"Ein deutscher Blick auf Polen heute" im "Donnerstagsgespräch" der Alten Synagoge mit Professor Werner Benecke

Am Donnerstag, 7. September, um 19 Uhr im Seminarraum der Alten Synagoge. Der Eintritt ist frei.

31.08.2017

In der Reihe "Donnerstagsgespräch" der Alten Synagoge Essen wirft Professor Werner Benecke, Europa Universität Viadrina, Frankfurt an der Oder, am Donnerstag, 7. September, einen "deutsche[n] Blick auf Polen heute":

In Folge der politischen Wende nach 1989 hat sich Polen stark verändert. Der Beitritt zur Europäischen Union (2004) und zur Nato (1999) verändern Wirtschaft und Gesellschaft. Die Beziehung des demokratischen Polen zur Vergangenheit muss neu erarbeitet werden. Vor 1939 waren zehn Prozent der Gesamtbevölkerung und ein Drittel der Warschauer jüdisch. Wie stellt man sich in Polen heute zu diesem Teil der polnischen Geschichte?

Politische Lager bildeten sich nach 1990 aus. Heute ist eine konservative und national gesinnte Regierung an der Macht. Ihr Vorgehen im letzten Jahr bezüglich der Justiz und der Presse hat vielerorts Aufsehen erregt. Eine konservativ inspirierte Veränderung des Abtreibungsgesetzes wurde durch massive Proteste von Frauen jüngst gestoppt: Wie sind diese Veränderungen der politischen Landschaft Polens zu beurteilen? Wie steht die neue Regierung zu Deutschland? Wie will sie Einfluss auf die Darstellung der Geschichte nehmen: Wie sind die Vorfälle um das neue Museum in Danzig zu bewerten? Wir hat sich das Bild der Polen von den Deutschen seit 1990 entwickelt?

Professor Werner Benecke wurde in Braunschweig geboren und studierte in Göttingen, wo er auch habilitierte. Er lehrt seit 2006 an der Europa Universität Viadrina-Frankfurt an der Oder zu Gegenständen der mittel- und osteuropäischen Geschichte im polnisch-russisch-deutschen Kontext. Seine Universität kooperiert eng mit polnischen Akademien und hat viele Studierende aus Polen.

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