Reallabor für Umweltsensitive Ampelsteuerung wird verlängert: Eine weitere Woche Tempo 30 auf Teilstück der Alfredstraße

19.02.2020

Das erste Reallabor für die Umweltsensitive Ampelsteuerung auf der Alfredstraße wird um eine Woche verlängert. Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h zwischen der Bertoldstraße und der Folkwangstraße im Stadtteil Rüttenscheid bleibt noch bis zum 28. Februar bestehen.

Das Büro TSC – Beratende Ingenieure für Verkehrswesen, das die Reallabore für die Stadt Essen durchführt, hat noch nicht genügend aussagekräftige Daten sammeln können. Grund dafür war insbesondere Orkantief "Sabine" und das stürmische Wetter der darauffolgenden Tage. Kräftiger Wind kann dafür sorgen, dass während dieser Zeit die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) stark zurückgeht und so die Wirkung der Maßnahme nicht nachvollzogen werden kann. Die außergewöhnliche Wettersituation hielt so lange an, dass noch nicht genug Daten vorhanden sind.

Mit Hinblick auf die Verlängerung wird auch die Beschilderung an und um die Alfredstraße angepasst und ausgebaut. Außerdem wird es bei Bedarf auch weiterhin Geschwindigkeitskontrollen durch das Ordnungsamt der Stadt Essen geben.

Zum Hintergrund:

Die Umweltsensitive Ampelsteuerung soll, je nach Verkehrsbelastung auf der Alfredstraße, regelnd eingreifen und dafür sorgen, dass der Grenzwert von 40 µg/m³ Stickstoffdioxid (NO2) zukünftig im jährlichen Mittel nicht überschritten wird. Sie ist zudem Bestandteil des gerichtlichen Vergleichs zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Essen zur Vermeidung von Fahrverboten. Der Bau und Baubeginn der Maßnahme wurde im Dezember 2019 im Rat der Stadt Essen beschlossen.

Reallabore sollen Daten liefern

Die mögliche Steuerung des Verkehrs auf der Alfredstraße wurde zunächst auf Grundlage von Computersimulationen berechnet. Seit Anfang Februar werden nacheinander mehrere Reallabore eingeführt, welche voraussichtlich jeweils vier Wochen andauern sollen und unter realen Bedingungen die Wirksamkeit von verschiedenen Verkehrssteuerungsmöglichkeiten testen. Weitere, noch folgende Reallabore, sind die Optimierung und Anpassung der Grünen Welle und die Verkehrsreduktion durch Pförtneranlagen. Die Ergebnisse der Tests werden anschließend als Grundlage für die zu schaltende Steuerung auf der Alfredstraße genutzt.

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