Die Stadt Essen hat den Abschlussbericht zum Realisierungskonzept für die Installation von Freiflächen-Solarenergieanlagen (PV-Freiflächenanlagen) vorgelegt. Der Auftrag zur Erstellung des Konzeptes erfolgte auf Grundlage eines Ratsbeschlusses im März 2023.
Ziel des Konzepts ist die Umsetzung der Klimaschutzziele im Rahmen des Aktionsplans für nachhaltige Energie und Klima "SECAP". Essen fördert bereits seit dem 1. Januar 2022 zahlreiche objektbezogene Solaranlagen auf privaten Dächern. Mit dem neuen Konzept soll nun auch der Ausbau von PV-Freiflächenanlagen in der Stadt vorangetrieben werden, im Einklang mit der Strategie der Bundesregierung und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023 (EEG 2023).
Wie viele Flächen in Essen sind für PV-Freiflächenanlagen geeignet?
Die Umsetzung von PV-Freiflächenanlagen in Essen muss komplexe rechtliche Vorgaben berücksichtigen. Dazu gehören das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das Baugesetzbuch (BauGB), die Landesbauordnung NRW (BauO NRW), der Landesentwicklungsplan NRW (LEP NRW) sowie naturschutzrechtliche Vorgaben. Um die geeigneten Flächen zu identifizieren, wurden insgesamt 9.514 Eignungsflächen analysiert aus denen sich 127.733 Teilflächen ergaben. Neben den Tabuflächen des RVR, wie Naturschutzgebiete, Wälder etc., wurden außerdem noch geschützte Landschaftsbestandteile (GLB) und Freizeit- und Grünanlagen aus den verfügbaren Flächen gestrichen. Außerdem wurde ein geometrischer Filter implementiert, um eine grundlegende Flächengröße von mindestens 100 Quadratmetern und mindestens zehn Meter Breite zu gewährleisten. Nach der entsprechenden Filterung reduzierte sich die Anzahl der geeigneten Teilflächen auf 29.840. Nach weiteren Filtern, unter anderem zu Eigentumsverhältnissen und Mindestgrößen, ergaben sich 3.130 besonders geeignete Teilflächen, davon 2.617 in städtischer Hand und 513 in Besitz von Konzerntöchtern. Auf diesen Flächen ließen sich über die Faustformel des Umweltbundesamts als theoretischer Ansatz rund 538 MW an PV-Freiflächenanlagen errichten.
Welche Flächen sind für PV-Freiflächenanlagen in Essen besonders geeignet?
Bei der weiteren Erarbeitung des Realisierungskonzepts wurden die Stadtwerke Essen als möglicher Investor mit einbezogen.
Für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen wurde eine Mindestgröße für die Flächen von ca. einem Hektar und eine Mindest-Anlagengröße von ca. 1.000 kWp installierter Leistung als Voraussetzung zugrunde gelegt. Nach Prüfung der städtischen Flächen erwiesen sich die meisten - mit Ausnahme des Messeparkplatzes P10 - als ungeeignet, da sie bereits für andere städtische Projekte vorgesehen waren oder Netzanschlussmöglichkeiten begrenzt waren. Insgesamt wurden abschließend sechs Flächen identifiziert, die nun weitergehend geprüft und auf ihre Eignung für PV-Freiflächenanlagen untersucht werden.
Wie ist der aktuelle Stand der Umsetzung der Solar-Carport-Anlage auf dem Messeparkplatz P10?
Ein herausragendes Projekt ist das geplante Solar-Carport der Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (EVV) am Messeparkplatz P10 an der Lilienthalstraße, bei der auf rund 19 Hektar Fläche etwa 25.000 Module mit einer Leistung von ca. 11 MWp installiert werden sollen. Die Anlage wird jährlich rund 11.000 MWh Strom erzeugen und damit etwa 5.000 Tonnen CO₂ einsparen. Die Stromeinspeisung soll über das Umspannwerk Haarzopf erfolgen. Die Zusage des Stromnetzbetreibers zum Anschluss der geplanten Erzeugungsanlage an das Umspannwerk Haarzopf liegt der EVV vor. Der Trassenverlauf für die zum Anschluss notwendige 10 kV-Leitung mit einer Länge von ca. zwei Kilometern wird im weiteren Planungs- und Umsetzungsverlauf festgelegt. Der Belegungsplan der Module wurde so gestaltet, dass eine maximale Leistungsfähigkeit erreicht wird und keine Parkplätze wegfallen.
Für die Umsetzung der geplanten Solar-Carport-Anlage hat die EVV das Bochumer Unternehmen ROOF+ als Projektpartner ausgewählt. ROOF+ war im Rahmen der Vorbereitung des Bauantrages bereits maßgeblich an den bisherigen Planungsarbeiten für das Projekt beteiligt und soll die Anlage künftig als Generalunternehmer schlüsselfertig realisieren. Aktuell befindet sich das Projekt im Bauantragsverfahren - der Baustart ist, vorbehaltlich der Genehmigung, für Herbst 2026 vorgesehen.
Wie geht es weiter?
Die Stadtverwaltung wird die Umsetzung des Realisierungskonzepts weiterhin eng begleiten und bei Bedarf anpassen. Der Rat der Stadt wird regelmäßig über den Fortschritt der Planungen und Umsetzungen informiert.
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