Die Projektpartner (v.l.) Markus Masuth, Chef der RAG Montan Immobilien, Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, und Oberbürgermeister Thomas Kufen. Foto: Ralf Schultheiß/RDN

Repräsentative Lage: Der Nukleus bietet ideale Voraussetzungen für kleinteilige Büronutzungen. Visualisierung: Stahm Architekten

Freiheit Emscher: 275 Millionen öffentliche Investitionen in Infrastruktur geplant

09.10.2019

Das Dekadenprojekt "Freiheit Emscher" nimmt Fahrt auf. Was vor drei Jahren als "interkommunaler Entwicklungsplan" begann, wird der Metropole Ruhr als größtes Stadtentwicklungsprojekt des Ruhrgebietes neue Impulse geben. Bis 2030 wollen die Städte Essen und Bottrop gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH öffentliche und private Investitionen von über 1,3 Milliarden Euro anstoßen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Machbarkeitsstudie stellen die Partner auf der EXPO REAL in München das Struktur- und Nutzungskonzept sowie einen Maßnahmenplan für das kommenden Jahrzehnt vor, mit dem der 1.700 Hektar große Raum neu erschlossen werden soll. "Wo sich die Großstädte Essen und Bottrop den Rücken zukehrten, wollen wir einen zentralen und vitalen Wirtschaftsstandort mit hoher Arbeitsplatzdichte schaffen", sagte Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. Im Fokus steht die Schaffung von grüner und blauer Infrastruktur: "Wir verstehen Freiheit Emscher als wesentlichen Treiber der klimagerechten Transformation des Ruhrgebiets", so Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH.

Impuls durch Infrastrukturmaßnahmen löst Entwicklungsschub aus

"Massive Investitionen in öffentliche Infrastruktur werden eine grundlegende neue Entwicklung des Raumes ermöglichen, der über Jahrzehnte vom Bergbau geprägt und kaum erschlossen war", freute sich Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, in der Ende 2018 das letzte Steinkohlenbergwerk des Ruhrgebiets geschlossen wurde. Der Masterplan Infrastruktur für das Projekt Freiheit Emscher sieht Investitionen in Höhe von 275 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 vor. Das Gros der Maßnahmen soll aus öffentlichen Mitteln von Land, Bund und Europäischer Union sowie Emschergenossenschaft und Deutscher Bahn finanziert werden. "Wir sind überzeugt, dass diese Vorleistungen der öffentlichen Hand einen Entwicklungsschub für das Areal auslösen werden", sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen.

Private Investitionen von über einer Milliarde Euro erwartet

Das Dekadenprojekt Freiheit Emscher zielt auf eine grundlegende Neuordnung und -erschließung des Raumes im Essener Norden und Bottroper Süden: Investiert werden soll dafür in übergeordnete Straßen, in Brücken oder Unterführungen, Autobahnanschlussstellen an A42 und A52, in Entwässerungs-Maßnahmen sowie in ein zukunftsweisendes Freiraum- und Mobilitäts-konzept. Darüber hinaus erwarten die Projektpartner, dass die bis 2030 geplanten Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von 275 Millionen Euro private Investitionen mit dem Faktor 3,7 auslösen werden. "Erst durch diesen ehrgeizigen Maßnahmenplan wird der Weg für private Folgeinvestitionen in einer Größenordnung von über einer Milliarde Euro freigemacht. Das ist unser Erfahrungswert aus anderen Projekten", sagte Markus Masuth, Vorsitzender der Geschäftsführung der RAG Montan Immobilien GmbH.

Fünf Gewerbequartiere als Herzstück: Flächensanierung bereits gestartet

Herzstück des Projektes sind fünf ehemals bergbaulich genutzte Potenzialflächen von insgesamt 150 Hektar Größe, die von 2020 bis voraussichtlich 2026 schrittweise aus der Bergaufsicht gelöst werden. Für die Flächensanierung im Rahmen des Abschlussbetriebsplanverfahrens sowie die neue Erschließung und Baureifmachung dieser Areale werden RAG und RAG Montan Immobilien gemeinsam rund 100 Millionen Euro investieren, erklärte Markus Masuth, Chef der RAG Montan Immobilien GmbH. Die Sanierungsarbeiten auf der Fläche Emil-Emscher wurden bereits im Sommer gestartet.

Modellfall für Klimaschutz und neue Mobilität

Als größtes Stadtentwicklungsprojekt im Ruhrgebiet soll Freiheit Emscher auch durch Klimaschutzmaßnahmen und klimaangepasste Planung modellhaft sein: "Wir entwickeln diesen Raum im Einklang von Ökonomie, Umwelt- und Klimazielen", erklärte Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop. So sieht das Konzept für die Regenwasserwirtschaft konsequent offene Wasserläufe vor, die in der Freiheit Emscher für ein optimiertes Stadtklima sorgen werden. Das Mobilitätskonzept zielt auf eine intelligente Bündelung von Gewerbeverkehren und den Vorrang für emissionsarme Fahrzeuge und ÖPNV auf einer neuen Umwelttrasse zwischen den Stadtkernen von Bottrop und Essen.

Parks, Plätze und Promenade für hohe Aufenthaltsqualität

Das Freiraumkonzept sieht eine Ergänzung der bestehenden Grünzüge und eine Fülle neuer Wege zum und am Wasser vor – ausgerichtet auf den Nukleus als Attraktionsanker zwischen Kanal und renaturierter Emscher. Neue Parkanlagen, Plätze und eine Promenade am Kanal werden hier in Verbindung mit Gastronomie- und Freizeitangeboten eine hohe Aufenthaltsqualität schaffen. "Mit dem Nukleus wollen wir nicht nur Start-ups und wissensbasierten Unternehmen ein optimales Umfeld zum Arbeiten bieten, sondern auch ein neues urbanes Zentrum schaffen, das die Menschen aus den umliegenden Quartieren emotional an den Raum bindet", sagte Oberbürgermeister Bernd Tischler. „"Wir sind überzeugt: Das wird ein starkes Stück Ruhrgebiet."

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