ausgebreites T-Shirt 21.lettres.a.la.photographie@gmx.de Lettre #20, 2018 Digitaldruck, 26,8 x 40,5 cm Museum Folkwang

Museum Folkwang erweitert seine Präsentationsräume für die Fotografische Sammlung

Kunstprojekt "21.lettres.a.la.photographie@gmx.de" wird erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt

18.06.2020

Das Museum Folkwang öffnet sein Untergeschoss wieder als dauerhaften Ausstellungsort für die Fotografie. Zukünftig werden hier Neuerwerbungen in einen aktiven und vielschichtigen Dialog mit Werken und Werkgruppen aus den Beständen der Fotografischen Sammlung treten. Zum Auftakt ist ab 19. Juni die Ausstellung "21.lettres.a.la.photographie@gmx.de" (bis 8. November)zu sehen. Zeitgleich zeigt das Museum Folkwang zusammen mit der Wüstenrot Stiftung neue Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler, die im Rahmen der Dokumentarfotografie Förderpreise 12 entstanden sind.

"21.lettres.a.la.photographie@gmx.de" ist nicht nur der Ausstellungstitel, sondern der Name eines gesellschaftskritischen konzeptuellen Mailart-Projekts, das den Glauben an zeitgenössische fotografische Autorenschaft hinterfragt. Die im Verborgenen agierenden Initiatoren haben über mehr als zehn Jahre hinweg Briefe an Redaktionen sowie Kuratorinnen und Kuratoren in Fotoinstitutionen geschickt, darin je ein mit Bildern bedrucktes und gefalztes Blatt Papier. Auf den Vorder- und Rückseiten wurden ein oder mehrere selbst fotografierte Aufnahmen oder angeeignetes Bildmaterial ohne weitere Kontextualisierung in Beziehung gesetzt. Einzig der farbige Stempeldruck der Email-Adresse verweist auf die unbekannten Autoren. Wer sind die Macher, welche Intentionen verfolgen sie und wer hat die Briefe überhaupt wertgeschätzt, aufgehoben und gesammelt? Das Projekt stellt den institutionellen und kommerziellen Raum, in dem Fotografie sich meist bewegt, zur Diskussion.

Die 21 Briefe wurden vom Museum Folkwang für die Fotografische Sammlung als Dokumente und Kommentare zur Fotografie sowie als zeitgenössisches künstlerisches Manifest erworben. Alle seit 2009 erschienenen Briefe werden erstmals in einem öffentlichen Kontext präsentiert und in der Ausstellung 21.lettres.a.la.photographie@gmx.de Sammlungswerken gegenübergestellt, die als Ankäufe, Schenkungen oder über Nachlässe und Archivübernahmen den Weg in die heute gut 65.000 Objekte umfassende Fotografische Sammlung gefunden haben. "21.lettres.a.la.photographie@gmx.de" trifft auf anonyme Fotografien sowie Werke von ANT!FOTO, Lewis Baltz, Adolphe Braun, Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Lotte Errell, fotoform, André Gelpke, Eiko Grimberg, Harry Hachmeister, André Kertész, Astrid Klein, Barbara Klemm, Jürgen Heinemann, Axel Hütte, Peter Keil, William Klein, Kurt Kranz, Anneliese Kretschmer, Helmuth Kurth, Lucia Moholy, Shahryar Nashat, Karl Peters, Walter Schmitz, Gundula Schulze Eldowy, Henrik Spohler, The Good Liars und Andreas Weinand.

Das Mailart-Projekt 21.lettres.a.la.photographie@gmx.de steht in einer Traditionslinie mit ähnlichen Projekten der 1960er und 1970er Jahre, beispielsweise mit den Postkarten-Sendungen von On Kawara oder der postalischen Bildserie 100 Boots von Eleanor Antin. Heute könnten konzeptuellephemere Projekte wie diese auf Social Media-Plattformen stattfinden, wo Ideen zur Produktion von Kunst und ihrer Distribution auf spielerische Weise adressiert und verhandelt werden. In diesem Sinne ist das Zeigen und Ausstellen der 21 Briefe im Zusammenspiel mit anderen Werken der Sammlung eine dialogische Anordnung, die Fragen nach künstlerischer Kontinuität und Entwicklung, nach Werten und Haltungen ermöglicht. Die Präsentation lädt zum vergleichenden Sehen ein, schafft Bezüge von Einzelwerken zu Bildgruppen und legt so die unterschiedlichen Funktionsweisen von Fotografie offen.

Information
FOTOGRAFISCHE SAMMLUNG
"21.lettres.a.la.photographie@gmx.de"
19. Juni – 8. November 2020
Kurator: Thomas Seelig

Dokumentarfotografie Förderpreise 12:
Kasners, Kim, Klein, Steffens
19. Juni – 8. November 2020
Kuratorin: Christin Müller

Keine Eröffnung

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr,
Donnerstag und Freitga von 10 bis 20 Uhr,
Montag geschlossen.
Der Eintritt ist ZUfrei

Herausgeber:

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
45128 Essen
Telefon: +49 201 88 45160
Fax: +49 201 88 45123
E-Mail: yvonne.daenekamp@museum-folkwang.essen.de
URL: www.museum-folkwang.de

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