Überraschende Entdeckung auf dem Burgplatz in der Essener Innenstadt

11.06.2021

Auf dem Burgplatz in der Essener Innenstadt mussten am Ostende des künstlichen Wasserlaufs Bodeneingriffe vorgenommen werden, da Versorgungsleitungen kaputt gegangen waren. Die Stadtarchäologie begleitete diese Maßnahmen.

Auf der Nordseite der Baugrube konnten dabei unterhalb der modernen Pflasterung und Aufschüttungen des 20. Jahrhunderts überraschend Reste von zwei uralten Gräbern sichergestellt werden. Von einem darin befindlichen Sarg waren noch die unteren Abschnitte der senkrechten Seitenteile und Teile des Sargbodens als Verfärbungen erhalten geblieben. Allerdings fehlte der obere Teil des Sarges komplett, höchstwahrscheinlich weil frühere Bodeneingriffe tief in den Untergrund eingriffen.

Neben einigen menschlichen Gebeinen konnte die Stadtarchäologie auch noch etwas Keramik aus dem 9./10. Jahrhundert bergen. Der Stadtarchäologe glaubt, dass diese Keramik auch für eine Datierung der beiden Gräber in das Mittelalter, wenn nicht sogar in das Hochmittelalter, sprechen.

Bei früheren Baumaßnahmen wurden in der Kettwiger Straße und auf dem Domplatz bereits mittelalterliche Gräber in der Essener Innenstadt gefunden. Die jetzt entdeckten Gräber reichen am weitesten nach Süden in den Burgplatz hinein, das legt nahe, dass das Gräberfeld, das Mitte des 9. Jahrhunderts um die entstandene Stiftskirche lag, größer ist, als bisher vermutet wird.

Die archäologischen Maßnahmen vor Ort sind abgeschlossen, die endgültige Auswertung wird aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

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Überreste eines kleinen Töpfchens aus dem 9. Jahrhundert.
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