Die Stadt Essen möchte das ehemalige Milchhof-Gelände am Palmbuschweg in Altenessen-Süd zu einem modernen Wohnquartier entwickeln. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, -planung und Bauen hat dafür in seiner heutigen (02.07.) Sitzung die Machbarkeitsstudie zum Bauvorhaben "Palmbuschweg/Milchhof" als Grundlage für die weitere städtebauliche Entwicklung beschlossen. Ziel ist es, auf der bislang brachliegenden Fläche benötigten Wohnraum sowie soziale Infrastruktur zu schaffen.
Um welches Gebiet geht es?
Das rund drei Hektar große Plangebiet befindet sich im Stadtteil Altenessen-Süd und umfasst das Gelände des ehemaligen Milchhofs "Kutel" sowie angrenzende Flächen zwischen dem Palmbuschweg, der Berne, dem Helenendamm und der Bahnstrecke Köln-Minden. Der Milchhof wurde bereits vor rund 25 Jahren aufgegeben. Seitdem konnte die Fläche trotz verschiedener Planungsansätze nicht neu entwickelt werden.
Was war dort vorher geplant?
Für das Gebiet gilt bislang der Bebauungsplan Nr. 326 aus dem Jahr 1965, der dort Gewerbeflächen vorsieht. Diese Planungsziele entsprechen jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. Bereits seit 2018 verfolgte die Stadt das Ziel, auf dem Gelände ein urbanes Gebiet mit Wohnraum zu entwickeln. Das entsprechende Bebauungsplanverfahren wurde jedoch 2022 eingestellt, nachdem Gutachten ergeben hatten, dass die damalige Planung zu einer erheblichen zusätzlichen Verkehrsbelastung sowie zu Überschreitungen der Grenzwerte für Luftschadstoffe und Lärm geführt hätte.
Wie soll das Gebiet jetzt gestaltet werden?
Die überarbeitete Planung sieht ein verkehrsarmes, innenorientiertes Wohnquartier mit einer deutlich reduzierten Verkehrsbelastung vor. Geplant sind zehn Wohngebäude sowie ein Gebäude mit sozialer Nutzung. Dort sollen eine sechszügige Kindertagesstätte und zwei seniorengerechte Wohngruppen entstehen.
Etwa 40 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert und rund 60 Prozent frei finanziert werden. Die Gebäude werden überwiegend drei bis fünf Geschosse hoch sein und sich in die bestehende Nachbarschaft einfügen.
Ein zentrales Element der Planung ist eine fußläufige Allee mit hoher Aufenthaltsqualität, die zu einem Quartiersplatz mit Spiel- und Aufenthaltsflächen führt. Der ruhende Verkehr soll größtenteils in einer Tiefgarage untergebracht werden, sodass oberirdisch großzügige Grün- und Freiflächen entstehen können. . Insgesamt sind rund 8.100 Quadratmeter bodenoffene Grünflächen sowie rund 2.200 Quadratmeter intensiv begrünte Flächen auf den Tiefgaragendecken vorgesehen. Außerdem ist entlang des Bahndamms eine neue Radwegeverbindung angedacht, die künftig den Bahnhof Altenessen mit dem Kaiser-Wilhelm-Park verbinden könnte.
Was sind die nächsten Schritte?
Nach dem Grundsatzbeschluss wird die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt. Parallel wird das Vorhaben im Zuge eines Bauantragsverfahren mit den beteiligten Fachbereichen abgestimmt. Außerdem soll ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden, der unter anderem die Regelungen zum geförderten Wohnungsbau sowie zu Dachbegrünung und Photovoltaik enthält. Darin soll auch eine angemessene bauliche Dichte, qualitätsvolle Frei- und Verkehrsräume, attraktive Gemeinschaftsflächen, ein nachhaltiges Energiekonzept sowie Angebote für Elektromobilität geregelt werden.
Anschließend kann der Vorhabenträger einen Antrag auf planungsrechtliche Abweichung nach § 246e Baugesetzbuch stellen. Diese Regelung des sogenannten "Bauturbos" ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen eine beschleunigte Genehmigung von Wohnungsbauvorhaben auch dann, wenn sie von älteren Bebauungsplänen abweichen.
Mehr Informationen erhalten Interessierte im RatsInformationsSystem der Stadt Essen .
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