Freibad Dellwig: Maßnahmen zur Energieeinsparung beschlossen

18.10.2022

Der Ausschuss für die Sport- und Bäderbetriebe hat in seiner heutigen (18.10.) Sitzung die Betriebsleitung mit der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen im Freibad Dellwig durch die Installation einer Photovoltaikanlage und einer Schwimmbeckenabdeckung beauftragt.

Das 1928 in Betrieb genommene und nach dem Krieg 1946 wieder eröffnete Freibad Dellwig ist seit 1985 an den Verein RuWa Dellwig verpachtet. Der Verein als Betreiber des Schwimmbades hat im Jahr 2021 in Eigenregie am Projekt ÖKOPROFIT – "Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik", eine vom NRW-Umweltministerium geförderte Aktion für den betrieblichen Umweltschutz teilgenommen. Dabei wurden gemeinsam mit Expert*innen praktische Konzepte zur Einsparung von Energie, Wasser und Abfall erarbeitet.

In einem weiteren Schritt wurden vom Betreiber RuWa Dellwig den Sport- und Bäderbetrieben Essen (SBE) zusätzliche Handlungsvorschläge zur Energieeinsparung vorgestellt. Die SBE haben davon die Handlungsvorschläge zum Einsatz von Photovoltaikanlagen und Schwimmbeckenabdeckung unter Beteiligung von externen Ingenieurbüros auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit prüfen lassen.

Prüfung Photovoltaik-Anlagen und Schwimmbeckenabdeckung

Die Prüfungen ergaben, dass es möglich ist, Photovoltaik-Anlagen (PV), für das bestehende Freibad in Essen-Dellwig zu nutzen. Insgesamt kann eine Fläche von etwa 467 Quadratmetern mit PV-Modulen belegt werden. Aufgrund der bestehenden Beheizung des Schwimmbades mit einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe und der Schwimmbadtechnik als weitere Stromverbraucher, kann der produzierte Strom in der Freibadsaison komplett für den Eigenbedarf genutzt werden. Außerhalb der Saisonzeiten sind die anderen Funktionsbereiche am Standort für die Abnahme des Solarstroms vorgesehen, ein gegebenenfalls vorhandener Überschuss wird ins allgemeine Stromnetz eingespeist.

Empfohlen wird eine Variante mit einer Spitzenleistung von 96 kWp, wodurch ein jährlicher Stromertrag in Höhe von etwa 80.000kWh zu erzielen wäre. Die erforderliche Investitionssumme für diese Anlage beträgt ca. 216.580 Euro/brutto zuzüglich der Nebenkosten in Höhe von ca. 83.420 Euro/brutto.

Ebenfalls wurde der Einsatz einer Schwimmbeckenabdeckung geprüft. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorteile einer Schwimmbeckenabdeckung unbestreitbar sind und die Abdeckung bei Freibädern außerhalb der Betriebszeiten eine übermäßige Auskühlung des Beckenwassers verhindert, wodurch sich die Heizkosten erheblich reduzieren lassen. Zunächst ist die Schwimmbeckenabdeckung nur für das beheizte Sportbecken angedacht, da hier die größten Sparpotentiale zu erzielen sind. Das unbeheizte Nichtschwimmerbecken soll eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Abdeckung ausgestattet werden. Durch eine Abdeckung lässt sich der Wärmebedarf für die Beheizung des Sportbeckens um etwa 58 Prozent reduzieren. Im Freibad Dellwig lassen sich so ca. 44.000 kWh Strom pro Jahr für die Wärmepumpe einsparen. Die Investitionskosten für die Schwimmbeckenabdeckung belaufen sich auf rund 172.550 Euro/brutto.

Durch die Umsetzung der beiden Maßnahmen ist eine Reduzierung des aktuellen jährlichen Stromverbrauchs (300.000 kWh) für das Schwimmbad um etwa 42 Prozent möglich. Die Anschaffungskosten für beide Maßnahmen betragen in Summe etwa 472.550 Euro/brutto inklusive der benötigten Fachplanungskosten. Durch die Investition in eine PV-Anlage und Schwimmbadabdeckung lassen sich die Betriebskosten des Freibad Dellwig deutlich senken. Im ersten Jahr können 35.364 Euro Strombezugskosten im Freibad Dellwig eingespart werden. Diese Einsparung wirkt sich direkt auf den von den SBE geleisteten Betriebskostenzuschuss an den Betreiber RuWa Dellwig aus, da dieser um diesen Betrag reduziert werden kann.

Finanzierung

In Anbetracht der aktuellen Energiekrise und der enorm steigenden Strompreise sollten die Maßnahmen vorrangig und schnell umgesetzt werden. Die Finanzierung der Kosten für die Schwimmbadabdeckung kann noch aus dem Wirtschaftsplan der SBE 2022 realisiert werden. Hier sind noch Restmittel im Budget für die Sonderinstandhaltung vorhanden. Die Finanzierung könnte damit abgedeckt und ein Vergabeverfahren unmittelbar nach Beschlussfassung initiiert werden. Um die PV-Anlage zu realisieren sind die erforderlichen Finanzmittel im Rahmen der Wirtschaftsplanaufstellung für das Jahr 2023 zu veranschlagen. Damit ergibt sich ein Finanzbedarf von rund 300.000 Euro/brutto für das Jahr 2023.

Möglichkeiten einer Anteilsfinanzierung aus aktuellen Förderprogrammen werden geprüft.

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