Sobald die Temperaturen milder werden, brechen wieder zahlreiche Amphibien auf, um aus den Winterquartieren zu ihren Laichgewässern (Tümpel, Teiche, Weiher, Pfützen, Wagenspuren) zu wandern. An der Wanderung nehmen überwiegend Arten wie Erdkröten, Grasfrösche, Teich-, Bergmolche und Feuersalamander teil. Dabei müssen sie an vielen Stellen im Essener Stadtgebiet Straßen überqueren. Diese Wanderungen stellt für die Tiere eine große Gefahr dar.
Was bedeutet das für Autofahrer*innen und Radfahrer*innen?
Alle Autofahrenden und Radfahrenden werden gebeten, bis Mitte April vor allem in den Abendstunden und bei Regen besonders rücksichtsvoll zu fahren. Denn nicht überall sind Schutzeinrichtungen vorhanden. Auch durch die tatkräftige Arbeit von Ehrenamtlichen können nicht alle Amphibien von einer Fahrbahnüberquerung abgehalten werden. Wer kann, sollte die Bereiche mit bekannten Amphibienwanderungen in den Abend- und Nachtstunden möglichst vermeiden und eine andere Route wählen. Denn auch ein langsam fahrendes Auto kann immer noch zahlreiche Frösche, Kröten und Molche töten.
Wo gibt es Wanderungen?
Große Amphibienwanderungen finden im Essener Stadtgebiet beispielsweise an der Heisinger Straße am Schellenberger Wald, an der Deile und im Hirtental in Byfang, an der Straße Kaldenhof in Schönebeck und an der Holteyer Straße in Burgaltendorf statt. Seit letztem Jahr wandern auch wieder zahlreiche Amphibien über die Lührmannstraße in Rüttenscheid. Im Wichteltal in Holthausen sind besonders viele Molche unterwegs. Auch auf der Rheinischen Bahntrasse, am Schuirweg, im Pörtingsiepen, im Hespertal und an vielen weiteren Stellen im Stadtgebiet kann es zu Wanderungen über die Fahrbahn kommen.
Wie wird den Tieren geholfen?
An einigen dieser Stellen sammeln Mitglieder des Naturschutzbundes Ruhr e.V. und engagierte Freiwillige die Tiere mithilfe mobiler Fangzäune ein und tragen diese über die Straße. Dadurch können die Amphibien sicher zu ihren Laichgewässern gelangen. An anderen Stellen gibt es aber auch fest installierte Leitsysteme und Straßentunnel, durch welche die Tiere unter der Fahrbahn auf die andere Straßenseite gelangen.
Wer selbst den Amphibien helfen möchte oder ein bisher nicht bekanntes Amphibienwandervorkommen findet, kann den Naturschutzbund Ruhr e.V. kontaktieren. Dort gibt es auch ein Erste-Hilfe-Set für freiwillige Amphibienschützer*innen mit entsprechenden Informationen zur richtigen Vorgehensweise. Informationen gibt es unter www.nabu-ruhr.de .
Welche Gefahren gibt es noch für Amphibien?
Amphibien sind durch den zunehmenden Straßenverkehr, den Klimawandel, durch Krankheiten, vor allem durch sich ausbreitende Pilzkrankheiten, und durch die auch in Essen immer häufigeren Waschbären mehr denn je gefährdet. "Gesetzlich sind alle Amphibienarten ganzjährig geschützt. Seltenere Arten besitzen zudem nach dem Bundesnaturschutzgesetz noch einen strengeren Schutzstatus", mahnt Sonja Eisenmann, Fachbereichsleiterin des städtischen Umweltamtes. Zu den in Essen vorkommenden Amphibienarten zählen sowohl die noch relativ häufigen Arten wie Erdkröte, Grasfrosch, Teich- und Bergmolch als auch seltenere Arten wie Geburtshelferkröte, Kammmolch, Kreuzkröte und Feuersalamander.
Der Feuersalamander ist ein typischer Bewohner von Mittelgebirgsbächen. In Essen kommt der Feuersalamander noch in einigen Bachtälern vor, die vorwiegend von Laubwald umgeben sind. Der Feuersalamander besitzt ein giftiges Hautsekret, das ihn vor zahlreichen Fressfeinden schützt. Durch die sich ausbreitende Salamanderpest, eine Pilzerkrankung, sind die Bestände des Feuersalamanders auch in Essen stark dezimiert worden. Diese Krankheit verläuft für Feuersalamander fast immer tödlich und kann auch durch Spaziergänger*innen und ihre Hunde verbreitet werden. Spaziergänger*innen sollten deshalb auf den Wegen bleiben und auch ihre Hunde nicht unkontrolliert durch das Unterholz streifen lassen, insbesondere im Bereich der Bäche und Feuchtgebiete.
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