Tag der wohnungslosen Menschen in Essen: Vorurteile abbauen und Wertschätzung zeigen
Am Freitag, 11. September, von 11 bis 15 Uhr, in den Räumlichkeiten der Suchthilfe direkt Essen, Hoffnungsstraße 24.
09.09.2026
Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter – und hinter jedem steht eine individuelle Lebensgeschichte. Am Tag der wohnungslosen Menschen setzt die Essener Suchthilfe direkt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Essen ein Zeichen für Begegnung, Respekt und gesellschaftliche Teilhabe: Unter dem Motto "Essen. Verstehen. Begegnen." findet am Freitag, 11. September, von 11 bis 15 Uhr der "Tag der Begegnung" in den Räumlichkeiten der Suchthilfe direkt Essen (Hoffnungstraße 24).
Betroffene und Interessierte herzlich eingeladen
Eingeladen sind wohnungslose und obdachlose Menschen, interessierte Bürger*innen sowie Vertreter*innen aus Verwaltung, Gesundheitsversorgung und weiteren Bereichen, die im Alltag Berührungspunkte mit wohnungslosen Menschen haben. Ein zentrales Anliegen des Tages ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, die sich im Alltag zwar begegnen oder miteinander zu tun haben, aber nur selten die Gelegenheit zu einem persönlichen Austausch außerhalb der üblichen Rollenzuständigkeiten haben.
"Wir möchten nicht über Menschen sprechen, sondern mit ihnen. Begegnung schafft Verständnis und Verständnis ist der erste Schritt, um Vorurteile abzubauen", betont Nick Saar, Mitinitiator und Mitarbeiter der Suchthilfe direkt. Mit dieser Botschaft möchte die Veranstaltung für die Lebenssituation wohnungs- und obdachloser Menschen sensibilisieren und gleichzeitig einen Ort schaffen, an dem Begegnung ohne Berührungsängste möglich ist. Denn Wohnungslosigkeit ist eine gesellschaftliche Herausforderung – vor allem aber ist sie die Lebensrealität konkreter Menschen.
"Wir wollen an diesem Tag einen Raum schaffen, in dem niemand erklären muss, warum er gerade dort steht, wo er steht. Es geht darum, gemeinsam zu essen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich als Mensch zu begegnen", so Nick Saar.
Schlemmen und begegnen
Für eine besondere Atmosphäre sorgt eine Schlemmermeile, die allen Gästen offensteht. Angeboten werden unter anderem frisch zubereitete Burger und Hotdogs, Pommes mit Frikandel sowie frische Waffeln und eine Candy-Bar.
Das Essen wird dabei zum Türöffner für Begegnung: Gemeinsam an einem Tisch sitzen, miteinander essen und ins Gespräch kommen – unkompliziert, ungezwungen und ohne Berührungsängste. Darüber hinaus stehen dank Unterstützung von Essener Drogeriemärkten sowie Bürgerinnen*Bürgern Kleiderspenden und Hygieneprodukte zur Verfügung.
Gesundheit im Blick
Auch das Thema Gesundheit spielt an diesem Tag eine wichtige Rolle. Die Beratungsstelle für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) des Gesundheitsamts der Stadt Essen bietet kostenlose und anonyme Testmöglichkeiten an. Erstmals kommt dabei ein neues Testgerät zum Einsatz, mit dem die Ergebnisse von Hepatitis-C-Tests in rund einer Stunde vorliegen. Ergänzend werden HIV-Schnelltests sowie anonyme und kostenfreie Labortests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen angeboten.
Das Test- und Beratungsangebot steht auch über den Aktionstag hinaus zur Verfügung. In den Räumlichkeiten der Beratungsstelle des Gesundheitsamts der Stadt Essen in der Hindenburgstraße 29 können insbesondere Menschen in schwierigen Lebenslagen, darunter wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte sowie drogengebrauchende Menschen, die kostenlosen und anonymen Angebote wahrnehmen. Eine Terminvereinbarung ist für die Sprechstunden nicht erforderlich. Weitere Informationen sind unter www.essen.de/sex-gesundheit zu finden. Zusätzlich besteht über die medizinische Abteilung der Suchthilfe direkt die Möglichkeit, vor Ort einen Gesundheits-Checkup durchführen zu lassen.
Auch Safer-Use-Maßnahmen werden am 11. September vor Ort angeboten: Besucher*innen des Drogenkonsumraums können ihr mitgebrachtes Heroin auf Beimengungen von synthetischen Opioiden testen lassen.
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