Das neue Mähboot für den Baldeneysee wurde vorgestellt von Hans-Walter Fink, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Baldeneysee, Simone Raskob, Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin der Stadt Essen, und Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands (v.l). Das neue Mähboot für den Baldeneysee wurde vorgestellt von Hans-Walter Fink, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Baldeneysee, Simone Raskob, Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin der Stadt Essen, und Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands (v.l). Foto: Archiv Ruhrverband

Baldeneysee: Ruhrverband und Stadt Essen geben Ausblick auf Wasserpflanzensaison

In dieser Saison wird ein neues, leistungsfähigeres Mähboot eingesetzt

18.05.2018

Niedrige Wassertemperaturen im Spätwinter, gepaart mit überdurchschnittlich hohen Niederschlägen zwischen November 2017 und Februar 2018 haben zu einem verzögerten Start der Vegetationsperiode in den Ruhrstauseen geführt. Das ist eine der Erkenntnisse des Pressegesprächs zum Thema Wasserpflanzen, zu dem der Ruhrverband und die Stadt Essen am 18. Mai 2018 gemeinsam an den Baldeneysee eingeladen hatten. Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands, und Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorstand Umwelt, Bauen und Sport der Stadt Essen, gaben gemeinsam mit Hans-Walter Fink, dem Vorsitzenden der IG Baldeney, einen Ausblick auf die kommende Saison.

Ob die Wasserpflanzenentwicklung im Baldeneysee, Kemnader See, Harkortsee und Hengsteysee durch den kalten und nassen Winter jedoch geringer ausfallen wird als in den vergangenen Jahren, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit sagen. Erste kleine Pflanzen haben sich aber schon in allen Ruhrstauseen gezeigt. Besonders im Baldeneysee sind sie allerdings noch sehr niederwüchsig und vereinzelt. Wenn sich die nächsten Monate abflussarm und überdurchschnittlich warm entwickeln, könnte vor allem die bei Wassersportlern besonders unbeliebte Elodea den verzögerten Start der Wachstumsphase zumindest teilweise wieder aufholen.

Im Baldeneysee kommt jedoch noch ein zusätzlicher Faktor zum Tragen: Die Bestände der eingewanderten Körbchenmuschel Corbicula, die in den letzten Jahren für außergewöhnlich klares Wasser gesorgt und damit das Wasserpflanzenwachstum begünstigt hatte, sind durch den kalten Winter ebenfalls stark zurückgegangen. Das Wasser im Baldeneysee ist daher in diesem Frühjahr deutlich trüber als zuletzt, was das Pflanzenwachstum zumindest bremsen könnte.

"Um eine möglichst weitgehende Wassersportnutzung des Baldeneysees sicherzustellen, hat der Ruhrverband im Rahmen des Aktionsplans zur Bekämpfung der Wasserpflanzentwicklung im Baldeneysee ein weiteres Mähboot angeschafft. Es ist im Vergleich zu den bisher eingesetzten Booten größer und leistungsfähiger", erläutert Prof. Norbert Jardin, Vorstand Technik des Ruhrverbands, anlässlich des Pressegesprächs. Das neue Mähboot verfügt über einen etwa 1,5-fach größeren Laderaum und einen Bagger, der das Ladegut direkt in einen Container an Land abwerfen kann. Die Transport- und Entladezeiten verringern sich dadurch deutlich.

Neues Mähboot ist einsatzbereit

Darüber hinaus besitzt das neue Mähboot eine Schneidbreite von 2,90 Meter (bisher 2,55 Meter) und kann die Schneidmesser bis zu einer Tiefe von 2,30 Metern absenken. Einschließlich diverser Umbauten, zu denen die Kürzung des Förderbandes, die Erhöhung der Seitenwände des Laderaums und die Nachrüstung einer zweisitzigen Fahrstandskabine zählen, betrug der Kaufpreis des gebrauchten Bootes rund 200.000 Euro.

Das Boot wurde bereits Ende April am Baldeneysee angeliefert. Anfang Mai erfolgten dann seitens des Händlers die letzten Arbeiten zur Inbetriebnahme des Bootes und daran anschließend eine Einweisung der Mitarbeiter, die das Boot ab dieser Saison führen sollen. Bei Bedarf kann zur Verstärkung des Mäheinsatzes ein weiteres Boot bei einem externen Dienstleister abgerufen werden. "Die Stadt Essen beteiligt sich wie im letzten Jahr an den Kosten für die Mäharbeiten am Baldeneysee. Ebenso erfolgt seitens der Stadt die Gestellung eines Mitarbeiters für den Arbeitseinsatz auf dem Boot", sagt Simone Raskob, Umwelt-, Bau- und Sportdezernentin der Stadt Essen.

Sportliche Großveranstaltungen auf dem Baldeneysee

Mit der Deutschen Meisterschaft im Rudern, der 50. Internationalen Kanu-Regatta, der 100. Hügelregatta und dem an diesem Wochenende anstehenden 47. Internationalen Deutschlandcup im Kanu-Polo konnten in dieser Saison bereits vier sportliche Großveranstaltungen auf dem Baldeneysee mit Erfolg ausgetragen werden. "Die intensiven Absprachen innerhalb der IG Baldeney und der Arbeitsgruppe zur Wasserpflanzenmahd haben sich bewährt. So konnten im letzten Jahr alle wichtigen Regatten störungsfrei durchgeführt und der Baldeneysee als Austragungsort für internationale Wassersportveranstaltung erhalten werden. Im Jahr 2018 ist es gelungen, neben der internationalen Kanu- und Ruderregatta sogar noch eine Deutsche Meisterschaft im Rudern nach Essen zu holen, ein organisatorisches Meisterstück der Ausrichter und der Sport- und Bäderbetriebe der Stadt, wenn man den Zeitrahmen von nur drei Wochen bedenkt", sagt Hans-Walter Fink, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Baldeneysee.

Forschungsvorhaben prüft Maßnahmen zur Elodea-Eingrenzung

Auch um den aktuellen Stand des Forschungsvorhabens „Elodea II“ ging es in dem Pressegespräch. Ziel des geplanten Vorhabens ist es, ausgewählte innovative Maßnahmen auf ihr Potenzial zur Eingrenzung des unerwünschten massenhaften und dominanten Wachstums von Elodea nuttallii zu untersuchen und Handlungsempfehlungen für eine zukünftige großflächige Umsetzung abzuleiten.

Näher erforscht werden soll zum einen die Ansiedlung alternativer Makrophytenarten, so genannter Armleuchteralgen, die durch ihren niedrigen Wuchs den Wassersport nicht beeinträchtigen und die bis an die Wasseroberfläche wachsende Elodea verdrängen sollen. Auch ein so genannter Rollenpflücker, der die Pflanzen mitsamt Wurzeln ausreißt, wird nach Möglichkeit bereits im Sommer 2018 getestet.

In einem kleinräumigen Feldversuch an einem mit Elodea stark bewachsenen Teich soll zudem der Besatz mit Rotfedern intensiv untersucht werden. Bisher ist zwar bekannt, dass die Rotfeder Elodea frisst, aber den Zusammenhang zwischen Besatzdichte und Fraßdruck gilt es noch genauer zu ergründen. Des Weiteren soll eine Simulationsstudie prüfen, ob und inwieweit es möglich ist, durch die Veränderung der hydraulischen Bedingungen im Baldeneysee die Artenzusammensetzung der dortigen Wasserpflanzengemeinschaft zu beeinflussen.

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