Foto: Kupferstich aus dem Städtebuch von Georg Braun und Franz Hogenberg, 1581 Kupferstich aus dem Städtebuch von Georg Braun und Franz Hogenberg, 1581 (Ruhrlandmuseum Essen). Foto: Stadtbildstelle Essen/ Ruhrmuseum

Keramikreste und mittelalterliche Teichsedimente aus dem 10. Jahrhundert entdeckt

09.08.2019

Beim Anlegen der Baugrube für den Neubau eines Hotels an der Gildehofstraße im Essener Stadtkern wurden im Juli Überreste eines sehr alten Teiches angeschnitten. Dabei wurden unscheinbare, hochmittelalterliche Keramikreste und mittelalterliche Teichsedimente entdeckt.

Bereits 1997 hatte man beim Bau eines Bankgebäudes etwas weiter nördlich Überreste eines Teiches gefunden. Die damals und jetzt entdeckten Funde - darunter Gefäßfragmente Pingsdorfer Art - reichen teils zurück bis ins 10. Jahrhundert und machen es wahrscheinlich, dass in dieser Zeit dort ein Teich existiert haben könnte. Bei diesem Teich handelte es sich vermutlich um einen Stauteich des heute kanalisierten Flüsschens Berne. Eine Urkunde aus der Zeit um 1170 berichtet, dass es mehrere Mühlen im Verlauf des Flusses Berne gab, was darauf schließen lässt, dass die Wasserkraft der Berne zum Mühlenbetrieb genutzt wurde.

Bereits auf der Westseite der heutigen Innenstadt sind zwischen 2006 und 2008 bei Bauarbeiten des Einkaufszentrum am Limbecker Platz mehrere Ausgrabungen durchgeführt worden, die bewiesen, dass die heute kanalisierte Limbecke seit dem 9. Jahrhundert ebenfalls zum Antrieb von Mühlen genutzt wurde.

Die Ergebnisse lassen also für die Westseite der heutigen Innenstadt und für den Stadtkern vermuten, dass seit der Karolingerzeit Stauteiche existierten und auch die Wasserkraft zum Mühlenbetrieb genutzt wurde. Mühlen gehörten früher zur regelhaften Ausstattung von Grundherrschaften. Eine Grundherrschaft ist die Verfügungsgewalt der Grundherren über die Bauern. Da Grundherren ihren Grundbesitz nicht selbst bewirtschafteten konnten, wurde das Land von Bauern bearbeitet.

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