Ein außergewöhnliches Naturschauspiel ist derzeit im Kakteen- und Sukkulentenhaus des Grugaparks Essen zu beobachten: Der Wild-Sisal (Furcraea selloana) hat einen Blütenstand ausgebildet. Der Trieb kann bei dieser Art eine Höhe von rund sechs Metern erreichen.
Das Ausbilden eines Blütenstandes ist bei dieser Art ein seltenes Ereignis. Der Blütenstand wächst als langer Trieb senkrecht in die Höhe. Weil er so lang ist, haben die Gärtner*innen der Pflanzenschauhäuser den Blütenstand bereits "eingefangen" und vorsichtig umgelenkt. So wird verhindert, dass der Trieb in die Kunststofffolie der Dächer hineinwachsen kann. Inzwischen beginnt der meterhohe Trieb bereits, sich zu verzweigen.
Das Erscheinen des Blütenstandes kündigt zugleich das Ende der Pflanze an. Bei den Agavengewächsen kommt dies vor: Die Pflanze vollendet mit Blüte und Fruchtbildung ihren natürlichen Lebenszyklus und stirbt anschließend ab. Das Exemplar in den Pflanzenschauhäusern ist älter als die Schauhäuser selbst und damit mehr als 41 Jahre alt. Es wurde bereits bei der Erstbepflanzung gepflanzt und gehört damit seit Jahrzehnten zum Pflanzenbestand.
Über die Furcraea selloana
Furcraea selloana ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Agavengewächse innerhalb der Familie der Spargelgewächse. Der Name der Art bezieht sich auf den deutschen Naturforscher Friedrich Sello, der unter anderem in Südamerika aktiv war. Die Pflanze bildet rund 150 cm hohe Stämme. Ihre langen, schwertförmigen Blätter sind in prächtigen Rosetten angeordnet. Sie erreichen eine Länge von rund 125 Zentimeter und zehn Zentimeter Breite. An den Rändern sind sie mit auffälligen braunen Zähnen bestückt. Optisch ähnelt die Pflanze so ihrer Verwandtschaft, den Agaven. Die prachtvolle optische Erscheinung machte die Furcraea zu einer beliebten Zierpflanze, die als solche im tropischen Raum weltweit Verbreitung fand. Wohl deshalb kennt man ihren Ursprung nicht genau. Ihre Heimat befindet sich vermutlich in Kolumbien und Ecuador.
Der deutsche Name weist auf eine Eigenschaft vieler Agavengewächse hin: Diverse Arten werden angebaut, um aus ihnen Naturfasern, unter anderem Sisal, zu gewinnen.
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