Zentren des Teilens – Ein neuer Ansatz für nachhaltigen Konsum in Essen

Hintergrund

Viele Dinge, die wir besitzen, werden nur selten benutzt. Andere Dinge, die wir gut gebrauchen könnten, sind in der Anschaffung aber zu kostspielig oder platzraubend. Die Lösung: Teilen. Wie können wir mehr Gegenstände teilen und so Geld, Platz und Ressourcen sparen? Und auch noch Zugang zu Dingen bekommen, die wir uns selbst nicht leisten können oder wollen? Was braucht es, damit das Prinzip „Leihen statt Kaufen“ im Alltag selbstverständlich wird?

Das Forschungsprojekt „Zentren des Teilens“ geht diesen Fragen nach. Es untersucht, wie gemeinsames Nutzen, Reparieren und Wiederverwenden von Alltagsgegenständen auf kommunaler Ebene organisiert werden kann. Gefördert wird das Vorhaben vom Land NRW und der EU im Programm „Circular Economy – CircularCities.NRW“, das Städte und Gemeinden dabei unterstützt, neue Wege in Richtung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu gehen.

Ziel

Ziel der Projektpartner Stadt Essen (Grüne Hauptstadt Agentur und Stadtbibliothek), des Fraunhofer-Instituts UMSICHT in Oberhausen und der Fachhochschule Dortmund ist es, aufbauend auf der „Bibliothek der Dinge“ in der Essener Stadtbibliothek Strukturen zu entwickeln und zu erproben, mit denen das Teilen nützlicher Alltagsgegenstände zur selbstverständlich gelebten Praxis wird.

Dabei spielen nicht nur Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung eine Rolle, sondern auch soziale Teilhabe: Wer hochwertige Geräte oder Werkzeuge ausleihen kann, erhält Zugang zu Dingen, die sonst möglicherweise unerschwinglich wären. Austausch und gelebte Gemeinschaft sind weitere Pluspunkte.

Mehrwert

Die geplanten Zentren sollen mehrere Funktionen vereinen: Hier können Bürgerinnen und Bürger Gegenstände ausleihen, nutzen oder reparieren. Gleichzeitig bieten sie Raum für Workshops und Schulungen rund um Reparaturwissen und nachhaltigen Konsum. Damit fördern sie nicht nur eine Kultur des bewussten Umgangs mit Ressourcen, sondern auch des Miteinanders – alle können mitmachen, unabhängig vom eigenen Einkommen oder Besitz. So entsteht ein sozialer Treffpunkt, der ökologische Innovation mit bürgerschaftlichem Engagement verbindet.

Bis 2028 sollen in Essen erste Prototypen dieser Zentren entstehen. Sie sollen als Modell für weitere Städte in NRW dienen und fundierte Erkenntnisse liefern, wie Sharing- und Reparaturstrukturen auch andernorts erfolgreich aufgebaut werden können.

Kontakt:
Jana Wegener
jana.wegener@gha.essen.de

Nachhaltigkeitsziele der Stadt Essen

Die Grüne Hauptstadt Agentur koordiniert die Essener Nachhaltigkeitsstrategie in Zusammenarbeit mit dem Büro für Europaangelegeneheiten, Internationales und nachhaltige Entwicklung.

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