Frau isst Suppe am Tisch Martina Vacheva, The soup. Aus dem Buch Parents cannibals, 2013 Courtesy Sariev Contemporary and the artist

Keramik und Collagen zwischen Tradition und Moderne: Martina Vacheva bei "6 ½ Wochen" im Museum Folkwang

Auftaktveranstaltung am Freitag, 12. Juli, um 18:30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

05.07.2019

In der Reihe "6 ½ Wochen" zeigt das Museum Folkwang vom 11. Juli bis 25. August 2019 die erste institutionelle Einzelausstellung der bulgarischen Künstlerin Martina Vacheva (*1988 in Plovdiv). Mit dem Ausstellungstitel КОРЕНИ (Koreni; deutsche Wurzeln) verweist Vacheva auf die Bezüge ihrer künstlerischen Arbeit zur bulgarischen Volkskultur, deren Themen und Darstellungen sie in ihren Plastiken und Papierarbeiten auf humorvolle Weise aufgreift.

Martina Vacheva untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit die Schnittstellen zwischen Tradition und Moderne und die Einflüsse von westlichen Kulturimporten nach Bulgarien. Seit ihrem Studium der Illustration und Druckgrafik an der Kunstakademie in Sofia gilt Vachevas Interesse insbesondere den Mythen und Märchen Bulgariens, deren archetypische Geschichten die Künstlerin zu zwei Künstlerbüchern angeregt haben: Parents Cannibals (2013) und Stupid woman (Pop-Up Book, 2015). Die Bücher und ihre collagierten Vorlagen werden in der "6 ½ Wochen"-Präsentation gezeigt.

Neben der plastischen Arbeit Plague (2018), die eine keramische Maske mit Textilien und Naturmaterialien zu einem archaischen Bild von Tod und Schrecken zusammenführt, entsteht mit The Stone Wedding (2019) vor Ort eine neue großformatige skulpturale Arbeit. Diese erzählt die Legende einer versteinerten Hochzeitsgesellschaft und wurde durch Geschichten aus dem südbulgarischen Rhodopen-Gebirge inspiriert.

Vacheva nimmt verstärkt die psychologischen Aspekte der Märchen und Volkssagen in den Blick und leuchtet deren Beziehung zum Unbewussten und zu Kreisläufen der Natur aus. Als Satellit der Ausstellung findet zudem die Keramik-Serie Postthracians (2017) ihren Platz an der Seite archäologischer Objekte im Helm von Los Carpinteros. Postthracians stellt die Frage, wie präsent Traditionen und Überlieferungen in der gegenwärtigen visuellen Kultur Bulgariens sind. Feinziselierte thrakische Goldschätze des 4. Jahrhunderts v. Chr. werden von Martina Vacheva in glasiertem Ton nachgebildet und das antike Formengut mit Themen der Gegenwart zwischen Konsum und Pop motivisch verbunden.

Am Freitag, 12. Juli, findet um 18:30 Uhr die Auftaktveranstaltung "6:30 p.m." with Martina Vacheva im Foyer des Museum Folkwang statt. Nach einer Begrüßung durch die Kuratoren Annika Schank und Peter Daners wird es im Foyer Getränke und Snacks geben sowie DJ Sets von: "nearly dog" (Balkan Beats & Bulgarian 80s Pop/ Plovdiv) und den "Eagles of Def Leppard" (Rock‘n’Roll/ Wien).

Das Format "6 ½ Wochen" basiert auf kurzfristiger Planung und stellt unkompliziert und spontan sechs Mal im Jahr für 45 Tage Arbeiten und Positionen junger Künstlerinnen und Künstler vor. Der Ausstellungsraum liegt zentral im Foyer des Museum Folkwang. Exklusiver Förderer der Reihe "6 ½ Wochen" des Museum Folkwang ist die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West.

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