Baubeschluss für neues Eingangs- und Gastronomiegebäude im Grugapark Essen empfohlen
Neubau ersetzt die sanierungsbedürftige Orangerie – modernes Willkommenscenter, Parkgastronomie und neue Räume für die Schule Natur geplant
09.09.2026
Das Wichtigste auf einen Blick
- Neues Eingangsgebäude: Die heutige Orangerie im Grugapark wird durch ein modernes Eingangs- und Gastronomiegebäude mit Willkommenscenter, Shop, Gastronomie und mehr Platz für die "Schule Natur" ersetzt.
- Nachhaltigkeit im Fokus: Der Neubau setzt auf klimaschonende Materialien wie Holz und Stampflehm, begrünte Dächer und Photovoltaik. Angestrebt wird der DGNB-Gold-Standard.
- Fertigstellung bis 2029: Der Ausschuss empfiehlt den Baubeschluss; der Rat der Stadt Essen entscheidet am 16. September endgültig. Fertig werden soll das Gebäude zum 100-jährigen Bestehen des Grugaparks 2029.
- Kosten: Rund 24,8 Millionen Euro netto.
Der Ausschuss für Umwelt-, Klima- und Verbraucherschutz hat in seiner heutigen (08.09.) Sitzung den Baubeschluss für den Neubau des Eingangs- und Gastronomiegebäudes im Grugapark Essen am Eingang Virchowstraße empfohlen. Die finale Entscheidung wird der Rat der Stadt Essen am 16. September treffen.
Das neue Gebäude soll die heutige Orangerie ersetzen und zum 100-jährigen Bestehen des Grugaparks im Jahr 2029 fertiggestellt sein. Mit dem Neubau entsteht eine zentrale und zeitgemäße Anlaufstelle für die jährlich mehr als eine Million Besucher*innen des Grugaparks. Vorgesehen sind ein großzügiges Willkommenscenter mit Kasse, Verleihcenter und Gruga-Shop, eine moderne Parkgastronomie sowie eine neue, deutlich größere Heimat für das Umweltbildungszentrum "Schule Natur".
"Der Grugapark ist einer der wichtigsten Orte für Erholung, Freizeit, Bildung und Naturerlebnis in unserer Stadt. Mit dem neuen Eingangs- und Gastronomiegebäude schaffen wir ein modernes Entree, das unsere Gäste angemessen empfängt und gleichzeitig Gastronomie und Umweltbildung miteinander verbindet. Dabei ist besonders wichtig, dass wir hohe Ansprüche an Nachhaltigkeit und Klimaschutz erfüllen", sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen.
Nachhaltiger Neubau als Teil des Parkentwicklungskonzeptes
Der Neubau ist ein zentraler Baustein des vom Rat beschlossenen Parkentwicklungskonzeptes "Grugapark – Begeistert für Grün". Der Entwurf der Planergemeinschaft unter Federführung des Stuttgarter Architekturbüros Bez + Kock Architekten, Generalplaner GmbH, ging aus dem 2024 durchgeführten Realisierungswettbewerb als Sieger hervor. Gemeinsam mit koeber Landschaftsarchitektur sowie weiteren Fachplanern wurde ein Gebäude entwickelt, das sich eng mit dem Park und den angrenzenden Farbenterrassen verzahnt.
Der Neubau besteht aus drei Kuben, die durch ein filigranes Holzdach zu einem Pavillon verbunden werden. Die Dächer der Kuben werden als intensiv bepflanzte Pflanztröge gestaltet. Teile der Dachfläche werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Für den Bau sollen unter anderem Holz und Stampflehm als natürliche und klimaschonende Materialien eingesetzt werden. Angestrebt wird eine Zertifizierung nach dem anspruchsvollen DGNB-Gold-Standard (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen).
"Mit diesem Projekt zeigen wir, wie nachhaltiges Bauen, hochwertige Architektur und die besonderen Anforderungen eines Parks zusammengebracht werden können. Der Grugapark soll nicht nur ein Ort sein, an dem Nachhaltigkeit vermittelt wird – er soll sie auch selbst sichtbar und erlebbar machen", so Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorständin für Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen. Die Baustelle soll als Schaubaustelle gestaltet werden und ist ein zentrales Element der Aktivitäten des Grugaparks als Teil der IGA 2027.
Mehr Platz für Umweltbildung
Auch die "Schule Natur" erhält mit dem Neubau deutlich bessere Rahmenbedingungen. Das Umweltbildungszentrum, das seit 2017 als Regionalzentrum des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildung für nachhaltige Entwicklung anerkannt ist, wird räumlich erweitert und stärker in den Park integriert. Vorgesehen sind unter anderem drei Kursräume, eine Lehrküche und eine Holzwerkstatt. Über ein offenes Foyer soll das Umweltbildungszentrum künftig unmittelbar an den neuen Eingangsbereich angebunden werden. Damit wird die Bedeutung der Umweltbildung als ein zentraler Bestandteil des Grugaparks weiter gestärkt.
Neue Eingangssituation an der Virchowstraße – Parkgastronomie mit neuem Angebot
Das neue Gebäude wird gegenüber der heutigen Orangerie etwas weiter in den Park hineinrücken und als Fortsetzung der Farbenterrassen verstanden. Auf der Nordseite entsteht eine großzügige Ankommenssituation mit einem neuen Vorplatz mit großer Freitreppe, Sitzgelegenheiten und Fahrradstellplätzen. Von dort gelangen Besucher*innen direkt in das Willkommenscenter.
Die Parkgastronomie öffnet sich mit einer großzügigen Glasfront zur Kranichwiese und erhält eine vorgelagerte große Terrasse. Damit wird der Neubau zugleich zu einem neuen Aufenthaltsort mit direktem Bezug zum Park. Derzeit läuft ein Interessenbekundungsverfahren, an dem sich Gastronomen, die das neue Restaurant künftig betreiben möchten, mit einem Konzept vorstellen konnten.
Fertigstellung bis zum 100. Geburtstag
Mit dem Baubeschluss und nach erteilter Baugenehmigung beginnt nun die Ausführungsplanung mit anschließender Umsetzung des Projekts. Die Stadt Essen verfolgt weiterhin das Ziel, den Neubau spätestens zum 100-jährigen Bestehen des Grugaparks im Jahr 2029 fertigzustellen.
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