Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht die Abschlussveranstaltung des Projektes SensiMED. Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht die Abschlussveranstaltung des Projektes SensiMED. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht die Abschlussveranstaltung des Projektes SensiMED. Oberbürgermeister Thomas Kufen besucht die Abschlussveranstaltung des Projektes SensiMED. Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV

Erfolgreiche Sensibilisierung: Kampagne "Essen macht's klar" zeigte nachhaltige Wirkung

04.07.2019

Im Rahmen der Initiative "Essen macht’s klar – Weniger Medikamente im Abwasser" wurden in der Stadt Essen gezielte Kommunikations- und Bildungsmaßnahmen für die Sensibilisierung der Bevölkerung sowie für alle weiteren relevanten Akteure zur Minderung von Medikamentenresten im Wasserkreislauf entwickelt. Das vom NRW-Umweltministerium geförderte Projekt wurde seit 2017 von den Wasserwirtschaftsunternehmen Emschergenossenschaft (Projektleitung) und Ruhrverband sowie der Stadt Essen mit dem Projektbüro "Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017" durchgeführt. Im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Hotel Franz stellten die Projektpartner am Mittwoch (3.7.) nun die Ergebnisse vor. Besonders erfreulich: Nicht nur in Essen wird das Projekt fortgeführt, auch die Gemeinde Nordkirchen übernimmt das Prinzip nach dem Motto "Nordkirchen macht's klar!".

"Aufklärung ist eine wichtige Maßnahme zur Minderung von Spurenstoffen wie Medikamentenresten im Wasserkreislauf im Sinne der Spurenstoffstrategie von Land und Bund für einen vorbeugenden Gewässerschutz", sagte NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. "Unsere Gewässer in Nordrhein-Westfalen müssen vor der Belastung durch Spurenstoffe geschützt werden. Eine Vermeidung bereits an der Quelle ist wesentlich nachhaltiger, volkswirtschaftlich sinnvoll und deutlich günstiger als nachträgliche Aufbereitungstechniken für Abwasser oder Trinkwasser. Das erfolgreiche Sensibilisierungsprojekt 'Essen macht's klar' hat Vorbildcharakter, eine Implementierung in anderen Städten ist mit vertretbarem Aufwand möglich!", so die Ministerin weiter.

In der Tat wird die Initiative fortgesetzt: Mit "Essen macht’s klar 2019+" folgt nicht nur eine Verstetigung des Projektes in der Emscher-Ruhr-Metropole, mit "Nordkirchen macht’s klar" zieht auch eine Gemeinde aus dem Lippe-Gebiet nach. "Unser Projekt 'Essen macht’s klar' trägt also Früchte", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Das vorrangige Ziel war es, aktiv Gewässerschutz in unserer Stadt zu betreiben und unsere Bevölkerung und Akteure in Essen, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen, darauf aufmerksam zu machen, dass abgelaufene und nicht mehr benötigte Medikamente nicht über das Abwassersystem in den Wasserkreislauf gelangen sollen", sagte das Stadtoberhaupt und wünschte der Kommune Nordkirchen viel Erfolg für das Projekt. "Als Stadt Essen sind wir stolz darauf, dass wir Pilotstadt für dieses wichtige Projekt sein durften, das neben Nordkirchen hoffentlich noch auf viele andere Kommune übertragen wird."

Messbare Ergebnisse

Die Aufklärungskampagne "Essen macht's klar" hat messbare Erfolge erzielt. Sie hatte innerhalb der Bevölkerung signifikanten Einfluss beispielsweise auf die folgenden Aspekte (Quelle: prolytics):

  • Das Wissen in der Bevölkerung um Medikamentenreste im Wasser ist gestiegen (+ 20,7 Prozent)
  • Die Kenntnis des korrekten Entsorgungsweges über die Restmülltonne ist gestiegen (+ 12,9 Prozent)
  • Eine Verhaltensänderung bei der Entsorgung über die Restmülltonne ist eingetreten (+ 7,4 Prozent)
  • Der Medikamentenkonsum (als sporadische Einnahme von Schmerzmitteln und Schmerzsalben) ist gesunken (- 6,7 Prozent)

"Die zentrale Botschaft unserer Aufklärungskampagne lautet: Jeder kann etwas tun", sagt Prof. Dr. Norbert Jardin, Technischer Vorstand des Ruhrverbandes. "Neben der richtigen Entsorgung von Medikamenten über die Restmülltonne kann der Eintrag von Arzneimitteln ins Abwasser auch durch Reduzierung des eigenen Konsums nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel und das Testen von alternativen Therapiemöglichkeiten, wo dies angezeigt ist, minimiert werden."

Um das Problembewusstsein der Bevölkerung für die Belastung der Gewässer durch Medikamente zu schärfen und nachhaltig zu verankern, war es eine der zentralen Aufgaben, Unterstützer zu gewinnen, die in ihrem Arbeitsumfeld als Multiplikatoren fungieren. Es wurde ein umfassendes Netzwerk aufgebaut, welches beispielsweise Politik, Gesundheitswesen, Umweltschutz und den Ver- und Entsorgungssektor umfasst. Neben den Vertretern des Gesundheits- und Umweltamtes der Stadt Essen unterstützen z.B. der Apothekerverband Essen Mülheim Oberhausen e.V., die Apothekerkammer, die kassenärztliche Vereinigung Kreisstelle Essen, die Contilia, verschiedene Ärzte, Apotheken und Krankenhäuser, Wohlfahrtsverbände und die Entsorgungsbetriebe die Initiative. Die Biologiedidaktik der Universität Duisburg-Essen, verschiedene Grund- und weiterführende Schulen sowie Pflege- und PTA-Schulen der Stadt Essen implementierten die Inhalte der Initiative in unterschiedliche Lehreinheiten und vermitteln diese an die Schülerinnen und Schüler, wie auch an die Beschäftigten in der Fort- und Weiterbildung im Bereich Pflege.

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