Bilanz der Freibadsaison 2020

22.09.2020

Am Sonntag, 20. September, endete die Freibadsaison in Essen offiziell. Die Sport- und Bäderbetriebe der Stadt Essen (SBE) blicken in vielerlei Hinsicht auf eine außergewöhnliche Zeit zurück:

Das Sommerwetter in diesem Jahr lockte insgesamt 139.223 Besucher*innen in das Grugabad Essen, die Kombibäder Oststadt und Kettwig und in das Freibad Dellwig. Das Freibad Steele 11 blieb coronabedingt die ganze Saison geschlossen. Die SBE verbuchten im Vergleich zum Vorjahr Einnahmeverluste in Höhe von 60 Prozent an den städtischen Schwimmbadkassen. Hinzu kamen noch deutlich erhöhte Betriebskosten durch verstärkte Hygienemaßnahmen, Sicherheitsdienste, Reinigungsaufwand und Besucherdatenerfassung. Insgesamt wurden in diesem Jahr 253.289 Euro an Einnahmen erzielt.

Zuletzt zählten die Essener Freibäder so wenige Besucher*innen innerhalb einer Saison nur im Jahr 2014. Damals waren es 145.061 Besucher*innen und 302.345,48 Euro an Einnahmen.

Zum Vergleich im Jahr 2019 waren es insgesamt 380.509 Badegäste und die SBE konnten Einnahmen in Höhe von rund 639.200 Euro verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr wird zudem deutlich, dass die Besucherzahlen coronabedingt in allen Bädern zurückgegangen sind: Im Grugabad badeten 2019 insgesamt 151.045 Menschen, in 2020 waren es nur noch 56.405. Im Kombibad Oststadt sanken die Nutzerzahlen von 55.187 in 2019 auf 25.690 in 2020 und im Kombibad Kettwig änderten sich die Besucherzahlen von 2019 mit 84.627 auf 29.748 in 2020. Das Freibad Dellwig besuchten nur 27.380 Badebegeisterte (2019: 59.839).

Freibadöffnung unter Corona-Bedingungen

Während Ende April noch nicht absehbar war, ob die Essener Bäder überhaupt in die Freibadsaison starten können, war ab dem 20. Mai unter Berücksichtigung der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen und den damit verbundenen strengen Einlass-, Abstands- und Hygieneauflagen der Freibadbetrieb möglich.

Als eines der ersten Freibäder im Ruhrgebiet öffnete das Grugabad Essen am 21. Mai seine Pforten; zunächst nur mit dem Sport-, später auch mit den weiteren Becken. Die Außenbereiche von Bad und Sport Oststadt und dem Schwimmzentrum Kettwig waren ab dem 8. Juni bzw. 10. Juli für die Öffentlichkeit geöffnet.

Die Personalgewinnung von Rettungskräften stellte die SBE in diesem Jahr vor ganz besondere Herausforderungen, da wegen der strengen Corona-Auflagen keine Qualifizierung von Rettungsschwimmer*innen erfolgen konnte. Daher stand von Anfang an deutlich weniger rettungsfähiges Personal zur Verfügung.

Für jedes Bad wurde ein individuelles, mit den Ordnungs- und Gesundheitsbehörden abgestimmtes, Zugangs- und Hygienekonzept entwickelt und auf den Badbetrieb übertragen. Sowohl für das Badpersonal als auch für die Badegäste hieß es zu testen und zu lernen, wie die einzelnen Regelungen sinnvoll umgesetzt werden können. Konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge aus den Reihen der Badegäste waren willkommen und konnten in weiten Teilen berücksichtigt werden, beispielsweise sei hier die Einrichtung von "Fast- und Slow-Lanes" genannt, durch die auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schwimmer*innen eingegangen wurde.

Um trotz des Personalmangels und der Besucherbegrenzung von nur 1.500 Personen auf den Außenflächen möglichst vielen Gästen den Freibadbesuch zu ermöglichen und eine regelmäßige Desinfektion durchzuführen, gab es an den Wochentagen geteilte Öffnungszeiten. An den besonders heißen Tagen kam es auch wegen der vorgeschriebenen Erfassung der persönlichen Daten der Besucher*innen zu erheblichen Wartezeiten vor den Kassen. Um die Badegäste über den jeweiligen Besucherstand in den einzelnen Bädern zu informieren, wurde in Kooperation mit der Social Media-Redaktion der Stadt Essen erstmals ein "Freibad-Live-Ticker" installiert. Dieser Service konnte über die Sozialen Medien der Stadt abgerufen werden: Neben der Übermittlung von aktuellen Daten zu Wasser- und Außentemperaturen wurde auch regelmäßig über Auslastung und Wartezeiten informiert.

Letzte Öffnungstage

Das Grugabad öffnete am Sonntag, 6. September, letztmalig für den regulären Freibadbetrieb und bereitete dann ein Qualifikations-Turnier des internationalen Kanu-Polo-Sports vor. Mit dem nun schon 6. Hundeschwimmtag am Samstag, 3. Oktober, wird das Bad die Saison abschließen.

Glücklicherweise gab der Spätsommer im September noch eine Zugabe mit Temperaturen um die 30 Grad, so dass die Saison in den Kombibädern bis zum 20. September verlängert werden konnte.

Sicherheit in den Bädern

Trotz des reduzierten Gesamtbesucheraufkommens war es notwendig, Wartezonen, Einlass und Badebetrieb durch eine wesentlich erhöhte Präsenz von Sicherheitskräften zu kontrollieren. Aufgrund der schwachen Auslastung war allerdings die Anzahl von Sondereinsätzen in diesem Jahr vergleichsweise gering: Insgesamt sind vier erfolgreiche Wasserrettungseinsätze und 19 Hausverbote zu verzeichnen, zweimal musste die Unterstützung der Polizei angefordert werden.

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