Pilotprojekt zur Digitalisierung des Museum Folkwang Archivs abgeschlossen

Neue Lizenz ermöglicht rechtssichere Recherche

19.05.2026

Das gemeinsam vom Museum Folkwang und Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv (HdEG) durchgeführte Pilotprojekt zur Digitalisierung historischer Museumsakten ist erfolgreich abgeschlossen. Rund 250 Akten aus dem Zeitraum von 1898 bis 1955 wurden zur dauerhaften Aufbewahrung an das HdEG übergeben und vor Ort digitalisiert. Ab sofort stehen die erstellten Digitalisate zur kostenlosen Online-Recherche für die (Provenienz-)Forschung und Interessierte zur Verfügung.

Warum ist die Digitalisierung so bedeutend?

Mit der Digitalisierung und Veröffentlichung des Bestands wird ein bedeutender Quellenkorpus zur Geschichte des Museum Folkwang erstmals umfassend und ortsunabhängig zugänglich gemacht. Möglich wird dies durch eine eigens entwickelte Lizenz in Zusammenarbeit mit der Verwertungsgesellschaft VG Bild-Kunst, die eine rechtssichere Veröffentlichung erlaubt. Die Akten können ab jetzt ohne Schwärzungen eingesehen werden.

"Mit der Digitalisierung des Archivs des Museum Folkwang machen wir ein bedeutendes Stück Essener Kultur- und Stadtgeschichte dauerhaft und weltweit zugänglich", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie moderne Digitalisierung den Zugang zu Wissen erleichtert und zugleich unser kulturelles Erbe bewahrt. Besonders freut mich, dass mit der gemeinsam entwickelten Lizenzlösung erstmals eine rechtssichere und ungeschwärzte Online-Recherche möglich ist. Damit stärken wir nicht nur die Provenienzforschung, sondern auch Essen als Kultur- und Wissenschaftsstandort."

Welche Bedeutung hat das Projekt für das Museum Folkwang?

Prof. Peter Gorschlüter, Direktor Museum Folkwang erklärt: "Die Digitalisierung der Folkwang-Akten ist ein wichtiger Schritt in der digitalen Strategie des Museum Folkwang, um mehr Transparenz und Zugänglichkeit für alle zu schaffen. Sie ermöglicht neue Formen der Vernetzung und eröffnet zusätzliche Wege in der Forschung."

Welche Herausforderungen gab es bei der Digitalisierung?

"Die Digitalisierung von Archivgut ist für die Archive eine neue komplexe Aufgabe, die technische, organisatorische und rechtliche Aspekte umfasst", sagt Claudia Kauertz, Leiterin Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv. "Dabei bringt insbesondere die Veröffentlichung von noch urheberrechtlich geschützten Werken im Internet große rechtliche Herausforderungen mit sich, die in dem Pilotprojekt vom Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv erstmals gelöst werden konnten. Damit ist ein Meilenstein für die historische Forschung erreicht.“

Welche Inhalte umfasst der digitalisierte Bestand?

Der Bestand umfasst etwa 250 Akten und damit etwa 7,7 laufende Meter Archivmaterial. Darunter Korrespondenzen der Museumsdirektoren und Kuratorinnen*Kuratoren, Unterlagen zu Ankäufen, Verkäufen, Ausstellungen und Vermittlungsangeboten sowie Verwaltungsakten. Die Materialien bieten zentrale Einblicke in die Institutionsgeschichte des Museums, die Provenienzgeschichte seiner Sammlungen und die Biografien der verschiedenen Akteurinnen*Akteure, insbesondere zahlreicher Künstler*innen. Korrespondenzen unter anderem mit Karl Ernst und Gertrud Osthaus, Ernst Gosebruch, Paul Signac, Ada und Emil Nolde, Helene und Christian Rohlfs oder Ernst Ludwig Kirchner eröffnen vielfältige Perspektiven auf die Netzwerke und Entwicklungen der Kunstwelt.

Welche Zeiträume dokumentieren die Akten?

Inhaltlich dokumentieren die Akten die Entwicklung des Museums von den Anfängen des Kunstmuseum Essen über die 1920er-Jahre bis zu den Einschnitten während der Zeit des Nationalsozialismus. Auch der sogenannte Wiederaufbau nach 1945 sowie Rückführungen, Neuerwerbungen und bauliche Entwicklungen sind dokumentiert.

Wie können die Digitalisate genutzt werden?

Der Bestand ist in Teilen über Volltextrecherche durchsuchbar. Die Benutzung der Digitalisate wird damit erheblich erleichtert. Der Bestand wird auf verschiedenen Archivportalen, wie dem Archivportal NRW, dem Archivportal D und der Europeana, überregional präsentiert.

Wer hat das Projekt gefördert?

Gefördert wurde das zweijährige Pilotprojekt im Rahmen der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR).

Herausgegeben von:

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Digitalisierung des Museum Folkwang Archivs abgeschlossen: (v.l.n.r.) Palent Kazani, Besucher, Christina Fehse, HdEG, Claudia Kauertz, HdEG Oberbürgermeister Thomas Kufen, Mathilde Heitmann-Taillefer, Museum Folkwang und Peter Gorschlüter, Museum Folkwang.
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