RS1: Städtebauliches Konzept für den Bereich Eltingviertel/ Viehofer Platz beauftragt

21.11.2019

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung hat heute (21.11.) die Verwaltung beauftragt, ein städtebauliches Konzept für den Bereich Eltingviertel/ Viehofer Platz im Zuge der Planungen des Radschnellwegs Ruhr (RS1) zu entwickeln.

Nach der ersten Machbarkeitsstudie im Jahr 2017 standen insgesamt drei potenzielle Realisierungsvarianten der Verwaltung zur Quartiersentwicklung zur Diskussion. Eine weitere, im Februar 2019 durch die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG) beauftrage Machbarkeitsstudie zur Prüfung der technischen und rechtlichen Umsetzungsfähigkeit der drei Varianten brachte vier zusätzliche Alternativen hervor.

Nun hat sich der Ausschuss für eine zielführende, abschließende Alternative 3 entschieden. Diese wurde durch die Verschneidung der Vorteile der Varianten 1 und 3 der Machbarkeitsstudie 2017 generiert.

RS1-Umsetzung unabhängig von vorgesehener Quartiersentwicklung

Der Vorteil dieser Alternative ist insbesondere der Aspekt, den RS1 unabhängig von der städtebaulichen Entwicklung umsetzen zu können, da komplexe Schnittstellen zwischen Radweg und Gebäuden bei dieser Variante nicht vorgesehen sind und hierdurch eine Realisierung planungsrechtlich vereinfacht würde. Die Kombination von Radweg und städtebaulicher Entwicklung erzielen bei dieser Alternative weiterhin den Charakter eines Modellquartiers. So soll sich der Radschnellweg durch die neue Bebauung hindurchschlängeln, deren Obergeschosse teils über den RS1 hinausragen. Eine Abfahrt auf die Altenessener Straße gewährleistet zudem die Anbindung an die Nordstadt, direkte Verbindungen zum Radschnellweg sollen darüber hinaus auch von den Quartiersbebauungen selbst bestehen.

Die Verwaltung wurde nun beauftragt, auf der Grundlage der Alternative 3 in Abstimmung mit Straßen.NRW und der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft ein städtebauliches Konzept und ein Erschließungskonzept zu entwickeln, welches die Grundlage für das nachfolgende Bebauungsplanverfahren bilden soll. Die Bearbeitungszeit beträgt voraussichtlich rund sechs Monate. Daran schließt sich die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für den Bereich Eltingviertel/Viehofer Platz an. Das Bebauungsplanverfahren soll Ende 2021 abgeschlossen werden und korrespondiert in zeitlicher Hinsicht mit der Umsetzung der Maßnahmen östlich des Plangebiets.

Zum Hintergrund

Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist für Planung und Umsetzung des RS1 verantwortlich. Die städtebaulichen Überlegungen zur Entwicklung des Eltingviertels werden durch die Stadt Essen durchgeführt. In Abstimmung mit den Partnern und involvierten Behörden sollen die Planungen zur Quartiersentwicklung so fortgeführt werden, dass hierdurch keine Verzögerung bei der Planung und Fertigstellung eines durchgehenden Radschnellwegs Ruhr Richtung Gelsenkirchen auftreten. Voraussetzung für die Realisierung des Radschnellwegs, unabhängig von der städtebaulichen Entwicklung im Bereich Eltingviertel durch die Stadt Essen, ist die Veränderung des Betriebsanschlussgleises der Firma Evonik Goldschmidt. Die grundsätzliche Machbarkeit dieser Maßnahme wurde bereits durch einen Gutachter festgestellt.

Mit einem Beschluss im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung im November 2016 wurde die Stadtverwaltung beauftragt, Varianten für die Entwicklung im Bereich des Bahndamms der ehemaligen Rheinischen Bahn zwischen der Gladbecker Straße und der Goldschmidtstraße im Nordviertel im Zuge der Planungen für den Radschnellweges Ruhr zu prüfen. Durch ein Planungsbüro wurden für den Teilbereich Eltingviertel/ Viehofer Platz in einer Machbarkeitsstudie drei Varianten mit verschiedenen städtebaulichen Ansätzen und Einbindungen des Bahndamms ausgearbeitet.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung wurden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie im Mai 2017 präsentiert. Diese Varianten sahen sowohl eine Teilnutzung des ehemaligen Bahndamms, die Umsetzung einer durchgehenden Brückenkonstruktion oder Führung des RS1 auf Dächern der Wohn- und Geschäftsgebäude vor oder durch sie hindurch. Die Öffentlichkeit wurde im November 2017 durch die Stadt Essen als auch durch Straßen.NRW zum Thema RS1 und über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie Eltingviertel/ Viehofer Platz informiert.

Eine Konsensvereinbarung zwischen der Stadt Essen und der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW zur Regelung der Entwicklung des ehemaligen Bahngeländes im Eltingviertel wurde Ende 2018 vereinbart.

Um die in der Machbarkeitsstudie von 2017 ausgeführten drei Varianten technisch und rechtlich zu untersuchen, wurde durch die BEG im Februar 2019 eine weitere Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Neben der Einbeziehung der drei Umsetzungsvarianten wurden durch das beauftragte Planungsbüro weitere vier Alternativen entwickelt, die aus den technischen und rechtlichen Untersuchungen der drei Ausgangsideen hervorgingen.

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