Für die ersten Schüler*innen der neuen Tiegelschule im Nordviertel hat heute (04.09.) ein besonderer Schulalltag begonnen: Sie sind die ersten Kinder, die in dem neu errichteten Schulgebäude lernen. Oberbürgermeister Thomas Kufen begrüßte die Schulgemeinschaft zum Start an der neuen inklusiven Grundschule.
"Der erste Schultag ist immer ein ganz besonderer Moment, an den man sich noch lange erinnert. Und wenn der Schulstart in einer nigelnagelneuen Schule erfolgt, dann gilt das erst recht", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Die Tiegelschule ist mit ihrem Raum- und Lernkonzept ein toller Lernort, der ganz sicher landesweit als Vorbild dienen wird. Mein besonderer Dank gilt allen, die mit ihrem Einsatz dazu beigetragen haben, diesen besonderen Schulstandort zu verwirklichen und das innovative Konzept mit Leben zu füllen."
Was ist das Besondere an der neuen Tiegelschule?
Mit dem Neubau hat die Stadt Essen dringend benötigten Schulraum im Stadtteil geschaffen. Die dreizügige Grundschule bietet Platz für rund 320 Kinder. Die Zügigkeit wird sukzessive aufgebaut. Zum Schuljahr 2026/2027 wurden zunächst 67 Schüler*innen aufgenommen. Die Schule soll mit der Einrichtung des ersten vierten Jahrgangs im Schuljahr 2029/2030 vollständig dreizügig sein.
Die Tiegelschule ist als inklusive Grundschule mit einem besonderen Raum- und Lernkonzept konzipiert worden. Dieses wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Schulverwaltung, dem Schulamt und der Universität Duisburg-Essen entwickelt. Statt klassischer Klassenzimmer und Flure gibt es Lerncluster, die aus verschiedenen Räumen bestehen und vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Lernen bieten. Dabei werden alle Bereiche des Gebäudes sowie der Außenbereich als Lernorte einbezogen.
Zur Ausstattung gehören unter anderem Fachräume für Musik und Kunst, ein Bewegungsraum und eine Lehrküche. Im Außenbereich gibt es verschiedene Spiel- und Sitzgelegenheiten, grüne Klassenzimmer sowie Terrassen und Balkone. Auch der Werkraum im Erdgeschoss verfügt über einen direkten Zugang nach draußen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der engen Zusammenarbeit mit der Universität Duisburg-Essen. Studierende sollen an der Tiegelschule erste Praxiserfahrungen sammeln können. Gleichzeitig wird die Schule ein Ort wissenschaftlicher Forschung zum Thema "Schule" sein. Das Schulteam soll dauerhaft im Austausch mit der Universität stehen. Die Schüler*innen lernen dabei jahrgangsübergreifend und in inklusiven Gruppen.
"Ich wünsche der gesamten Schulgemeinschaft der Tiegelschule eine gute Zukunft und allen Schülerinnen und Schülern eine großartige Schulzeit", so der Oberbürgermeister. "Die Kinder, die heute starten, sind die Ersten, die alles an der Tiegelschule ausprobieren können: die Tische und Stühle, die Räume, den Außenbereich und auch die Schultoiletten. Alles ist neu und unbenutzt. Das macht die Schulzeit schon jetzt einzigartig. Für ganz besondere Momente werden aber auch die Lehrerinnen und Lehrer sorgen, denen ich an dieser Stelle ebenfalls einen guten Start an der Tiegelschule wünsche."
Wie geht es am Standort weiter?
Auch die Pestalozzi-Schule wird die neuen Räumlichkeiten der Tiegelschule vorübergehend mitnutzen. Die Schule mit dem Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" wird dort einen befristeten Teilstandort einrichten. Dies gilt, bis der geplante Umbau des ehemaligen Bundesbankgebäudes an der Moltkestraße zum Standort einer neuen städtischen Grundschule abgeschlossen ist.
Der Neubau der Turnhalle ist ebenfalls noch vorgesehen. Der Rat der Stadt Essen hat im Juli 2026 die Fortführung des Turnhallensanierungspakets V einschließlich des Neubaus der Turnhalle an der Tiegelschule beschlossen. Nach aktuellem Stand soll mit dem Bau im zweiten Quartal 2027 begonnen werden. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2028 vorgesehen.
Weitere Informationen zum Schulbau in Essen finden Interessierte auf www.essen.de/machtschule.
Zum Hintergrund
Die frühere Tiegelschule war 2011 aufgrund zu geringer Schülerzahlen geschlossen worden. Das Gebäude stand zunächst leer und wurde ab 2014 vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Der Rat der Stadt Essen beschloss 2019 den Abriss und Neubau der Schule. Die Kosten für den Neubau belaufen sich nach der im Mai 2026 beschlossenen Kostenanpassung auf rund 32,32 Millionen Euro.
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