 bilden die fünf Teilnehmer nun separate MILA-Teams, mit eigenen Flitzern und den Vorarbeitern Udo Walewski (52) und Patrick Tertilt (36). Beide kommen aus den Innenstadt-Revieren. Sie haben sich in EBE-internen Bewerbungsverfahren durchgesetzt. "Ich war selbst mit 49 arbeitslos und kam dann zur EBE", berichtet Udo Walewski. "Ich weiß also genau, wie man sich da fühlt. Und auch ich war dankbar für die Chance hier."

"Wir sehen in MILA mehrere Chancen gleichzeitig", führt Geschäftsführer Uwe Unterseher-Herold aus. "Ein Plus an Händen bedeutet für die Stadt ein Plus an Sauberkeit. Das ist sehr gut so." Geschäftsführer Stephan Tschentscher ergänzt: "Die EBE bringt Menschen, die lange ohne Arbeit waren und eigentlich dringend tätig sein möchten, wieder in einen Job. Das tut ihnen offensichtlich sehr gut." Beide sind sich einig: "Ein Gewinn für alle Seiten."

EBE erhält Zuschuss zum Lohn

Das Förderprogramm MILA läuft insgesamt zwei Jahre – von Anfang 2018 bis Ende 2019. Unternehmen, die Langzeitarbeitslose einstellen, bekommen die Hälfte der Lohnkosten inklusive Sozialversicherungsbeiträge vom JobCenter als Zuschuss. Bezahlt werden die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer entsprechend der im Hause üblichen Modalitäten. Bei der EBE also nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für Kommunen (TVÖD).

Wenn das Unternehmen anschließend Teilnehmer weiter beschäftigt, führt das zu einer Prämie von 3.000 Euro. Erfolgt die Übernahme unbefristet, sind es sogar 5.000 Euro. Außerdem gibt es eine monatliche Aufwandspauschale von 100 Euro für Verwaltungskosten.

MILA ist ein Gewinn für alle

Das selbst erarbeitete Geld ist ein natürlich wichtiger Aspekt. Bezahlt wird ganz normal nach TVöD. "Ich habe hier deutlich mehr als vorher mit Hartz IV", ist Torsten Müller zufrieden. "Damit kann ich meine Familie gut ernähren." Alfred Böhm sieht aber noch einen weiteren Punkt. "Als Langzeitarbeitsloser wird man viel mit Vorurteilen konfrontiert. Hier bei der EBE ist das anders: Die Kollegen sind ganz offen." Alle sind sich einig: "Es ist wirklich eine Win-Win-Situation."

Wenn das so bleibt, wird sich Ende 2019 entscheiden, ob die MILA-Kollegen den Sprung in die Belegschaft schaffen. Das ist natürlich ihr Ziel und auch der Wunsch des JobCenters Essen. Die Chancen stehen bei Bewährung wohl ganz gut. Bis dahin bleiben die Arbeitsverträge befristet und werden jeweils verlängert.

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