Igelschutz in Essen: Umweltamt der Stadt Essen gibt Hinweise

05.05.2026

Das Umweltamt der Stadt Essen verstärkt den Einsatz für den Schutz heimischer Wildtiere. Es weist auf die große Bedeutung einer schnellen medizinischen Versorgung hin. Trotz bestehender Präventionsmaßnahmen werden jedes Jahr viele Tiere, wie zum Beispiel Igel verletzt. Häufige Ursachen sind Mähroboter und andere Gartengeräte. Die Tiere sind dann auf intensive Betreuung angewiesen. Ohne ehrenamtliche Hilfe wäre diese Versorgung nicht möglich.

Um auf das Thema aufmerksam zu machen, hat das Umweltamt eine Pflegestelle für Wildtiere besucht. In Essen gibt es derzeit zwei spezialisierte Einrichtungen. Sie ermöglichen eine intensivmedizinische Behandlung von Wildtieren. Eine der Pflegestellen wird von den Igelfreunden Ruhrgebiet e.V. betrieben. Viele Ehrenamtliche kümmern sich außerdem um die Nachsorge und betreuen die Tiere bis zur Auswilderung.

Verletzte Igel im Jahr 2025

Eine Auswertung der Igel-Pflegestelle der Igelfreunde Ruhrgebiet e.V. für das Jahr 2025 zeigt, wie wichtig es ist, unter anderem im Garten genau hinzusehen: Insgesamt wurden 93 Igel betreut. Davon hatten 28 Prozent schwere Schnittverletzungen. Betroffen waren Kopf, Körper oder Gliedmaßen. Auch Verkehrsunfälle sind eine häufige Ursache.

Die Folgen sind oft gravierend. 62 Prozent der schwer verletzten Tiere starben an den Folgen ihrer Verletzungen oder mussten eingeschläfert werden. Diese Quote zeigt: Pflege allein reicht oft nicht aus. Schnelle und spezialisierte Behandlungen und medizinische Eingriffe sind entscheidend zur Erhöhung der Überlebenschancen.

"Ohne das immense Engagement der Ehrenamtlichen und die Expertise von speziell geschulten Tierärzten wäre die Situation für die Igel in Essen noch viel aussichtsloser", sagt Sonja Eisenmann, Leiterin des Umweltamtes. Die Zusammenarbeit zwischen dem Umweltamt, den lokalen Initiativen, wie den Igelfreunden Ruhrgebiet e.V. und der veterinärmedizinischen Praxis sei essenziell. Hier möchte das Umweltamt nach seinen Möglichkeiten mehr Unterstützung leisten.

Richtiger Umgang mit verletzten Tieren

Die Pflege verletzter Tiere ist aufwendig. Sie brauchen täglich Betreuung, oft rund um die Uhr. Auch Medikamente und Verbandsmaterial sind nötig. Die Igelfreunde Ruhrgebiet e.V. leisten, wie viele andere Initiativen im Wildtierschutz, seit Jahren wichtige Aufklärungsarbeit. Sie warnen besonders vor den Gefahren, die von Mährobotern ausgehen.

Das Umweltamt richtet daher einen Appell an die Bevölkerung:

  • Wer einen verletzten Igel oder ein anderes Wildtier findet, sollte sofort eine Pflegestelle kontaktieren. Jede Stunde zählt.
  • Gartenbesitzer*innen sollten bei der Pflege ihrer Flächen besonders vorsichtig sein. Das gilt vor allem für den Einsatz von Mährobotern.

Die Pflegestellen freuen sich über jede Unterstützung. Jedes Wildtier, das gerettet und wieder ausgewildert wird, ist ein Gewinn für die biologische Vielfalt in Essen. Der Igel ist zudem nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt.

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Die heimischen Igel leiden vermehrt an Unterernährung und Verletzungen durch den Einsatz von Mährobotern.
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