Jugendhilfeausschuss beschließt Kinderbildungs- und Betreuungsangebot im Kindergartenjahr 2020/ 2021

11.02.2020

Der Jugendhilfeausschuss hat in seiner heutigen Sitzung (11.2.) die Planung des Kinderbildungs- und Betreuungsangebotes für das Kindergartenjahr 2020/ 2021 beschlossen. Weiterhin hat er über die Fortführung der Spielgruppen sowie die Sprachbildungsgruppen im Kita-Jahr 2020/ 2021 entschieden.

Essen verfügt über vielfältige Angebote in der Kinderbildungs- und Betreuungslandschaft. Die Angebote der Kindertagespflege (KTP) und Kindertageseinrichtungen (Kita) sind in den vergangenen Jahren qualitativ und quantitativ kontinuierlich an den wachsenden Bedarf angepasst worden. Bei der in den letzten Jahren steigenden Zahl der Kinder bis zu sechs Jahren im Essener Stadtgebiet wächst auch die Zahl der Kinder mit Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung ab dem vollendeten ersten Lebensjahr und damit auch der Bedarf an Kinderbildungs- und Betreuungsangeboten.

Die Stadt Essen begegnet diesem Bedarf durch den Ausbau an Plätzen in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege. Im Vergleich zum Vorjahr werden bis zum Ende des Kita-Jahres 2019/ 2020 mit 1.123 neuen Plätzen insgesamt 22.426 Plätze zur Verfügung stehen. Hiervon werden 19.466 Plätze in Kindertageseinrichtungen und 2.960 Plätze in der Kindertagespflege angeboten. Legt man die Zielversorgungsquoten von 40 Prozent im U3-Bereich und 100 Prozent im Ü3-Bereich zugrunde, fehlen bei dem Gesamtangebot von 22.426 Plätzen für Kinder im Alter von null Jahren bis zur Schulpflicht derzeit noch 2.439 Plätze.

Durch den Ausbau der Plätze in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege wird im Kita-Jahr 2020/ 2021 mit einem Zuwachs von insgesamt 1.595 Plätzen gerechnet. Im U3-Bereich sollen 660 Plätze entstehen, davon 320 in der Kindertagespflege. Im Ü3-Bereich soll es im Kita-Jahr neue 935 Plätze geben.

Auf der Grundlage der Einwohnerzahlen vom 30. September 2019 würden damit im Jahr 2020/ 2021 die Versorgungsquoten bei der U3-Versorgung auf 39,8 Prozent und bei der Ü3-Versorgung auf 95,5 Prozent steigen. Im Vergleich liegen die Versorgungsquoten im Kita-Jahr 2019/2020 im Bereich U3 bei 36 Prozent und im Bereich Ü3 bei 90,3 Prozent. Bei erfolgreicher Realisierung würde sich die Versorgungssituation im kommenden Jahr deutlich bessern.

Ausbau von Notgruppen zur Erfüllung des Rechtsanspruchs

Um den Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung für Kinder ab einem Jahr erfüllen zu können, hat der Jugendhilfeausschuss im vergangenen Jahr neben dem Ausbau des Betreuungsangebotes über ein befristetes Notprogramm entschieden. Hierdurch wurden bereits unterjährig für das laufende Kindergartenjahr 2019/ 2020 weitere Notgruppen zur Erweiterung des Angebots in Kitas beschlossen.

Aufgrund der aktuell nicht ausreichenden Versorgungslage wird das Notprogramm mit dem Beschluss des Jugendhilfeausschusses jährlich fortgeschrieben. Die Gruppen, die als sogenannte Notgruppen nach Dringlichkeit belegt werden, sind in Kitas des KiTa Zweckverbandes im Bistum Essen eingerichtet bzw. geplant. Zu den bereits eingerichteten Gruppen ist ab dem Kita-Jahr 2020/ 2021 die Einrichtung weiterer Gruppen geplant.

Ausbau der Kindertagespflegeangebote

Die Kindertagespflege bildet einen wichtigen Bestandteil bei der Versorgung von Kindern mit einem Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung. In Essen wurden zum Stichtag 31.12.2019 insgesamt 2.960 Kinder, 2.398 U3-Kinder und 562 Ü3-Kinder, in der Kindertagespflege betreut. Um das Platzangebot in der Kindertagespflege auszubauen, wurden zusätzliche Qualifizierungen für bis zu 64 Kindertagespflegepersonen auf den Weg gebracht. Aufgrund des flexiblen Angebots, das sich unterjährig ändert, kann keine genaue Bezifferung der Plätze erfolgen. Aufgrund von Erfahrungen aus vorherigen Jahren kann jedoch von einer Steigerung um maximal 320 Plätze ausgegangen werden.

Spielgruppen und Sprachbildungsgruppen

Ergänzend zu Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege wurden in den vergangenen Jahren zusätzliche Angebote umgesetzt, die einen wichtigen Beitrag bei der Bildung und Betreuung von Kindern leisten. Diese Angebote zählen nicht als Regelangebote zur Erfüllung des Rechtsanspruchs. In kommunal geförderten Spielgruppen, Spielgruppen in Brückenprojekten sowie Sprachbildungsgruppen für Kinder mit Förderbedarf ohne Kitaplatz stehen aktuell insgesamt 519 Plätze zur Verfügung, in privat-gewerblichen Angeboten 104 Plätze.

Finanzierung

Durch die Änderung des Kinderbildungsgesetzes zum 1. August 2020 werden im Haushaltsjahr 2020 im Vergleich zum Planansatz voraussichtlich ein Mehraufwand von 6.840.000 Euro und ein Mehrertrag von 4.800.000 Euro entstehen. Im Haushaltsjahr werden diese Beträge abhängig vom weiteren Ausbau vermutlich steigen. Da unter anderem die Durchführungsverordnung zum neuen Kinderbildungsgesetz, die Beiträge zu weiteren Fördertatbeständen wie zum Beispiel Mietkostenzuschüsse enthält, noch nicht veröffentlicht wurde, können Mehraufwendungen und Mehrerträge nur grob geschätzt werden.

Die Aufwendungen für das Kita-Jahr 2020/ 2021 liegen insgesamt bei 183.746.367 Euro. Hiervon entfallen 76.557.775 Euro auf das Jahr 2020 und 107.188.612 Euro auf das Jahr 2021. Insgesamt werden für das Kita-Jahr 2020/ 2021 Kosten in Höhe von 139.000.000 Euro durch Erträge gedeckt, davon 57.917.000 Euro in 2020 und 81.083.000 Euro in 2021.

Zum Hintergrund

Das Kinderbildungsgesetz ist ein Gesetz des Landes Nordrhein-Westfalen, das die Struktur und Finanzierung der Tageseinrichtungen für Kinder neu gestaltet. Die KiBiz-Planung ist ein zwingender und verbindlicher Bestandteil der Beschlussfassung des Jugendhilfeausschusses zur Bereitstellung der Landesmittel. Daher liegt der Jugendhilfeplanung dem Jugendhilfeausschuss jährlich die Vorlage zur Bedarf- und Platzentwicklung des Kinderbildungs- und Betreuungsangebots für Kinder von null bis sechs Jahren vor. Die Ausbauvorhaben des städtischen Kita-Trägers und die damit zusammenhängenden Personalausweitungen sind bereits zum Stellenplan 2019 bzw. 2020 berücksichtigt.

In den vergangenen Jahren wurde der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten in Essen bereits stark voran gebracht. Im Zeitraum von 2009 bis 2019 sind rund 6.400 neue Betreuungsplätze entstanden, davon über 4.200 in Kindertageseinrichtungen und knapp 2.200 in der Kindertagespflege.

Derzeit befinden sich fünf Kitas im Bau, weitere 54 Kitas sind bis Ende 2026 in Planung und Vorbereitung.

Der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, und der Geschäftsbereichsvorstand für Jugend, Bildung und Kultur, Muchtar Al Ghusain, haben am 10. Mai 2019 alle Kräfte der Stadt auf einem Kita-Forum mobilisiert. Rund 180 Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus den Wohlfahrtsverbänden, von Initiativen, Unternehmen, den Wohnungsbaugesellschaften sowie der Stadtverwaltung und des Landesjugendamtes waren der Einladung gefolgt. Ziel der Veranstaltung war es, mit allen beteiligten Akteuren gemeinsame Lösungen zu finden, um den Kita-Ausbau in Essen weiter voranzutreiben.

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