Ergebnisse der Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten in Essen liegen vor

03.07.2019

Wie mobil ist Essen? Für die kommunale Verkehrsplanung ist es wichtig, das Mobilitätsverhalten und die Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung zu kennen.

Zu diesem Zweck hat die Planungsgesellschaft Büro StadtVerkehr aus Hilden im Auftrag der Stadt Essen eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten im Essener Stadtgebiet durchgeführt. Insgesamt 36.000 Essener Haushalten wurde im Zeitraum zwischen September 2018 und April 2019 ein entsprechender Fragebogen zugesandt.

Neben Rad- sowie Fußverkehr, die einen wichtigen Stellenwert im Fragebogen eingenommen haben, wurden auch Daten zu den Themen Autoverkehr und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) abgefragt. Die Daten sollen Aufschlüsse zur Entwicklung des Modal Split in der Stadt Essen und dessen Entwicklung geben. Denn bis zum Jahr 2035 sollen die Anteile von Fußgängern, Radverkehr, ÖPNV und motorisiertem Individualverkehr (MIV) jeweils 25 Prozent betragen.

Erste Ergebnisse der aktuellen Erhebung

Im Jahr 2019 beträgt der Modal Split in Essen derzeit 55 Prozent für den MIV und 45 Prozent für den sogenannten Umweltverbund – darunter werden die Fußgänger, der Fahrradverkehr und der ÖPNV zusammengefasst.

Der Radverkehrsanteil ist seit der letzten Erhebung im Jahr 2011 von 5 Prozent auf 7 Prozent in 2019 gestiegen. Dies allerdings zu Lasten des Fußverkehrs, welcher von 22 Prozent auf 19 Prozent gesunken ist. Der ÖPNV-Anteil beträgt seit 2011 unverändert 19 Prozent. Der größte Anteil entfällt nach wie vor auf den MIV, der von 54 Prozent im Jahr 2011 auf 55 Prozent im Jahr 2019 leicht gestiegen ist.

Deutliche Unterschiede gibt es bei der Mobilitätsverteilung auch in Betrachtung der einzelnen Stadtbezirke. Die innenstadtnahen Bezirke I und II haben einen höheren Anteil am Umweltverbund, hier ist der MIV-Anteil seit 2011 gesunken und liegt nun bei 44 beziehungsweise 47 Prozent. Insgesamt fünf Stadtbezirke haben inzwischen einen MIV-Anteil über 60 Prozent, im Jahr 2011 gab es nur einen Stadtbezirk über dieser Marke. Stadtbezirk II ist mit 13 Prozent der Bezirk mit dem höchsten Radverkehrsanteil. Der geringste Anteil in diesem Segment entfällt auf den Bezirk VIII.

Betrachtet man die Wegverflechtungen im Essener Stadtgebiet, so zeigt sich, dass die stärksten Verfechtungen radial auf die Stadt zu laufen. So ergeben sich aus den Bezirken II, III und VII täglich über 50.000 Wege in diese Richtung. Darüber hinaus fällt auf, dass es zwischen den nördlichen und südlichen Stadtbezirken mit unter 5.000 Wegen nur ein sehr geringes Wegeaufkommen gibt.

Noten für die Mobilität

Neben Angaben zur Mobilität waren die befragten Essenerinnen und Essener auch dazu aufgerufen, das Verkehrsangebot im Stadtgebiet im Schulnotensystem zu bewerten. Demzufolge erhielt der Fußverkehr mit einer Durchschnittsnote von 2,44 die beste Bewertung, gefolgt vom MIV mit einer Durchschnittsnote von 3,17. Auf dem dritten Platz folgt mit einer Bewertung von 3,24 der ÖPNV, der Radverkehr wurde mit durchschnittlich 3,76 benotet.

Verbesserungspotenzial sehen die Essenerinnen und Essener beim Fußverkehr vor allem beim Zustand der Gehwege. 29 Prozent der befragten sprachen sich hierfür aus, 17 Prozent für fußgängerfreundliche Ampeln. Beim Radverkehr wird der größte Bedarf bei der Trennung vom Autoverkehr (34 Prozent) sowie dem Ausbau des Radwegenetzes (27 Prozent) angeführt, beim ÖPNV sehen 29 Prozent der Befragten Optimierungsbedarf bei der Taktverkürzung. 31 Prozent der Befragten sehen in Bezug auf den MIV den Zustand der Essener Straßen als verbesserungswürdig.

Die ersten Ergebnisse der Haushaltsbefragung werden nun in den politischen Gremien vorgestellt.

Das Handlungskonzept „Mobilität neu denken“ als Vorschlag der Verwaltung für die Mobilitätsplanung der Stadt Essen wird in der kommenden Juli-Ratssitzung eingebracht und in der Sitzung im September behandelt.

Mehr zur Haushaltsbefragung

Nachdem im September und Oktober letzten Jahres bereits 27.000 zufällig ausgewählte Haushalte die Befragungsunterlagen zugestellt bekamen, wurde im April 2019 eine zweite Befragungswelle durchgeführt. 9.000 zusätzliche Essener Haushalte erhielten die entsprechenden Unterlagen. Die Rücklaufquote der gesamten Erhebung lag bei 10,4 Prozent, was 3.877 Haushalten entspricht. Die Stadt Essen hat genügend Antworten auf Bezirksebene erhalten, damit diese als statistisch gesichert gelten.

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