Babybesuchsdienst der Stadt Essen zu Zeiten von Corona – eine erste Bilanz

Stadt Essen baut Babybesuche von erst- und zweitgeborenen Babys auf alle Geburten aus

26.08.2020

Vor elf Jahren wurde der Babybesuchsdienst der Stadt Essen etabliert. Alle erst- und zweitgeborenen Kinder und ihre Eltern im Essener Stadtgebiet werden seitdem von Mitarbeiter*innen des städtischen Babybesuchsdienstes aufgesucht. So erhalten Eltern zu einem frühen Zeitpunkt Information über zahlreiche wohnortnahe und stadtweite Angebote, die gemeinsam mit vielen Kooperationspartner*innen in Essen vorgehalten werden. Ab September/Oktober 2020 startet der Babybesuchsdienst auch damit, alle Babys ab der dritten Geburt zu besuchen.

Auch während der Corona-Pandemie wurden im Juli wieder 480 Familien von den Mitarbeiter*innen des Babybesuchsteams angeschrieben. Bei 357 Familien fand ein Besuch statt. Dabei waren es 232 Familien, die ein erstgeborenes und 125 Familien, die ein zweitgeborenes Kind bekommen hatten. 109 Familien lehnten die Hilfe durch den Babybesuchsdienst der Stadt ab.

Keine negativen Auswirkungen auf Geburten durch Corona

Bei den Besuchen wurde immer wieder deutlich, dass in den meisten Familien die Geburt in der Corona-Situation ungewöhnlich war, aber keine negativen Auswirkungen auf die Familie hatte. Die Väter wurden so gut es ging mit einbezogen und die Bemühungen des Krankenhauspersonals wurden als durchweg sehr positiv bewertet. Positiv wurde auch die Ruhe auf der Wöchnerinnenstation empfunden. Da es keinen Besuch gab, hatten Mutter und Kind viel Ruhe und Zeit, sich kennenzulernen.

Schwierigkeiten im Kontaktknüpfen mit anderen frischgebackenen Eltern

Es wurde aber auch durch die Babybesuche klar, dass für viele Familien der Start zu Hause sehr schwierig war. Es fehlten die Ansprechpartner*innen, denn zum Teil kamen die Hebammen coronabedingt nicht nach Hause. Viele Familien beklagten zudem die coronabedingt ausgefallenen Angebote für Mutter und Kind sowie die dadurch entstandene Schwierigkeit neue Kontakte zu knüpfen, was bis hin zu Gefühlen der Isolation führte. Familien, die schon während des Geburtsvorbereitungskurses die Möglichkeit hatten neue Kontakte zu knüpfen, waren dabei klar im Vorteil. Online-Angebote kamen nur bei unter 50 Prozent der Familien gut an. Damit verlief der Start der jungen Familien sehr holprig und man konnte deutlich die Notwendigkeit der Unterstützung zu Beginn der Familienfindung heraushören. Von Vorteil war tatsächlich in einigen Familien die Verlagerung der Arbeit ins Home-Office. So konnten insbesondere die Väter, trotz Arbeit, viel Zeit mit ihren Kindern und Frauen verbringen. Das wurde ganz besonders bei den Erstgeburten als angenehm bewertet.

Die Familien, die den Baby-Besuch angenommen haben, nahmen diesen sehr positiv wahr und waren in der Regel auch sehr überrascht, wie viele Angebote die Stadt Essen für Familien mit Kindern bietet.

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