Baukostenerhöhung bei der Generalsanierung des Kulturforums Steele

18.02.2021

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, -planung und Bauen hat in seiner heutigen (18.02.) Sitzung die Baukostenerhöhung bei der Generalsanierung des Kulturforums Steele von 2,3 Millionen um 1,6 Millionen auf rund 3,9 Millionen Euro empfohlen.

Die Generalsanierung des Kulturforums Steele startete bereits im Frühjahr 2020. Nach dem Abschluss der Schadstoffsanierung und Entfernung aller Innenputze, Fliesen und sonstiger Wandverschalungen ermöglichte der Rohbauzustand erstmalig eine vollständige Begutachtung des Gebäudezustands. Dabei kamen nicht erkennbare, sehr kostenintensive Schadensbilder zum Vorschein, deren Behebung eine deutliche Erweiterung der Sanierungsmaßnahmen und Anpassung der Planung sowie der Baukosten erfordert.

Die Ursachen der jetzt festgestellten Schadensbilder gehen wesentlich auf Konstruktionsfehler in der Errichtungszeit vor 130 Jahren sowie den Einsatz ungeeigneten Materials in den frühen Nutzungsjahren vor dem 1. Weltkrieg zurück. Diese erfordern eine Ausweitung der Sanierung auf für die Standsicherheit und den Weiterbestand des Gebäudes zentrale Bereiche wie Dachstuhl, Zwischendecken und Giebelwände, die bisher nicht eingeplant waren.

Die nicht belüftete Einbettung von Schwellen, Sparren-und Balkenauflagern im Mauerwerk, die zum Teil erst unter Einsatz schweren Geräts freigelegt werden konnten, führte zusammen mit der über dem Mauerwerk geführten und über die Jahre durchlässig gewordenen Dachentwässerung zu einem ausgedehnten Befall mit Hausschwamm und anderen Hausfäulepilzen. Die eingemauerten Schwellen des Dachstuhls und Sparrenauflager sind durch den Hausschwamm komplett abgängig. Ein Holzgutachten, das nach dem festgestellten Hausschwammbefall beauftragt wurde, ergab zudem, dass um 1910 ein Insektenbefall des Dachstuhls chemisch bekämpft wurde. Die damals verwendeten Mittel waren sulfat- und salzbasiert. In Kombination mit der vorhandenen Luftfeuchtigkeit bildeten sie schweflige Säure, die über die Jahre in einem schleichenden Prozess das behandelte Holz strukturell sukzessive schwächte. Die Schadensbilder erfordern daher unter anderem einen vollständigen Ersatz des Dachstuhls.

Für die Erneuerung des Dachstuhls und einen trockenen Einbau aller Bauteile und Baustoffe wird ein aufwendiger Gerüstbau mit Wetterschutzdach benötigt. Da das Gebäude aufgrund fehlender aussteifender Decken nicht in der Lage ist, die auftretenden erheblichen Windlasten aufzunehmen, muss das Wetterschutzdach als separates selbsttragendes Bauteil ausgebildet werden. Eine weitere Durchfeuchtung der ansonsten monatelang den Witterungseinflüssen ausgesetzten Gebäudeteile wird verhindert und die Gefahr erneuter Pilzregeneration vermieden.

Der Hausschwamm hat auch die Holzbalkendecke zwischenb dem ersten und zweiten Obergeschoss angegriffen. Sämtliche Balkenköpfe müssen erneuert und durch Stahlprofile ersetzt werden. Alle Auflagertaschen für die Deckenbalken im Mauerwerk müssen verbreitert und ebenfalls bauphysikalisch instand gesetzt werden, um die sanierten Deckenbalken aufnehmen zu können.

Um die Standsicherheit der Giebelwände zu garantieren, erfolgte bereits eine Aussteifung der Giebelwände, da diese nur noch punktuell mit dem Dachtragewerk verbunden waren. Die Erweiterung der Sanierungsmaßnahme führt zu einer Bauzeitverlängerung etwa sechs Monaten.

Der Rat der Stadt Essen entscheidet in seiner Sitzung am Mittwoch, 24. Februar, über die Baukostenerhöhung und beschließt zudem die zur Deckung erforderliche überplanmäßige Mittelbereitstellung für das Jahr 2021 in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Zum Hintergrund

Das Kulturforum Steele residiert im 1898 erbauten denkmalgeschützten ehemaligen Sparkassengebäude in der Dreiringstraße 7. Im Erdgeschoss befindet sich ein Café. Die anderen Räume im Erd- sowie im Ober- und Dachgeschoss werden für Bildungszwecke, kulturelle und soziale Angebote sowie für Veranstaltungen der Volkshochschule, der Arbeiterwohlfahrt und diverser Vereine genutzt.

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