Stadt Essen will Kultur- und Kreativwirtschaft stärken

18.02.2021

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, -planen und Bauen hat in seiner heutigen (18.02.) Sitzung empfohlen, die Essener Kultur- und Kreativwirtschaft stärker zu unterstützen. Aus diesem Grund soll die Verwaltung bis zum Herbst 2021 ein Konzept für Beratungs- und Serviceangebote für Kultur- und Kreativschaffende erarbeiten.

Erste konzeptionelle Überlegungen sehen eine zentrale Anlaufstelle für Kultur- und Kreativschaffende vor, die Informations- und Serviceangebote für die Kulturförderung und die Kreativwirtschaft bündeln. Zu den möglichen Services gehören Orientierungs-, Gründungs- und Finanzierungsberatungen, Beratungen zu Fördermitteln und zur Unternehmensfestigung, Qualifizierungs- und Vernetzungsangebote, Informationen zur Verfügbarkeit von geeigneten Flächen, Netzwerkveranstaltungen und viele mehr. Ziel ist es, die Perspektiven in allen Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken. Zu ihr zählen elf Teilmärkte – vom Architekturmarkt angefangen über den Markt für darstellende Künste bis hin zum Werbemarkt. Sie umfasst neben etablierten Unternehmen insbesondere auch freiberuflich arbeitende Künstler*innen und Kulturschaffende und Kleinstunternehmen. Dabei beschäftigt die Branche in Essen rund 8.500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Zahl der Erwerbstätigen, die darüber hinaus auch eine Vielzahl von Selbstständigen und geringfügig Erwerbstätigen einschließt, dürfte dabei deutlich höher sein. Zudem hat die Branche eine große wirtschaftliche Bedeutung. In Deutschland belegt sie mit 106, 5 Milliarden Euro Platz 2 hinter dem Fahrzeugbau. Die Branche ist aber nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern trägt auch dazu bei, den sozialen Zusammenhalt und die kulturelle Bildung zu stärken. Das alles sind Gründe, um die Kultur- und Kreativwirtschaft zu unterstützen, die zudem besonders stark unter den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie leidet.

Eine zentrale Anlaufstelle für die Kultur- und Kreativwirtschaft könnte dazu beitragen, den Dschungel von Angeboten für die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft transparenter zu machen und einen umfassenden Überblick in die Vielfalt der Unterstützungsleistungen in Essen zu erleichtern. Diese verteilen sich zurzeit über Angebote wie die des Kulturamtes, der EWG – Essener Wirtschaftsförderung, der EMG - Essen Marketing, Fördereinrichtungen, Immobilienakteuren und viele andere. Aus diesem Grund ist ein Beirat, bestehend aus knapp zwanzig Akteuren der Wirtschaftsförderung, Kulturförderung, Ausbildung in KKW-Berufen und Stadtentwicklung gebildet worden. Dazu zählen Akteure wie Allbau, die Stiftung Zollverein, die Business Metropole Ruhr GmbH, die IHK zu Essen, die Kreative Klasse e.V. – Berufsverband für Kultur- und Kreativschaffende im Ruhrgebiet, ecce - european centre for creative economy, die Hochschule der bildenden Künste Essen, die Folkwang-Universität der Künste, die Universität Duisburg Essen, die Berufskolleg Ost und das Hugo-Kückelhaus-Berufskolleg. Sie alle werden dazu beitragen, ein gebündeltes Angebot für die Kreativ- und Kulturwirtschaft zu etablieren und damit die Kultur- und Kreativschaffenden in Essen effektiver zu unterstützen.

Weiteres Vorgehen

Der Rat der Stadt Essen wird am Mittwoch, 24. Februar, über die die Beauftragung der Verwaltung mit der Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie zur Förderung der Kultur- und Kreativitätswirtschaft in Essen entscheiden.

Nach der Beschlussfassung des Rates soll mit einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2021 die Entwicklung einer gesamtstädtischen Strategie unter Beteiligung der Steuerungsgruppe KKW und des Beirats KKW zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Essen initiiert werden. Die Projektergebnisse sollen dann im Herbst 2021 dem Rat der Stadt Essen in Form einer Förderstrategie sowie eines konkreten Maßnahmen- und Ressourcenplans zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Anschließend an die Ratsentscheidung sähe der Projektfahrplan bis Ende 2022 die Einrichtung und Umsetzung des "Kompetenzteams Kultur- und Kreativwirtschaft" vor.

Zum Hintergrund

Die Enquete-Kommission "Kultur in Deutschland" des Deutschen Bundestags hatte in der 15. Wahlperiode den Auftrag, eine umfassende Bestandsaufnahme des Kulturlebens in Deutschland zu liefern. Dabei hatte die Kommission den Kommunen empfohlen, im Rahmen ihrer Kultur- und Kreativwirtschaftsförderung den bereits bestehenden kultur- und kreativwirtschaftlichen Strukturen ein besonderes Augenmerk zu schenken, gewachsene Strukturen und Potenziale zu identifizieren und gezielt zu fördern. Diese Empfehlung wurde auf Bundes-, Landes- und Kommunaler Ebene aufgenommen. 2007/2010 wurde das Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes eingerichtet, 2009 gründete das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie mit CREATIVE.NRW das KKW für NRW. München war 2014 eine der ersten Kommunen, die die Empfehlungen mit dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft aufnahmen. Seitdem ist dieses die zentrale Anlaufstelle für alle Kultur- und Kreativschaffenden mit Angeboten der Beratung, Raumsuche, Finanzierung, Vernetzung und Sichtbarkeit. Auch in Essen gibt es nun Pläne, die Kultur- und Kreativwirtschaft gezielter zu fördern und ein "Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft" umzusetzen.

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