Aktueller Stand zur Umweltsensitiven Ampelsteuerung auf der Alfredstraße

09.09.2021

Die Umweltsensitive Ampelsteuerung auf der Alfredstraße ist Bestandteil des gerichtlichen Vergleichs zwischen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Essen zur Vermeidung von Fahrverboten. Mit der Umsetzung des Projektes wurde im August 2019 begonnen, die Inbetriebnahme folgte im Juli 2020. Bis voraussichtlich im Frühjahr 2022 sollen alle noch notwendigen Umrüstungsarbeiten an den betroffenen Ampeln abgeschlossen sein.

Ziel der Umweltsensitiven Ampelsteuerung

Die Alfredstraße ist eine der verkehrlich am stärksten belasteten Strecken in Essen und die gesetzlichen Luftschadstoffgrenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) wurden in der Vergangenheit immer wieder und zeitweise deutlich überschritten (beispielsweise 2018: 48 μg/m³ NO2-Jahresmittelwert). Ziel der Ampelsteuerung ist, in einem, im gerichtlichen Vergleich definierten, einjährigen Zeitraum nachweislich eine Minderung der NO2-Belastungen in der Alfredstraße zu erreichen, die gesetzlichen Grenzwerte einzuhalten und dies dauerhaft abzusichern, um ein Dieselfahrverbot im Stadtgebiet abzuwenden. Der endgültige NO2-Jahresmittelwert für 2020 ist bereits bekannt und entspricht dem vorläufigen Jahresmittelwert von 31 μg/m³. Im für den Rechtsstreit mit der Deutschen Umwelthilfe maßgeblichen Vergleichszeitraum Juli 2020 bis Juni 2021 wird eine Belastung in der gleichen Größenordnung erwartet, deutlich unterhalb des Grenzwertes (Grenzwert = 40,0 μg/m³).

Beurteilung und Verkehrsmenge

Maßgeblich für die Beurteilung der Luftqualität in der Alfredstraße ist die Messstelle des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) in Höhe der Alfredstraße 9/11. Ausgehend von einem im Jahr 2020 erwarteten Durchschnittlichen Täglichen Verkehr (DTV) von etwa 45.000 Kfz pro 24 Stunden und einem Erwartungswert des NO2-Messwertes von 42,9 μg/m³ hatte das LANUV errechnet, dass der DTV-Wert in der Alfredstraße auf rund 39.500 Kfz pro 24 Stunden zu begrenzen sei, um den Grenzwert der NO2-Belastung nicht zu überschreiten.

Um die Verkehrsmengen entsprechend dieser Zielvorgabe zu reduzieren, wurden insgesamt acht Ampeln mit Pförtnerprogrammen ausgestattet. Hierbei handelt es sich um die folgenden Anlagen:

  • Bismarckstraße / Friedrichstraße
  • Alfredstraße / Haumannplatz / Martinstraße
  • Alfredstraße / Norbertstraße
  • Norbertstraße / Zufahrt Grugahalle
  • Norbertstraße / Grugabad-Parkplatz
  • Alfredstraße / A 52
  • Alfredstraße / Einigkeitsstraße
  • Bredeneyer Kreuz

Insgesamt umfasst die Verkehrssteuerung entlang der Friedrichstraße, Bismarckstraße, Alfredstraße und der Norbertstraße 23 Ampelanlagen.

Aktivierung der Pförtnerung

Die Entscheidung, ob an einem Tag gepförtnert werden muss, fällt auf Grundlage erhobener und analysierter Messwerte am Nachmittag des jeweiligen Vortages sowie in Betrachtung der Verkehrsbelastung auf der Alfredstraße. Sobald die Pförtnerung aufgrund dieser Prognose aktiviert werden muss, erfolgt diese am entsprechenden Tag in der Zeit von 5:30 bis 19:30 Uhr. Acht dynamische Informationstafeln informieren Verkehrsteilnehmer*innen im Zulauf zur Alfredstraße über eine mögliche Pförtnerung. Entsprechend der nötigen Rahmenbedingungen und aufgrund der coronabedingten Verkehrsrückgänge war seit der Inbetriebnahme der Pförtnerschaltung im Herbst 2020 nur an insgesamt drei Tagen eine Aktivierung des Systems nötig. Mit der Rückkehr der Verkehrsbelastungen ist jedoch perspektivisch mit einer Aktivierung zu rechnen.

Kosten

Die Gesamtkosten des Projektes waren ursprünglich mit rund 4 Millionen Euro angesetzt, abschließend betragen diese voraussichtlich 2,4 Millionen Euro. Die Förderquote beträgt dabei 50 Prozent.

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