Umgestaltung des Kaiser-Wilhelm-Parks in Altenessen-Süd beschlossen

28.05.2020

Der Rat der Stadt Essen hat sich in seiner gestrigen (27.5.) Sitzung den Bau und Baubeginn zur Umgestaltung des Kaiser-Wilhelm-Parks in Altenessen-Süd beschlossen.

Mit seinen rund 10 Hektar stellt der Kaiser-Wilhelm-Park eine wichtige Parkanlage im Stadtteil dar. Errichtet wurde er im Jahr 1897 insbesondere zur Erholung der Bewohnerinnen und Bewohner in dem stark industriell geprägten Gebiet. Auch nach dem Strukturwandel wurde der Park mit seinen verschiedenen Spiel- und Freizeitangeboten in dem dicht besiedelten Stadtteil zur Naherholung genutzt. Durch die nach Westen und Osten verlaufenden überregionalen Radwegtrassen ist er auch für Essenerinnen und Essener aus anderen Stadtteilen zum Anziehungsort geworden.

Im Rahmen des Förderprogramms "Starke Quartiere – Starke Menschen" (SQSM) sollen im Kaiser-Wilhelm-Park der südliche Spielbereich mit Umfeld, die Veranstaltungsfläche und der Bahndammdurchstich (Tunnel) umgestaltet werden. Zudem soll eine ökologische Aufwertung der Teichufer und einiger Wiesen- und Gehölzflächen stattfinden.

Durch die geplante Umgestaltung der Parkanlage sollen die vorhandenen Flächen in attraktive Sport-, Bewegungs-, Aufenthalts- und Kommunikationsorte umgewandelt werden. Die Flächen der heutigen Minigolfanlage, des vorhandenen Spielplatzes und des Festplatzes sollen neue Angebote für mehrere Generationen bieten. Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung hatten im Juli 2019 interessierte Bürgerinnen und Bürger bereits die Möglichkeit, ihre Ideen für den Kaiser-Wilhelm-Park einzubringen. Die Vorstellung der Planungsergebnisse steht aufgrund der Corona-Pandemie noch aus.

Südlicher Spielbereich mit Umfeld

Der bestehende Spielplatz bedarf nach mehreren Jahrzehnten intensiver Nutzung einer grundlegenden Erneuerung. Aufgrund des derzeit maroden Zustands wird eine benachbarte, nicht mehr zu verpachtende Minigolfanlage, zurückgebaut und integriert. Die Nebenflächen werden durch eine Bepflanzung mit heimischen Gehölzen zusätzlich ökologisch aufgewertet.

Der umgestaltete Spiel- und Sportbereich entsteht am Palmenbuschweg, einem der Hauptzugänge. Durch eine seitliche Erschließung werden die Parkbesucherinnen und –besucher über eine wassergebundene Wegedecke zum Spielbereich und weiter zum Sportbereich geführt. Im Sportbereich wir ein Kunstrasenkleinfeld erneuert und die vorhandene Tischtennisplatte durch eine weitere ergänzt. Auf einer Rasenfläche entsteht durch die Aufstellung von zwei Fußballtoren ein neues Spielrasenfeld.

Bahndammdurchschnitt (Tunnel)

Der alte Tunnel unter der ehemaligen Bahntrasse stellt eine wichtige Wegeverbindung zwischen dem Park und den östlich gelegenen Wohngebieten am Graitengraben dar. Aufgrund des Alters des Tunnelbauwerks wären erhebliche Instandsetzungsarbeiten erforderlich, so dass der Abriss und eine Aufweitung des Dammkörpers geplant sind.

Ein vorhandener Fußweg mit gepflasterter Erdrampe auf einem Teilabschnitt des Dammes soll zurückgebaut und entsiegelt werden. Anschließend soll der Bereich durch Bepflanzung mit heimischen Gehölzen ökologisch aufgewertet werden. Die Wegeführung wird von 2,30 Meter auf 2,50 Meter verbreitert.

Festplatz

Der Pavillon und der Veranstaltungsplatz sind derzeit nicht mehr ansprechend und die Veranstaltungsfläche ist sehr großflächig asphaltiert. Das Dach des Pavillons soll erneuert werden. Eine Teilentsiegelung und Begrünung der Fläche sowie eine Ergänzung mit Sitzbänken und Bäumen soll die Fläche zu einem Verweilort machen.

Im südlichen Bereich des Festplatzes soll durch einen zusätzlichen Basketballkorb und neue Markierungen die vorhandene Sportfläche attraktiver gestaltet und so für Jugendliche ein wertvoller Treffpunkt für Spiel, Sport und soziale Kontakte entstehen. Der angrenzende Pavillon soll weiterhin genutzt werden. Im nördlichen Bereich wird ein Großteil der vorhandenen Asphaltfläche zurückgebaut und entsiegelt. Eine Schotterrasenfläche mit Sitzbänken und einer Bepflanzung kann zum Verweilen und für Feste im Park genutzt werden.

Ökologische Maßnahmen

Die Uferbepflanzung des vorhandenen Teiches, die im Bereich beider Uferterrassen in keinem guten Zustand ist, soll durch eine naturnahe Staudenbepflanzung aufgewertet und ein Refugium, beispielsweise für Insekten, geschaffen werden. Zur weiteren Förderung der Insektenvielfalt werden abgelegenere Rasenflächen in artenreiche Wiesenflächen umgewandelt. Im Bereich des abzubrechenden Bahndammtunnels sind Stauden als sogenannte „Parkeingangsbepflanzung“ vorgesehen. Gehölzstreifen werden mit heimischen Gehölzen ergänzt.

Finanzierung

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung des Kaiser-Wilhelm-Parks belaufen sich voraussichtlich auf 600.000 Euro und sind bereits in der Haushaltsplanung berücksichtigt.

Die Fördervorgaben enthalten, dass die Maßnahme bis Ende 2021 fertiggestellt werden muss. Um den Fertigstellungstermin einhalten zu können, soll die Maßnahme unmittelbar nach Erhalt der Förderzusage ausgeschrieben werden. Im Herbst 2020 soll mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

Zum Hintergrund

Die Umgestaltung und Aufwertung des Kaiser-Wilhelm-Parks ist Bestandteil des Integrierten Entwicklungskonzeptes Soziale Stadt Essen NORD (IEK Essen NORD), welches vom Rat der Stadt Essen im September 2018 beschlossen wurde. Die Stadtverwaltung wurde im Zuge dessen damit beauftragt, einen Förderantrag beim Land Nordrhein-Westfalen einzureichen und für die Umsetzung entsprechende Fördermittelanträge zu stellen.

Der zu erwartende Fördersatz für die mit EFRE Mitteln kofinanzierte Maßnahme liegt bei 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, 10 Prozent sind Eigenanteil der Stadt Essen. Der Förderbescheid für das Fördergebiet Essen NORD steht noch aus und wird voraussichtlich in den nächsten Wochen erwartet.

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