Die Stadt Essen plant, auf der Brücke am Porscheplatz vor der Essener Rathaus Galerie eine neue Gedenktafel zu errichten, die an das KZ-Außenlager Schwarze Poth erinnern soll. Dem hat der Ausschuss für Verkehr und Mobilität in seiner heutigen Sitzung (12.03.) zugestimmt.
Hintergrund ist der Beschluss zum Rückbau der Kunstinstallation "Stadtwunde" Anfang 2025. Die Installation erinnert an das ehemalige Außenlager Schwarze Poth des Konzentrationslagers Buchenwald, das von Januar 1944 bis März 1945 im Bereich zwischen der heutigen Rathaus Galerie und dem Viehofer Platz angesiedelt war. Die Installation wurde immer wieder verschmutzt und beschädigt.
Früheres Außenlager lässt sich im Stadtbild erstmals exakt verorten
Das Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv erhielt den Auftrag, einen geeigneten neuen Erinnerungsort zu finden. Recherchen mit Unterstützung des Amts für Geoinformation, Vermessung und Kataster zeigten, dass sich die frühere SS-Lagerkommandantur im Haus Schwarze Poth 13 mit zwei Lagerbaracken erstmals exakt im heutigen Stadtbild verorten lässt. Der Standort der "Stadtwunde" entspricht somit nicht dem historischen Standort des Lagers.
Neben diversen öffentlichen Informationsveranstaltungen zur Geschichte des Lagers fand im vergangenen Jahr ein Rundgang durch die Innenstadt statt. Hierbei sprachen sich viele Teilnehmende – darunter Mitglieder des Kulturausschusses und der Bezirksvertretung I – für den Standort auf der Brücke am Porscheplatz aus. Der Ort liegt nahe am historischen Geschehen und befindet sich zugleich in zentraler, öffentlich gut wahrnehmbarer Lage. Hier soll die Erinnerung an das KZ-Außenlager in Form der Gedenktafel dauerhaft sichtbar gemacht und Teil des von Stadthistoriker Dr. Ernst Schmidt initiierten Denkmalpfads "Essen erinnert" werden.
QR-Code auf Gedenktafel verweist auf weiterführende Informationen zur Schwarzen Poth
Die geplante Tafel besteht aus einem schräg gestellten Edelstahlschild mit erklärendem Text und historischen Abbildungen. Zusätzlich wird ein QR-Code auf weiterführende Informationen und Fotografien zur Geschichte des Außenlagers verweisen, die von der Gedenkstätte Buchenwald online bereitgestellt werden.
Die Bezirksvertretung I wird gebeten, für Gestaltung, Herstellung und Aufstellung der Tafel rund 1.000 Euro bereitzustellen. Hierzu folgt die finale Entscheidung in der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung I am 24. März.
Die Gedenktafel soll am 11. April feierlich eröffnet werden. An diesem Tag jährt sich die Befreiung von Essen und des Konzentrationslagers Buchenwald durch die US-Armee zum 81. Mal.
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