Konzert "14 • 18 - hundert Jahre danach herrscht Frieden!"

Am Sonntag, 11. November, um 16 Uhr in der Alten Synagoge Essen, Edmund-Körner-Platz 1. Der Eintritt ist frei.

31.10.2018

Mit der mahnenden Revue "14 • 18 - hundert Jahre danach herrscht Frieden!" versetzen Burkard Sondermeier (Rezitation, Gesang) und Ulrich Raue (Klavier) ihr Publikum mit literarisch-musikalischen Facetten in eine längst vergangene, ungewöhnliche Zeit.

Im November 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Dies war ein Schlüsselereignis der europäischen Geschichte, das seinen Schatten auf die Zeit danach werfen sollte. Nach anfänglicher Begeisterung aus Patriotismus distanzierten sich Christen wie Juden immer mehr von den Kriegszielen. Anstelle eines schnellen Sieges entstand ein verlustreicher Stellungskrieg, etwa 17 Millionen starben. In rechtskonservativen Kreisen breitet sich das Gerücht aus, Juden seien Drückeberger. Der preußische Kriegsminister nahm dies ernst und veranlasste im Oktober 1916 eine "Judenzählung". Dies war eine bittere Enttäuschung für die deutschen Juden, die ihr Leben im Schützengraben riskiert hatten. Zehntausend waren gefallen.

An der pazifistischen Bewegung waren Juden aus dem deutschen Kulturbereich stark beteiligt. Der Berliner Satiriker Kurt Tucholsky ist unvergessen (1935 in den Selbstmord getrieben), ebenso sind Karl Kraus und Erich Mühsam in diesem Zusammenhang zu erwähnen. Letzterer war ironischer Bohemien und unerbittlicher Rebell, er scherzte und spielte unnachahmlich mit seiner Poesie, er war satirisch zupackend wie kaum ein anderer, und er hatte großen Humor in schwierigen Zeiten ... Erich Mühsam war Außenseiter im Reich des Kaisers, blieb es in der Weimarer Zeit, im Reich des Führers wurde er von dessen Schergen im Juli 1934 ermordet, und heute hier bei uns haftet ihm weiter der "Makel" des Anarchisten an.

Es erklingen Melodien von Friedrich Holländer, der nach 1933 ins Exil gezwungen wurde. Die Zeit der großen Hoffnungen auf einen Neuanfang und Integration war vorbei.

Dieses Programm der beiden Künstler Burkard Sondermeier (Rezitation, Gesang) und Ulrich Raue (Klavier) kombiniert auf eine abwechslungsreiche Weise gesprochene Texte mit vorgetragenen Chansons.

Über die Künstler:

Burkard Sondermeier, geboren in Köln, Ausbildung als Restaurator und Handbuchbinder. Seit 1975 Etablierung des Kunsthauses Seelscheid als Veranstaltungsort verschiedenster Kunstgattungen: Musik, Tanz und Ausstellungen; regelmäßiger Gast der Oper Köln, der Philharmonie Köln, Gastspiele in der Bundeskunsthalle Bonn, der Pasingerfabrik München und dem Rheingoldsaal in Düsseldorf. Seit 2010 Vorlesungsreihe in Zusammenarbeit mit der Königlichen Akademie der Künste Gent zum Thema "Synästhesie", Rundfunk- und Fernsehproduktionen bei WDR, Arte und dem Deutschlandfunk.

Ulrich Raue, geboren in Leverkusen, Musikstudium an der Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf mit den Fächern Klavier, Harmonielehre, Kontrapunkt und Pädagogik. Nach dem Studium folgten von 1988 bis 1990 drei Europatourneen, 1990 bis 1992 Konzerttätigkeit mit dem Gürzenich-Orchester und den Bayer-Philharmonikern, künstlerische und musikalische Leitung bei Produktionen des Musicals „Der kleine Horrorladen“, Rundfunk- und Fernsehproduktionen bei WDR, RTL, VOX, Pro Sieben; 1997 Konzerttätigkeit mit den Bergischen Symphonikern, Kabarettprogramme zu Claire Waldoff, Kurt Tucholsky, Bertold Brecht und Erich Kästner. Freischaffende Tätigkeit als Arrangeur und Komponist (unter anderem "Wilnaer Ghetto Lieder").

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