Vernetzung und Wissenstransfer

Kommunale Kriminalprävention lebt vom Austausch – zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Praxis ebenso wie zwischen Kommunen, Fachdisziplinen und der Stadtgesellschaft. Vernetzung und Wissenstransfer schaffen dabei die Grundlage, Erfahrungen zu teilen, neue Impulse aufzunehmen und gemeinsam Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu entwickeln.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem fachlichen Austausch und der Vernetzung sowohl innerhalb der Stadt als auch über die Stadtgrenzen hinaus. Daher ist die Arbeit der Strategischen Stabsstelle maßgeblich vom Austausch mit anderen Kommunen im DEFUS-Städtenetzwerk, von der Initiierung eines Präventionsnetzwerks Rhein-Ruhr sowie von der Teilnahme an Fachtagungen und Fortbildungen geprägt.

Deutsch-Europäisches Forum für Urbane Sicherheit

Die Stadt Essen ist bereits seit 2015 Mitglied bei DEFUS sowie dem europäischen Dachverband Efus. Christian Kromberg, Geschäftsbereichsvorstand für Recht, öffentliche Sicherheit und Ordnung, ist seit 2020 Vorsitzender von DEFUS.

Das Städtenetzwerk bietet seinen Mitgliedsstädten zahlreiche Veranstaltungen und Austauschformate. Zweimal jährlich findet eine Mitgliederversammlung statt, einmal digital und einmal in Präsenz. Die Präsenzveranstaltung 2024 in Gelsenkirchen widmete sich den Schwerpunkten marginalisierte Gruppen, Jugendkriminalität und „KI meets Ordnung". 2025 kamen die Mitgliedsstädte in Stuttgart zusammen und diskutierten u.a. über Messergewalt, Jugendgewalt in Schulen, das Nachtleben sowie Sucht im öffentlichen Raum. Im September 2026 werden sich Vertreter:innen der Städte auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt austauschen. Ergänzt werden die Treffen regelmäßig durch Ortsbegehungen mit Best-Practice-Beispielen sowie themenspezifische Workshops.

Darüber hinaus beteiligt sich die Strategische Stabsstelle an verschiedenen fachlichen DEFUS-Webaustauschen und bringt dabei auch eigene Erfahrungen und Praxisbeispiele aus der kommunalen Präventionsarbeit ein.

Wissenschaft-Praxis-Transfer

Die Mitarbeiterinnen der Strategischen Stabsstelle kommunale Kriminalprävention und urbane Sicherheit beteiligen sich an zahlreichen Fort- und Weiterbildungsformaten, wissenschaftlichen Konferenzen und Fachtagungen sowie Transferveranstaltungen mit Bezug zu kommunaler Kriminalprävention und urbaner Sicherheit.

Bei den Fachtagen der Suchtkooperation NRW (08/2024 und 06/2025) wurden Herausforderungen und Lösungsansätze im Zusammenhang mit Drogenkonsum im öffentlichen Raum diskutiert. Der "Fachtag zur Begegnung mit psychisch kranken Menschen im öffentlichen Raum" der Psychiatriekoordination des Gesundheitsamtes Essen (11/2024) legte den Fokus auf den Umgang von Behörden und Helfenden mit den Betroffenen.

Der 6. Berliner Kongress wehrhafte Demokratie (05/2024) beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem gesellschaftlichen Diskurs über Sicherheit und Zusammenhalt. In Foren und Werkstätten wurden u.a. Cybercrime, Extremismus und Radikalisierung sowie organisierte Kriminalität thematisiert.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung zum Forschungsprojekt "Digitalisierung & Nachbarschaft " der EBZ Business School (09/2024) debattierten die Teilnehmenden, welche Auswirkungen soziale Medien auf den Zusammenhalt in Nachbarschaften ausüben.

Beim Seminar "Sichere Städte - Marginalisierte Gruppen und öffentlicher Raum" des Deutschen Instituts für Urbanistik (difu) und DEFUS (05/2025) standen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Marginalisierung und Unsicherheitswahrnehmungen marginalisierter Gruppen im Zentrum. Darüber hinaus wurden planerische, sozial- und ordnungspolitische Lösungen diskutiert sowie der interkommunale Austausch zu Best-Practices und eine Exkursion in Berlin umgesetzt.

Der 30. Deutsche Präventionstag 2025 in Augsburg (06/2025) stand unter dem Leitmotto "Prävention und gesellschaftlicher Frieden". Dort wurden u.a. Vorträge und Diskussionen zu den Themen Jugendgewalt, Umgang mit illegalem Graffiti, Quartiersentwicklung in Großwohnsiedlungen sowie Radikalisierungsprävention besucht und das Netzwerk ausgeweitet. Beim 31. Deutschen Präventionstag 2026 in Hannover (Leitmotto "KI in der Prävention") war die Strategische Stabsstelle zudem mit gleich zwei eigenen Beiträgen vertreten: Stephanie Schmuck referierte zum Projekt "Insight Bergmannsfeld - Städtebauliche Kriminalprävention in der Großwohnsiedlung" und Dr. Ina Hennen stellte ihre Arbeit zum Thema "Kommunale Ordnungsdienste zwischen Prävention und Repression" vor.

Darüber hinaus lehrt Stephanie Schmuck seit 2023 an der Deutschen Hochschule der Polizei zum Thema "Interdisziplinäre Kriminalprävention aus kommunaler Perspektive". Dr. Ina Hennen ergänzte 2026 durch einen Input zur Rolle kommunaler Ordnungsdienste in der kommunalen Kriminalprävention im Rahmen eines Fortbildungsseminars.

Präventionsnetzwerk Rhein-Ruhr

Entlang von Rhein und Ruhr bilden zahlreiche (Groß)Städte Ballungsgebiete mit ähnlichen Herausforderungen und städteübergreifenden Problemlagen. Um den direkten fachlichen Austausch zwischen den Kommunen zu fördern und gemeinsame Lösungen für kriminalpräventive Fragestellungen zu entwickeln, hat die Strategische Stabsstelle 2025 das Präventionsnetzwerk Rhein-Ruhr ins Leben gerufen.

Das Netzwerk ist bewusst auf der fachlichen Arbeitsebene angesiedelt und steht interessierten Kommunen der Region offen. Bereits beim ersten Treffen in Essen im November 2025 wurde deutlich, dass ein regelmäßiger und unbürokratischer Erfahrungsaustausch bei den kommunalen Präventionsakteurinnen*Präventionsakteuren auf großes Interesse stößt. Daher wurde vereinbart, künftig vierteljährlich in wechselnden Städten zusammenzukommen, um Informationen zu teilen und Synergien zu nutzen.

Je nach Organisationsstruktur der Kommunen beteiligen sich Vertreter*innen kriminalpräventiver Gremien und Zentren, der Ordnungsämter sowie von Stabsstellen und Sonderstäben mit kriminalpräventivem Bezug.

Kontakt
Telefon: +49 201 88-88310
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