In der Nacht von Samstag, 30. August, auf Sonntag, 31. August, findet die Europäische Fledermausnacht (European Bat Night) statt. Bei verschiedenen Veranstaltungen wird über die nachtaktiven fliegenden Säugetiere informiert. Auch am Baldeneysee wird es eine Führung geben.
Die European Bat Night steht unter der Schirmherrschaft des Abkommens zur Erhaltung der Europäischen Fledermauspopulationen (EUROBATS) und wird vor Ort von den lokalen Naturschutzverbänden organisiert. Auch der Freundeskreis Grugapark Essen e.V. bietet in den Monaten April bis Mai regelmäßig Fledermausführungen im Essener Stadtgebiet an. So auch am Samstag, 30. August, 20 Uhr, am Baldeneysee, Treffpunkt Kupferdreher Markt. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder 3 Euro. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Es wird gebeten, eine Taschenlampe mitzubringen.
Aktiv den Schutz von Fledermäusen unterstützen
Die Veranstaltungen zur European Bat Night dienen nicht nur dazu interessante Informationen rund um die Fledermaus zu vermitteln. Sie sollen durch Aufklärung dazu dienen, aktiv am Schutz der Tiere mitzuwirken. An jedem Gebäude, in jedem Garten können bereits kleine Maßnahmen zumindest die in urbanen Räumen vorkommenden Fledermausarten unterstützen.
Wer Fledermäuse direkt unterstützen möchte, kann zum Beispiel Fledermauskästen aufhängen, die den gebäudebewohnenden Arten die benötigten Spaltenquartiere bieten. Vor allem aber ein naturnaher, insektenfreundlicher Garten und der Verzicht auf übermäßige Beleuchtung und Insektizide sind wichtige Elemente, um den geheimnisvollen fliegenden Insektenjägern zu helfen.
"Die lokalen Naturschutzverbände hüten ein großes Wissen über die jeweiligen lokalen Vorkommen von Fledermäusen und leisten mit ihren Veranstaltungen und ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit einen großen Beitrag zum Artenschutz. Das Umweltamt der Stadt Essen begrüßt dieses Engagement außerordentlich und wünscht allen Teilnehmenden spannende Veranstaltungen", so Sonja Eisenmann, Fachbereichsleitung Umwelt der Stadt Essen.
Fledermäuse in Deutschland und im Ruhrgebiet
In Deutschland leben insgesamt 25 Fledermausarten, die alle streng geschützt sind. In Essen wurden davon bisher elf Arten nachgewiesen, wobei zwei der Arten nur sehr selten gefunden wurden.
Besonders entlang der Ruhr sind viele Fledermausarten anzutreffen, da die Ruhr eine wichtige Wanderstrecke und für Arten wie die Wasserfledermaus auch Jagdgebiet ist. Aber auch im restlichen Stadtgebiet sind Fledermäuse verbreitet. So kann man sie beispielsweise im Schlosspark in Borbeck antreffen, in den Essener Wäldern sowie in den Naturschutzgebieten wie der Heisinger Ruhraue oder am Mechtenberg. Einige Arten sind auch in den dichter besiedelten Gebieten unterwegs, so zum Beispiel die Zwergfledermaus.
Fledermäuse jagen nachts Insekten, wobei sie sich in erster Linie mithilfe Ihres Gehörs und ihrer Hochfrequenzrufe orientieren, die zur Echoortung genutzt werden. Den Tag verschlafen Fledermäuse in ihrem Quartier, das im Jahresverlauf oft mehrfach gewechselt wird. Einige Arten nutzen im Sommer und zur Fortpflanzung Quartiere an und in Gebäuden, wo sie entweder in enge Spalten kriechen oder sich in Dachstühlen aufhalten. Andere bevorzugen Baumhöhlen in Wäldern. Den Winter verbringen viele Arten in unterirdischen Quartieren wie Höhlen, alten Bergwerksstollen, Tunneln oder auch Kellern in Winterstarre. Manche Arten, wie die Rauhautfledermaus, legen weite Strecken zwischen den Sommer- und Winterquartieren zurück.
Diese spezielle Lebensweise und Lebensraumansprüche sind es auch, die vielen Fledermausarten insbesondere in urbanen Räumen zusetzen. Der Verlust von Quartieren für die Fortpflanzung und zum Überwintern, beispielsweise durch Renovierungsarbeiten an Gebäuden, ist dabei nur eine Ursache. Viele Fledermausarten sind sehr empfindlich gegenüber Lichtverschmutzung und das menschliche Bedürfnis nach nächtlicher Beleuchtung an Straßen, Gebäuden und sogar in Gärten sorgt dafür, dass der Lebensraum dieser Arten immer weiter eingeschränkt wird. Andere Arten, wie die Zwergfledermaus können Lichtverschmutzung besser tolerieren, darum kann man sie auch in den dichter besiedelten Stadtgebieten häufig beobachten. Auch der Rückgang von Insekten und der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft bedroht die Fledermauspopulationen.
Weitere Informationen
Weitere Informationen zu Fledermausführungen in Essen finden Interessierte unter www.grugapark.de/erleben/veranstaltungskalender_2/fledermausfuehrungen.de.html
Termine zur European Bat Night und andere Fledermausveranstaltungen gibt es zum Beispiel auf den Seiten des NABU unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/batnight/
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