Archäologische Begleitung der Umbaumaßnahmen des Waldthausenparks

09.08.2021

Aktuell wird der Waldthausenpark im Essener Stadtkern aufwendig umgestaltet. Die Stadtarchäologie begleitete zwischen Februar und Juli die Bauarbeiten und nutze die Gelegenheit, um in den Boden zu schauen. Archäologisch interessant ist der Standort insbesondere, da sich auf dem Gelände früher die Villa Waldthausen befand.

1936 entstand in der Villa Waldthausen, welche die Stadt Essen vom Bankier Albert von Waldthausen erwarb, ein Museum. Im darauffolgenden Jahr 1937 gründeten die Nationalsozialisten in der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Villa das "Haus Heimat", um die ortsgeschichtliche Sammlung des damaligen Ruhrlandmuseum auszustellen. Stadtarchäologe Dr. Detlef Hopp: "Hier waren auch Funde vom Burgplatz und von der Isenburg ausgestellt. Mit der Zerstörung der Villa im Zweiten Weltkrieg gingen auch die historischen Bestände zum Teil verloren." Bei Bauarbeiten in den 1960er Jahren konnte bereits eine gusseiserne Ofenplatte aus dem 16. Jahrhundert gefunden werden, die entweder zur Villa selbst oder zu den alten Museumsbeständen gehörte.

Bei den jetzigen Untersuchungen konnten auf großen Teilen der Fläche Aufschüttungen aus Haldenmaterial, welches aus dem Bergbau stammt, gefunden werden. Aber auch Backsteine und bearbeitete Steine, die vielleicht mit der Waldthausen-Villa in Zusammenhang gebracht werden können, wurden sichergestellt. Weitere Spuren der Villa fand die Stadtarchäologie aber nicht, da die Erdarbeiten nicht sehr weit in den Boden hineinreichten. Spuren des mittelalterlichen Stadtgrabens, der hier, zum Teil unter der alten Villa verlief, konnten auch nicht entdeckt werden.

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Die Stadtarchäologie begleitete die Arbeiten im Waldthausenpark.
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