Das "Essener Modell Geduldete" soll planmäßig Ende 2026 auslaufen. Der Rat der Stadt Essen hat der Beendigung in seiner heutigen Sitzung (08.07.) zugestimmt. Bewährte Kooperationsstrukturen sollen dauerhaft in den Regelbetrieb überführt werden. Der Rat hat zudem eine Neuausrichtung des Integrationsmanagements entschieden. Das Angebot soll mit angepasster Personalstärke fortgeführt werden.
Das "Essener Modell Geduldete" unterstützt junge Menschen mit libanesischer Zuwanderungsgeschichte auf dem Weg zu einem gesicherten Aufenthaltsstatus. Es schafft Perspektiven und stärkt die Integration. Gleichzeitig trägt es zur öffentlichen Sicherheit bei.
Welche Ergebnisse hat das Modell erzielt?
Seit dem Start wurden zahlreiche Menschen begleitet.
Nach Einschätzung der Fachverwaltung ist die ursprüngliche Zielgruppe inzwischen weitgehend erreicht. Die verbleibenden Teilnehmenden werden weiterhin begleitet. Ziel bleibt die weitere Verfestigung ihres Aufenthaltsstatus.
Was bleibt nach dem Ende des Modells bestehen?
Mit dem Auslaufen endet nicht die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ausländerbehörde, Jugendamt und Kommunalem Integrationszentrum (KI) Essen. Die beteiligten Stellen werden ihre abgestimmten Verfahren fortführen. Auch die gewonnenen Erfahrungen sollen dauerhaft genutzt werden.
Welche Aufgaben übernimmt das Integrationsmanagement künftig?
Der Rat beauftragt die Verwaltung, den Zugang zur libanesischstämmigen Community weiterhin sicherzustellen. Im Fokus stehen dabei Prävention, Deeskalation und Konfliktvermeidung. Die Arbeit konzentriert sich vor allem auf die Stadtbezirke I bis VII.
Künftige Schwerpunkte sind:
Warum gilt das Integrationsmanagement als erfolgreich?
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die interkulturelle Vermittlung. Mitarbeitende arbeiten muttersprachlich und kennen die sozialen Strukturen der Community. Dadurch erreichen sie Menschen, die sonst oft schwer zugänglich sind. Zu den wichtigsten Bausteinen gehören niedrigschwellige Einzelfallhilfe, Präventionsarbeit in belasteten Stadtteilen, abgestimmte Krisenintervention und interkulturelle Vermittlung.
In den vergangenen zwei Jahren war das Integrationsmanagement zudem an mehreren sicherheitsrelevanten Einsätzen beteiligt. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Jugendarbeit, zur Stabilisierung von Familien und zur kommunalen Sicherheitsarchitektur.
Zum Hintergrund
Der Rat der Stadt Essen beschloss bereits 2008 das Handlungskonzept "Chancen bieten – Grenzen setzen". Ziel war die Förderung der Integration von Menschen mit libanesischer Zuwanderungsgeschichte. Eine Evaluation im Jahr 2012 bestätigte die Wirksamkeit des Ansatzes. 2016 richtete Oberbürgermeister Thomas Kufen die städtische Kommission "Essener Modell Geduldete" ein. Daran beteiligt sind verschiedene Fach- und Geschäftsbereiche der Stadt Essen, darunter die Zentrale Ausländerbehörde, das Jugendamt und das Kommunales Integrationszentrum Essen. Seitdem wurde das Integrationsmanagement kontinuierlich weiterentwickelt und als wirksames Instrument für Integration und Sicherheit etabliert.
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