Das Bürgerhaus Oststadt (BHO) im Bergmannsfeld blickt auf ein halbes Jahrhundert bewegte Geschichte zurück. Seit seiner Eröffnung vor 50 Jahren ist es nicht nur ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen im Essener Osten, sondern auch ein Ort, an dem unzählige persönliche Geschichten entstanden sind.
Im Rahmen eines feierlichen Jubiläumsakts am Donnerstag, 26. März, würdigten zahlreiche Gäste die Bedeutung des Hauses für die Stadtgesellschaft. Neben offiziellen Reden sorgten vor allem persönliche Erinnerungen für emotionale Momente. Oberbürgermeister Thomas Kufen, der Leiter des Jugendamtes, Carsten Bluhm, sowie die Leiterin des Bürgerhauses, Jessica Krupp, teilten prägende Erlebnisse aus ihrer Zeit im Haus.
Bürgerhaus Oststadt – mehr als nur ein Haus
Oberbürgermeister Thomas Kufen erklärte: "Dieses Haus ist ein Spiegel unserer Gesellschaft – lebendig, vielfältig und im stetigen Wandel. Mit seinem Angebot spricht es alle Generationen an und bereichert maßgeblich das soziale und kulturelle Angebot im Essener Osten. Das Bürgerhaus gibt kulturellen Veranstaltungen einen Ort, Diskussionen einen Raum, Platz für Feste und Halt in schwierigen Zeiten durch die Gemeinsamkeit. Es ist Bühne, Treffpunkt, Lernort und manchmal auch Zufluchtsort. Ein Haus ist nur so lebendig wie die Menschen, die es mit Leben füllen. Deshalb gilt mein besonderer Dank all den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Ehrenamtlichen, Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses Bürgerhaus über Jahrzehnte geprägt haben. Ohne ihren Einsatz, ihre Ideen und ihre Leidenschaft wäre dieser Ort nicht das, was er heute ist."
Kulturelle Vielfalt wird gelebt
Carsten Bluhm, Fachbereichsleiter des Jugendamtes sagte: "Das Bürgerhaus Oststadt ist ein magischer Ort. Menschen gestalten diesen Ort und es ist absolut beeindruckend was daraus entsteht. Wir müssen Menschen in den Stadtteilen Räume bieten, die sie gestalten können. Das machen wir und es funktioniert, daher bin ich stolz Teil dieser Stadt zu sein." Er blickte auf seine Zeit als Erzieher im BHO zurück und berichtete von einem Kindertheaterstück, das bereits nach kurzer Zeit für viel Emotionen sorgte. Peter Manns, damaliger Leiter des BHO und Carsten Bluhm beschlossen ein Kasperle-Theater mit Nebelmaschine und lauten Spezialeffekten vorzuführen. Innerhalb von kürzester Zeit weinten zahlreiche Kinder. "Das war eine sehr kurze Karriere als Theaterpädagoge", wie er schmunzelnd zum Besten gab. Jessica Krupp schilderte eindrückliche Situationen, die den Zusammenhalt und die Bedeutung des Hauses unterstrich. "Wir erleben immer wieder das Herkunft und Religion hier bei uns im Bürgerhaus Oststadt keine Rolle spielen – Feste werden gemeinsam gefeiert und es macht keinen Unterschied, wo jemand herkommt."
Auch das vielfältige Engagement der Nutzer*innen des Bürgerhauses wurde beim Jubiläum deutlich. Seit 50 Jahren probt unter anderem das Steeler Ballett in den Räumlichkeiten – mit Edeltrud Weiß, die auch im Alter von 92 Jahren noch mit großer Leidenschaft unterrichtet. Ebenso steht die nächste Generation im Fokus: Der ehemalige Besucher Emrah Ibrahimi leitet heute einen Kinder-Hip-Hop-Kurs und präsentierte gemeinsam mit seinen Schülerinnen*Schülern eindrucksvolle Darbietungen. Ein besonderes Zeichen der Verbundenheit setzte Raimund Nadolny von der Coverband "Timeless Music", der dem Bürgerhaus ein Schlagzeug spendete und zusätzlich kostenlose Workshops ankündigte.
Das Bürgerhaus Oststadt wurde 2018 zudem für seine Architektur als „Big Beautiful Building“ ausgezeichnet.
Weitere Informationen zum Bürgerhaus Oststadt www.buergerhaus-oststadt.de .
Zum Hintergrund
Das Bürgerhaus Oststadt ist seit 50 Jahren ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Kreativität für die Menschen in Steele, Freisenbruch und Horst. Mit seinem vielseitigen Angebot spricht es alle Generationen an und bereichert maßgeblich das soziale und kulturelle Angebot im Essener Osten. Bereits Anfang der 1960er Jahre beschloss der damalige Essener Stadtrat, in den Stadtbezirken Zentren zu errichten, in denen sich das politische, kulturelle, "musische und jugendpflegerische" Leben konzentrieren sollte. 1966 fiel dann die Entscheidung, hier am Schultenweg ein Bürgerhaus zu errichten. Die Stadt Essen betrat damit absolutes Neuland. Als schließlich am 26. März 1976 das Bürgerhaus Oststadt eingeweiht wurde, war es nicht nur das erste in Essen, sondern zugleich das erste seiner Art im Ruhrgebiet. Das Haus bietet allen Altersgruppen und Nationalitäten im Quartier ein Zuhause. Ob Theaterabende, Konzerte, Flohmärkte, Töpfern, Turnen, Singen oder Gitarre spielen: Das Bürgerhaus Oststadt vereint seit 1976 zahllose Menschen.
Um diesem besonderen Haus auch in Zukunft gerecht zu werden, wurden viereinhalb Jahre (bis 2024) umfassende Sanierungsarbeiten durchgeführt. Mit einem Investitionsvolumen von 6,9 Millionen Euro wurden der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht, Barrierefreiheit hergestellt, die technische Ausstattung modernisiert und denkmalgeschützte Elemente behutsam restauriert.
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