"TRY AGAIN, FAIL AGAIN, FAIL BETTER – Impuls Bauhaus" - das Festival der Folkwang Universität der Künste

19.11.2019

Mit der Installation "win > < win" des Rimini Protokolls geht das Festival der Folkwang Universität der Künste "TRY AGAIN, FAIL AGAIN, FAIL BETTER – Impuls Bauhaus" Mitte November in seine finale Runde.

Die Eröffnung der Installation findet am Freitag, 22. November mit einer Talkrunde in Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein, statt. Von 18 bis 20 Uhr diskutiert Dr. Frank Raddatz mit Helgard Haug vom Rimini Protokoll, mit der Direktorin des Alfred-Wegner-Instituts, Bremerhaven und Meeresbiologin Prof. Antje Boetius, sowie mit dem Leiter des Nietzsche Kollegs Weimar und Philosophen Prof. Helmut Heit, über die Frage "Wer ist wer im Raum der Evolution?!". Dabei wird nicht nur über die Aufgaben der Kunst in Zeiten des Artensterbens gesprochen, sondern auch über Rolle und Position des Menschen im Evolutionsprozess.

Vom 23. November bis zum 15. Dezember ist die Installation dann in der Halle 5 des UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal A, montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt liegt bei 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Für die Gestaltung der vierten Festivaleinheit zum Thema "Raum" wurde das für seine theatralen Inszenierungen international bekannte Theaterkollektiv Rimini Protokoll, bestehend aus Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel, eingeladen. Die ebenso eindrucksvolle wie nachdenklich stimmende Installation mit einem Quallenkreisel in der Halle 5 auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein lässt eine dramatische Erzählung darüber entstehen, wie verschiedene biologische Arten miteinander um das Überleben konkurrieren.

Die in Zusammenarbeit mit Meeresbiologinnen und Meeresbiologen sowie Tierpflegerinnen und Tierpfleger entwickelte Installation "win > < win" erklärt, welche Arten am besten auf die Bedrohung durch die globale Erwärmung vorbereitet sind und liefert eine apokalyptische Prognose: "Quallen sind die Letzten, die noch übrig sein werden, wenn alles andere zerfällt", so die These vom Rimini Protokoll. Das Theaterkollektiv inszeniert den Blick auf diese Lebewesen als Blick zurück auf deren Beobachterinnen und Beobachter. So nimmt die Installation eine der ewigen Menschheitsfragen auf: "Wie werden wir überleben?"

"Die letzte Festivaleinheit Raum umfasst somit auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Lebensraum von uns Menschen", sagt Prof. Elke Seeger, Prorektorin für Studium und Lehre der Folkwang Universität der Künste. "Letztlich geht es um die Frage, wie Kunst aktuelle und gesellschaftlich relevante Fragen aufgreifen kann."

Folkwang Absolventinnen und Absolventen zeigen künstlerische Arbeiten zum Thema "Raum"

Vom 7. bis zum 15. Dezember präsentieren die Folkwang Absolventinnen und Absolventen Anna Budniewski, Frieder Haller und Janik Weu eigene künstlerische Positionen zum Thema Raum in Halle 6 sowie im Stellwerk im Färbergarten auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. In ihren Ausstellungen untersuchen sie den Begriff "Raum" und knüpfen zugleich an relevante Fragen unserer Zeit an. Während Anna Budniewski in "transzendent träge" die Produktion und das Hinaustragen von Kunst- und Kulturobjekten hinterfragt, präsentiert Frieder Hallers Arbeit "Architecture" soziale Realitäten innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen. Janik Weus kritische filmische Auseinandersetzung mit dem Titel "Night Raider" zeigt das zunehmend als schwierig empfundene Verhältnis des Menschen zur Natur und zu den umgebenden Lebewesen auf. Seine medienreflexive Arbeit changiert zwischen Film und Fotografie. Die Eröffnung der Korrespondenzausstellungen findet am 6. Dezember um 18 Uhr mit einem Artist Talk sowie einer Lesung von Anna Budniewski statt.

Am Freitag, 13. Dezember, kommt um 18 Uhr die Performancereihe "Go For Good" mit der vierten Choreographie "No. First the Place" zu einem beeindruckenden Abschluss. Unter der Leitung der Choreographin und Folkwang Absolventin Marie-Lena Kaiser interpretiert das Folkwang Tanzstudio diesmal das berühmte Gemälde "Bauhaustreppe" (1932) von Oskar Schlemmer als Bewegungsmotiv auf der Treppe der Direktion der Stiftung Zollverein, Bullmannaue 11, 45327 Essen.

Zum Hintergund:

"TRY AGAIN, FAIL AGAIN, FAIL BETTER – Impuls Bauhaus" ist eine Veranstaltung der Folkwang Universität der Künste in Kooperation mit dem Ruhr Museum, der Stiftung Zollverein sowie in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang und der Klassik Stiftung Weimar, gefördert im „Fonds Bauhaus heute“ der Kulturstiftung des Bundes. Die vierte Festivaleinheit ist ein Beitrag zum NRW-Verbundprojekt "100 jahre bauhaus im westen".

Rimini Protokoll

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben an der Justus-Liebig-Universität in Gießen Angewandte Theaterwissenschaften studiert. 2000 gründeten sie das postdramatische Theater-Kollektiv Rimini Protokoll. Sie arbeiten seither in verschiedenen Konstellationen unter diesem Namen. Stück für Stück erweitern sie die Mittel des Theaters, um neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaffen. Für ihre international aufgeführten Inszenierungen wurden sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem FAUST-Theaterpreis (2007), dem Mülheimer Dramatikerpreis (2008), dem Europäischen Theaterpreis in Thessaloniki (2008) und dem Silbernen Löwen der 41. Theaterbiennale Venedig (2011). Seit 2003 befindet sich das Produktionsbüro von Rimini Protokoll in Berlin.

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